VNG macht Gewinn dank korri­gierter Langfristverträge

von | 27. Februar 2014

Die in Leipzig ansässige VNG –Verbundnetz Gas AG konnte auch für 2013 wie schon im Vorjahr einen Gewinn ausweisen (s. unten). Haupt­sächlich verant­wortlich dafür dürften die Korrek­turen bei den Lang­frist­ver­trägen sein.

Diese, gekoppelt an die Ölpreis­bindung und von der VNG vor allem mit dem norwe­gi­schen Unter­nehmen Statoil, der russi­schen Gazprom, aber auch mit deutschen Produ­zenten vor Jahren einge­gan­genen Verträge hatten noch 2011 für einen hohen Verlust des nach dem Umsatz zweit­größten ostdeut­schen Unter­nehmens gesorgt. Die Einkaufs­preise lagen deutlich über dem Markt­niveau. Nach Aussage von Karsten Heuchert wurden 2013 die letzten 15 % dieser Verträge so korri­giert, dass wieder ein Geschäft möglich ist.

VNG-Chef Karsten Heuchert (Mitte) hatte erfreuliche Zahlen zu verkünden. Foto: Urbansky

VNG-​Chef Karsten Heuchert (Mitte) hatte erfreu­liche Zahlen zu verkünden. Foto: Urbansky

Weniger Glücklich hingegen gerät ein Investment in Gasspeicher. Die VNG hat sich an zwei Speichern in Nord­deutschland, Etzel und Jemgum, beteiligt mit insgesamt 175 Millionen Euro. Derzeit ist kein gewinn­brin­gendes Geschäft möglich, da zu viel Gas am Markt ist und Speicher deswegen nicht benötigt werden. Also wird ein mittlerer zwei­stel­liger Millio­nen­betrag abgeschrieben.

Dennoch wird vom Gewinn eine Dividende ausge­schüttet, insgesamt 45 Millionen Euro. Für 2014 erwartet die VNG einen Gewinn auf etwa ähnlichem Niveau.

Hier die offi­zielle Pres­se­mit­teilung anlässlich der Bilanz­pres­se­kon­ferenz von heute, 27. Februar 2014:

Die VNG-​Gruppe hat erfolg­reich Kurs gehalten und konnte an das positive Ergebnis des Vorjahres anknüpfen“, sagte Dr. Karsten Heuchert, Vorstands­vor­sit­zender der VNG – Verbundnetz Gas Akti­en­ge­sell­schaft (VNG) auf der Bilanz­pres­se­kon­ferenz für das Geschäftsjahr 2013. Mit einem Jahres­über­schuss von 174 Millionen Euro (Vorjahr: 132 Millionen) hat die VNG AG ihr bisher bestes Ergebnis erzielt. Der Jahres­über­schuss der VNG-​Gruppe, also aller im Konzern konso­li­dierter Unter­nehmen, beläuft sich auf 89 Millionen Euro (Vorjahr: 103 Millionen). Er resul­tiert vor allem aus den Ergeb­nis­bei­trägen der Geschäfts­be­reiche Gastransport und Gashandel. Der Handel konnte im letzten Jahr seinen Ergeb­nis­beitrag weiter erhöhen. „Dazu hat auch die Anpassung der lang­fris­tigen Verträge beigetragen“, fügte Heuchert hinzu. „Aber unsere Schlagzahl muss weiterhin hoch bleiben, denn mittel­fristig wird das Markt­umfeld nicht einfacher“, betonte Heuchert zugleich. Die wirt­schaft­lichen und poli­ti­schen Rahmen­be­din­gungen stellen nach wie vor hohe Anfor­de­rungen an alle Unter­nehmen der Erdgas­branche. Zudem herrscht im Gashandel weiterhin ein starker Wettbewerb.

VNG-​Gruppe baut Handels­be­reich weiter aus

Die VNG-​Gruppe hat in den vergangen Jahren den Handels­be­reich konse­quent ausgebaut. Er vermittelt zum einen den Produ­zenten einen Markt­zugang für große Mengen. Zum anderen bietet er den Kunden maßge­schnei­derte Produkte und verschafft ihnen Zugang zu den Groß­han­dels­märkten. Im klas­si­schen Erdgas­ver­trieb setzt die VNG-​Gruppe konse­quent auf die Nähe zum Kunden. Mit ihren inzwi­schen zehn deutsch­land­weiten Verkaufs­büros schafft sie die Voraus­set­zungen für eine part­ner­schaft­liche und enge Zusam­men­arbeit. Auch im euro­päi­schen Ausland ist die VNG-​Gruppe mit ihren Handels­töchtern vor Ort präsent. „Wir werden uns weiterhin auf die Anfor­de­rungen des Marktes ausrichten. Dazu gehört auch die Erschließung neuer Vertriebswege, z.B. auf dem Endkun­den­markt“, so Heuchert. Durch den Erwerb der goldgas-​Gruppe im letzten Jahr werden zusätz­liche Absatz­po­ten­ziale im gewerb­lichen und im privaten Endkun­den­markt erschlossen. „Damit stellen wir unsere starken Vertriebs­part­ner­schaften mit Weiter­ver­teilern und Direkt­kunden nicht in Frage, sondern ergänzen diese“, bekräf­tigte er.

Auf der Bezugs- und Absatz­seite breit aufge­stellt – Umsatz gestiegen

Insgesamt konnte die VNG-​Gruppe mit ihren auslän­di­schen Vertriebs­töchtern den Erdgas­absatz im vergan­genen Jahr auf rund 362 Milli­arden Kilo­watt­stunden (kWh) (Vorjahr: rund 324 Mrd. kWh) und damit um rund 12 Prozent steigern. Ein Großteil der Konzern­ab­satz­mengen entfiel auf die VNG AG. Hier nahm der Absatz auf knapp 310 Milli­arden kWh (Vorjahr: 274 Mrd. kWh) ebenfalls deutlich zu – das ist eine Stei­gerung um rund 13 Prozent. Die Erhöhung des Absatzes gegenüber dem Vorjahr resul­tierte vor allem aus den gestie­genen Handels­ak­ti­vi­täten an den euro­päi­schen Spot- und Terminmärkten. 

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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