Lastminimierung und Leistungsoptimierung versprechen die rahmenlosen Glas-Folienmodule von Solarion. Foto: Solarion

Rahmen­freie PV-​Folienmodule auch für flache Dächer

von | 12. Dezember 2016

Ein flexibles PV-​Glas-​Folienmodul ohne Rahmen bietet Solarion an. Der Hersteller aus Zwenkau im Südraum von Leipzig ist ein Spin Off des ebenfalls in der Messe­stadt ansäs­sigen Leibniz Instituts für Ober­flä­chen­mo­di­fi­zierung (IOM).

Seit 2002 forschen und testen, seit 2009 produ­zieren die Wissen­schaftler an flexiblen CIGS- Dünn­schicht­so­lar­zellen auf Pi Träger und betrieben eine Pilot­pro­duktion. Nach der Übernahme durch die NGIM Group im August 2015 wurde die vorhandene Modul­pro­duk­ti­ons­stätte zur Fertigung starrer Glas­module mit gekauften Silizium Solar­zellen umgebaut. Die Glas-​Folienmodule mit Solar­zellen werden nun werks­seitig auf ein Stück Dachbahn laminiert.

Durch einen umlau­fenden 10 cm breiten Schweißrand lässt sich das Solar­modul auf PVC‑, EVA- und TPO-​Dachbahnen mittels Heiß­luft­schweißen dauerhaft befes­tigen. Es besteht aus Kompo­nenten, die ebenfalls in Deutschland produ­ziert werden. Die Solar­zellen etwa kommen von Solarworld.

Last­ein­flüsse minimiert

Durch seine Konstruk­ti­ons­weise ist es nach Herstel­ler­an­gaben ideal für den Einsatz auf großen, leicht geneigten Dächern von Industrie- und Gewer­be­ge­bäuden. Die Montage kann einfach und schnell ohne zusätz­liche Monta­ge­ma­te­rialien ausge­führt werden. Dabei wird die Dachhaut bei der Montage nicht bear­beitet. Last­ein­flüsse auf das Modul durch Hagel oder Schnee­lasten werden minimiert.

Die rahmenlose Konstruktion gewähr­leistet einen Selbst­rei­ni­gungs­effekt auch bei niedrigen Dach­nei­gungen, was eine höhere Flächen­nutzung begünstigt. Durch die dach­par­allele Ausrichtung der Solar­module ist der Ener­gie­ertrag laut Solarion über den Tages­verlauf gleich­mä­ßiger als bei herkömm­lichen Systemen.

Zell­wir­kungs­grade gleich

„Die Module der Serie M210 bestehen aus 48 Solar­zellen. Konven­tio­nelle Module mit mono­kris­tal­linen Sili­ci­um­zellen anderer Hersteller haben 60 oder sogar 72 Solar­zellen. Die Leis­tungen dieser Module sind aufgrund der größeren Anzahl der Solar­zellen und der größeren Fläche höher, aber die Zell­wir­kungs­grade sind die gleichen wie bei uns. Der größte Unter­schied zum Wett­be­werbs­her­stellern besteht darin, dass diese gerahmte Glas-​Folie-​Module herstellen. Unser Modul ist rahmenlos und wird statt dessen auf ein Stück Kunst­stoff­dachbahn laminiert.“ beschreibt Solarion-​Vertriebschef Stefan Nitzsche die Unter­schiede zu bereits vorhan­denen ähnlichen Systemen.

Die Vorteile benennt Solarion wie folgt:

  • Modul zur Instal­lation auf großen Flach­dä­chern von Industrie- und Gewerbehallen
  • Montage auf Kunst­stoff­dach­bahnen aus PVC, EVA, TPO
  • Keine zusätz­lichen Monta­ge­ma­te­rialien, keine Ballastierung
  • Gebäu­de­inte­grierte Lösung
  • Schutz der darunter liegenden Abdichtung – längere Lebenszeit des Daches
  • Nied­rigste Flächenlast (~ 9 kg/​m²)
  • Gleich­mäßige Lastverteilung
  • Keine Pene­trierung der Dachabdichtung
  • Schnelle und einfache Montage, keine Modu­lerdung erforderlich
  • Hohe Flächen­aus­nutzung
  • Hoher Ertrag
  • Höchster Wider­stand gegen Hagel­schlag und Schneelasten
  • Geringster Wider­stand gegen Windlasten
  • Dieb­stahl­schutz
  • Made in Germany – beste Materialien

5 Thesen zur zukünf­tigen Bedeutung der Photo­voltaik im Zuge de Digi­ta­li­sierung der Ener­gie­wirt­schaft stellt Pierre-​Pascal Urbon hier im Blog von SMA, Sunny, auf.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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