Viele Wasserstoffstrategien gehen von stabilen Handelsbeziehungen und verlässlichen Allianzen aus. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass geopolitische Konflikte, industriepolitische Interessen und veränderte Standortentscheidungen die globale Industrie grundlegend verändern könnten.
Grüner Wasserstoff gilt als Schlüssel zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien. Doch viele politische Strategien und Unternehmensplanungen beruhen auf Annahmen, die angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen immer unsicherer werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Reviews Clean Technology veröffentlicht wurde. Die Forschenden warnen davor, Wasserstoff- und Industriestrategien ausschließlich auf stabile Handelsbeziehungen und langfristig verlässliche internationale Partnerschaften auszurichten. Stattdessen sollten alternative geopolitische Entwicklungen deutlich stärker berücksichtigt werden.
„Energieintensive Industrien wie Stahl und Chemie stehen unter Druck, ihre CO₂-Emissionen drastisch zu reduzieren, und setzen dabei zunehmend auf grünen Wasserstoff. Das wirft eine strategisch entscheidende Frage auf: Werden sich dadurch auch globale Wertschöpfungsketten verschieben? Findet energieintensive Produktion künftig dort statt, wo erneuerbarer Wasserstoff günstig erzeugt werden kann—oder bleibt sie in den heutigen Industriezentren, die Wasserstoff importieren?“, erläutert Erstautorin Laima Eicke vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) am Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ). …
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