Hauptsitz von Gazprom in Moskau. Die Zerschlagung des Konzerns könnte auch für günstigere Gaspreise hierzulande sorgen. Foto: Gazprom

Gazprom und Ägypten: Neue Einflüsse auf deutschen Gasmarkt

von | 3. September 2015

Zwei Nach­richten lassen diese Woche aufhorchen. Zum einen fordert Rosneft, der wich­tigste Mitbe­werber des größten Gaskon­zerns der Welt, Gazprom, dessen Aufspaltung. Zum anderen wurde vor der ägyp­ti­schen Küste ein riesiges Erdgasfeld von der italie­ni­schen Eni gefunden.

Beide Ereig­nisse sind in der Lage, den deutschen Gasmarkt zu beein­flussen. Ägypten wird damit tenden­ziell unab­hän­giger von Erdgas­im­porten, die es trotz eigener hoher Produktion immer noch nötig hat. Die so frei gewor­denen Export­mengen werden teils auf dem euro­päi­schen Markt landen. Zudem wurden die riesigen, auf 850 Milli­arden Kubik­metern geschätzten Vorräte von der Eni entdeckt, einem italie­ni­schen Ener­gie­konzern mit Absatz­märkten in ganz Europa. Diese wird er mit Sicherheit mit eben jenem Gas bedienen wollen.

Eine Aufsplittung von Gazprom, über die auch schon die russische Regierung nach­dachte, soll vor allem die hohen Gaspreise, unter denen auch Verbraucher hier­zu­lande klagen (wir berich­teten), günstiger machen. Immerhin kommt ein Drittel des hier verbrauchten Erdgases vom russi­schen Staats­konzern. Somit könnten beide Ereig­nisse für zumindest stabile Gaspreise in der Zukunft sorgen.

Vorschaubild: Hauptsitz von Gazprom in Moskau. Die Zerschlagung des Konzerns könnte auch für güns­tigere Gaspreise hier­zu­lande sorgen. Foto: Gazprom

Geschrieben für Bund der Ener­gie­ver­braucher. Origi­nal­beitrag hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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