Grafik: AGEB

Energieeffizienz: Haushalte und Industrie mit Luft nach oben

von | 2. September 2015

Für Waren im Wert von 1.000 Euro werden in Deutschland derzeit 4,8 Gigajoule oder 1.334 kWh Energie benötigt. Das berichtet die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lanzen (AGEB). 2013 lag dieser Bedarf noch bei 5,2 Gigajoule und 1990 bei 7,6 Gigajoule. Das bedeutet in den letzten Jahren einen Effi­zi­enz­sprung von einem Drittel oder einer jähr­lichen Effi­zi­enzrate von 1,9 %.

Haushalte 6 % effizienter

Grafik: AGEB

Grafik: AGEB

Die privaten Haushalte trugen dazu im vergan­genen Jahr mit knapp 6 % mehr Effizienz bei. Und zwar mit 6 % weniger Brenn­stoff­einsatz und 4,1 % weniger Strom­ver­brauch. Der Jahres­durch­schnittswert von 1,6 % liegt jedoch unter den Zuwächsen der anderen Verbrauchs­sek­toren wie Verkehr. Die Industrie konnte ihre Ener­gie­ef­fi­zienz im vergan­genen Jahr weiter optimieren.

Insgesamt setzten die Betriebe 3,3 % weniger Energie ein als im Vorjahr. Im lang­jäh­rigen Jahres­durch­schnitt kommt die Industrie auf Effi­zi­enz­ver­bes­se­rungen von knapp 1,6 % pro Jahr und hat damit noch ähnliche Einspar­po­ten­ziale wie die Haushalte.

Bei Strom besonders sparsam

Der Strom­einsatz ging, bezogen auf die Wirt­schafts­leistung, im vergan­genen Jahr um 4,3 % zurück. Dazu beigetragen haben nach AGEB-​Meinung effi­zi­entere Indus­trie­pro­zesse sowie die steigende Ausstattung der Haushalte mit strom­spa­renden Geräten. 

Die Strom­erzeugung wird ebenfalls immer effi­zi­enter. Der durch­schnitt­liche Wirkungsgrad aller Strom­erzeu­gungs­an­lagen stieg von 36,6 % im Jahre 1990 auf gegen­wärtig 45,2 %. Zu dieser Entwicklung tragen sowohl effi­zi­entere konven­tio­nelle Kraft­werke wie auch der schritt­weise Ersatz der Kern­kraft­werke durch die Erzeugung von Strom aus erneu­er­baren Ener­gie­quellen bei.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo

Die CO2-​Abgabe allein wird’s nicht richten

Durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) steigen Brenn- und Treibstoffkosten. Was gemächlich startet und selbst in fünf Jahren noch handhabbar erscheint, könnte durch den freien Handel ab 2026 eine sehr viel drastischere Entwicklung nehmen. Und die Teuerung...

mehr lesen

Repowering könnte Windkraftdelle ausbessern

Der Windkraft droht ab diesem Jahr ein drastischer und kontinuierlicher Einbruch, weil viele Anlagen aus der EEG-Förderung fallen. Repowering könnte dem entgegenwirken. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht eine Regelförderung für Stromerzeugungsanlagen von 20...

mehr lesen

Erneuerbare spielen im Neubau eine viel größere Rolle“

Interview mit Tobias Dworschak, Geschäftsführer des vedec (ehemals VfW) Welches sind die bevorzugten energetischen Anlagen für Contracting? Hier muss man nach meiner Einschätzung zwischen Neubau und Bestandsbau differenzieren. Im Bestand muss, wenn die Kosten der...

mehr lesen