Wahlen in Rheinland-​Pfalz: Wer will welche Energiepolitik

von | 23. Februar 2016

Mit Spannung als aktuelles Stim­mungsbild in einem gespal­tenen Deutschland erwartet werden die Land­tags­wahlen am 13. März in gleich drei Bundes­ländern. Brenn­stoff­spiegel hat ein Blick in die Wahl­pro­gramme geworfen. Was sagen Regierung und Oppo­sition in Rheinland-​Pfalz zum Thema Energie und deren Wende?

CDU: Trans­pa­rente Verbraucherpreise

Heraus­for­derer in Rheinland-​Pfalz ist die CDU. Ein Wahl­pro­gramm wurde erst nach Redak­ti­ons­schluss dieser Ausgabe verab­schiedet. Als Orien­tierung wo die CDU ener­gie­po­li­tisch hinwill, können aber die Laacher Thesen von 2011 gelten. Die stellen das Ziel der rot-​grünen Regierung, bis 2030 volle 100 Prozent des im Land verbrauchten Stromes aus Erneu­er­baren herzu­stellen, in Frage. Ganz SPD-​like tritt sie für eine Kosten­bremse ein: „Die Kosten der Ener­gie­wende und Verbrau­cher­preise müssen für die Bürger trans­parent und nach­voll­ziehbar sein. Alles, was zur verstärkten Stei­gerung der Verbrau­cher­preise führt, muss regel­mäßig überprüft werden.“

SPD: Fokus­siert auf 100 Prozent

Die regie­rende SPD hingegen hält an dem 100-​Prozent-​Ziel fest. Auch sie setzt auf Nahwär­me­netze und KWK, hält dabei an dem von Parteichef Sigmar Gabriel gestutzten 25-​Prozent-​Ziel fest. Aber auch inno­vative Spei­cher­tech­no­logien wie Batterien, Power to Gas und Power to Heat finden sich im Programm.

Grüne: EWärmeG als Vorbild

Der grüne Juni­or­partner hebt ganz auf das Klima­schutz­gesetz ab, das 2014 verab­schiedet wurde. Die Umsetzung der darin beschrie­benen Maßnahmen steht nun im Mittel­punkt des ener­gie­po­li­ti­schen Wahl­kampfes. Strom im Wärme­markt ist auch bei den Grünen Thema und so unter­stützen sie ebenfalls Power to Heat. Bei der Gebäu­de­sa­nierung wird auf steu­er­liche Anreize gesetzt. Die Sanie­rungs­quote soll so auf drei Prozent angehoben werden. (Ein Beitrag zum Dilemma der Wärme­wende findet sich hier bei meinen Energieblogger-​Kollegen von Ecoquent Postions).

Für den Klima­schutz wird auch gern mal über die Landes­grenze geschielt: „Mit einem Erneuerbare-​Energien-​Wärmegesetz für Rheinland-​Pfalz werden wir die Ener­gie­wende im Wärme­be­reich weiter voran­bringen.“ Wie dieses Gesetz aller­dings ausge­staltet werden soll, ist offen. Doch es gehört wenig Fantasie dazu, dass es sich am Vorbild des Nachbarn Baden-​Württemberg anlehnen könnte.


Geschrieben für Brenn­stoff­spiegel. Der voll­ständige Beitrag ist nur in der Ausgabe 02/​2016 zu lesen. Zum kosten­freien Probeabo geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Effizient heizen mit Wasser­stoff und Katalysator

Effizient heizen mit Wasser­stoff und Katalysator

Die Dekarbonisierung des Wärmesektors wird häufig auf Wärmepumpen und Fernwärme reduziert. Doch gerade in Industrie und Gewerbe stößt eine vollständige Elektrifizierung an technische und wirtschaftliche Grenzen. Hohe Vorlauftemperaturen, begrenzte...

Poten­ziale von weißem Wasser­stoff äußerst begrenzt

Poten­ziale von weißem Wasser­stoff äußerst begrenzt

In der Farbsystematik des Wasserstoffs taucht auch die Farbe Weiß auf: Sie steht für natürlich entstehenden Wasserstoff, der theoretisch energetisch genutzt werden könnte. Die damit verbundenen Erwartungen sind groß. Doch bei näherer Betrachtung erweisen sich die...

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen einen schnelleren Anschluss von Grünstrom-Einspeisern aus Biogasanlagen und können zugleich die Kosten für den Netzausbau senken. In Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine solche Anlage ans Netz gebracht. Grünstrom...

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen einen schnelleren Anschluss von Grünstrom-Einspeisern aus Biogasanlagen und können zugleich die Kosten für den Netzausbau senken. In Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine solche Anlage ans Netz gebracht. Grünstrom...