Wie lassen sich Bestandsgebäude und Neubauten in einem gemeinsamen Energiesystem wirtschaftlich miteinander verbinden? Und welche Rolle spielen dabei Wärmepumpen, Mieterstrom und Ladeinfrastruktur?
Darüber spricht Alexander Ubach-Utermöhl, Geschäftsführer von Lava Energy, am Beispiel des Wohnquartiers „Tiamo” in Potsdam. Das Projekt zeigt, wie sektorengekoppelte Quartierslösungen die Dekarbonisierung voranbringen und gleichzeitig Betriebskosten und Infrastruktur optimieren können.
springerprofessioal.de: Was war die größte Herausforderung, Bestand und Neubau in einem gemeinsamen Energiesystem zu verbinden?
Alexander Ubach-Utermöhl: Wir hatten es mit einer Mischung aus Neubauten und einem älteren Gebäudebestand zu tun haben – etwa im Verhältnis 60 zu 40. Der Bestand wirkt denkmalgeschützt, auch wenn das formal nicht überall der Fall ist. Entscheidend war, die hohen Vorlauftemperaturen, die aus hygienischen Gründen benötigt werden, mit dem Niedertemperaturnetz der Neubauten sinnvoll zu verbinden, das dort auch der Trinkwasserbereitung dient.
Gelöst haben wir das über ein zentrales Energiesystem. Dort arbeiten drei Wärmepumpen in Kaskade mit drei Gas-Brennwertkesseln zusammen. Von dieser Zentrale aus versorgt ein Vierleiternetz alle Gebäude. Das Hoch- und das Niedertemperaturnetz erreichen sowohl den Bestand als auch die Neubauten
Im Sommer können wir das Niedertemperaturnetz sogar abschalten. Die Trinkwarmwasserbereitung erfolgt dann über das Hochtemperaturnetz. So erreichen wir die erforderlichen Temperaturen von über 60 Grad für den Legionellenschutz und halten gleichzeitig die Netzverluste gering. …
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