Matthias Nicolai hält einiges an Autogas-Adaptern bereit. Fotos: Urbansky

Autogas – für Tank­stel­len­pächter wichtiges Zusatzgeschäft

von | 18. November 2014

Auto­gas­fahrer sind es gewohnt, in ihrer Nähe und unterwegs bequem auf eine Tank­stelle zu stoßen, die ihren preis­werten Treib­stoff führt. 6.600 Tank­stellen bieten in Deutschland inzwi­schen LPG an. Die Zahl ist seit Jahren stabil. Doch wer entscheidet, an welcher Tank­stelle eine LPG-​Zapfsäule steht und wie die Pächter damit leben? Eine Spuren­suche in Leipzig.

Lütz­schena ist ein malerisch gelegener Vorort im Nord­westen von Leipzig. Die Flüßchen Elster und Pleiße formten hier eine anmutige Aueland­schaft, die bei vielen Messe­städtern als Naherho­lungs­gebiet äußerst beliebt ist. Durch die nahe­lie­genden Indus­trie­an­sied­lungen von Porsche, BMW und dem Logis­tik­riesen DHL ist das Dörfchen auch bei Mietern und Häus­le­bauern begehrt. Mitten in dieser Idylle, an der einstigen Verbin­dungs­straße nach Halle an der Saale – die neue B6 wurde weiter nördlich verlegt – betreibt Matthias Nicolai seine Tankstelle.

LPG nur an umsatz­starken Tankstellen

Der Eni-​Pächter führt seit 2011 auch Autogas. „Die Entscheidung kam nicht von mir“, so Nicolai, der bereits seit 18 Jahren in verschie­denen Funk­tionen für den italie­ni­schen Ener­gie­multi in Deutschland tätig ist, „sondern von der Gesell­schaft.“ Als Kriterien nennt er einen Absatz von gut 300 Kubik­metern Benzin und Diesel im Monat sowie die Lage. „Hier hat sicherlich geholfen, dass ich in der näheren Umgebung gleich vier Mitbe­werber habe, die auch Autogas führen.“ Dazu gehören je eine Aral-​Tankstelle in Lindenthal und Schkeuditz sowie eine Star und eine Q1 an der Georg-​Schumann-​Straße – der nord­west­lichen Ausfall­straße von Leipzig, an deren Verlän­gerung auch Nicolais Tank­stelle steht. Keiner ist jedoch näher als fünf Kilometer an seinem Standort. Das hilft vor allem der Stamm­kund­schaft, die in Lütz­schena und Umgebung wohnt und bei ihm LPG tankt.

Mit dem Geschäft bin ich ganz zufrieden. Der Absatz schwankt zwischen 7.000 und 10.000 Litern. Jetzt in der Urlaubszeit ist es natur­gemäß etwas weniger“, konsta­tiert der Pächter. Für ihn selbst bringe das Geschäft keine Mehr­be­lastung. Er verkauft im Namen und auf Rechnung der Eni. Die sei auch für die regel­mäßige Wartung und Sicher­heits­leis­tungen zuständig. Da der LPG-​Tank an seiner Tank­stelle unter­ir­disch sei, entfielen auch Maßnahmen wie der ober­ir­dische Anfahr­schutz, der die Branche seit Jahren belastet.

Geschrieben für AutoGas Journal. Der voll­ständige Beitrag ist nur in der Print­ausgabe, Heft 4/​2014 zu lesen. Zum Abon­nement geht es hier.

Vorschaubild: Matthias Nicolai hält einiges an Autogas-​Adaptern bereit. Foto: Urbansky

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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