Letzte PV-Ausschreibung würgt Bür­ger­en­er­gie ab

Der Solarpark Leibertingen der EnBW. Foto: EnBW / Uli Deck Bürgerenergie, Energiegenossenschaft, Ausschreibung, EEG
Die Energiewirtschaft hat bei den PV-Ausschreibungen die Nase vorn. Foto: EnBW / Uli Deck

Die sechste und letzte PV-Ausschreibung für Frei­flä­chen nach altem Recht war voll­ends des­il­lu­sio­nie­rend für die Ener­gie­wende in Bür­ger­hand. Die Ergeb­nisse wurden im Dezem­ber von der Bun­des­netz­agen­tur (BNetzA) ver­öf­fent­licht.

Bezu­schlagt wurden demnach ins­ge­samt 27 Pro­jekte mit 165 MW Gesamt­um­fang.
Der Zuschlag erfolgte dieses Mal aus­schließ­lich an auf PV-Energie spe­zia­li­sierte Pro­jekt­ent­wick­ler und ‑betrei­ber, dar­un­ter illus­tre Namen wie DSW Solar, Ener­parc oder IBC Solar. Juris­ti­sche Ein­zel­per­so­nen oder Genos­sen­schaf­ten kamen gar nicht zum Zuge. Die Akteurs­viel­falt, wie von vielen Kri­ti­kern des Aus­chrei­bungs­mo­dells befürch­tet, leidet also nicht nur, sie wird zuguns­ten einer ein­zi­gen Art von Pro­jekt­ent­wick­lern regel­recht ein­ge­schränkt. Diese agieren übri­gens fast aus­schließ­lich als AG, GmbH oder GmbH & Co KG.

Kaum noch Aus­schlüsse

Das zeigt sich auch indi­rekt an der Aus­schluss­quote von weniger als 10 %. Die wird von der BNetzA beju­belt, da sie in der Ver­gan­gen­heit teils deut­lich höher lag. Sie ist eher ein Indiz dafür, dass sich andere Akteure als die Pro­jekt­ent­wick­ler schon gar nicht mehr die Mühe machen, sich an einer­Aus­schrei­bung zu betei­li­gen, weil sie zuvor ent­we­der aus­ge­schlos­sen wurden oder keinen Zuschlag erhiel­ten.

Immer­hin — der Zuschlags­wert liegt bei 6,90 ct/kWh und ist damit zur Vor­runde (7,25 ct/kWh) erneut gesun­ken. Der höchste Gebots­wert, der noch einen Zuschlag erhal­ten konnte, lag mit 7,17 ct/kWh leicht unter dem Durch­schnitts­wert der Vor­runde. Der nied­rigste Gebots­wert lag bei 6,26 ct/kWh.

Zukünf­tig Bür­ger­wind­pro­jekte an Land?

Ab kom­men­den Jahr gelten neue Aus­schrei­bungs­richt­li­nien auf Grund­lage des neuen EEG. Für die dann gel­ten­den Aus­schrei­bun­gen für alle PV-Anlagen und Onshore-Wind-Anlagen ab 750 kW sowie Bio­masse ab 150 kW war das bis­he­rige PV-Freiflächenmodell mit leich­ten Abwand­lun­gen das Vorbild.

In Zukunft wird jedoch die regio­nale Ver­mark­tung des erzeug­ten Stroms möglich sein. Zudem gelten Son­der­re­ge­lung für Bür­ger­wind­pro­jekte, etwa, wenn min­des­tens zehn Bürger eines Land­krei­ses gemein­sam mit der Gemeinde oder dem ört­li­chen Stadt­werk einen Wind­park von bis zu sechs Wind­kraft­an­la­gen errich­ten wollen.

Ob das aus­reicht, die durch die Aus­schrei­bun­gen kom­plett abge­würgte Bür­ger­en­er­gie­wende wieder in Gang zu bringen, bleibt abzu­war­ten.


Durch das neue EEG wird die Energie in Bür­ger­hand weiter behin­dert. Für letz­tere such Energieblogger-Kollege Kilian Rüfer hier Koope­ra­ti­ons­part­ner.