Alt­hei­zungs­la­be­ling: Regie­rung rechnet mit 20 % mehr Austauschrate

Wird gern für die eigene Wärmewende genutzt: Austausch der alten Heizung. Foto: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks Wärmewende, Heizung, MAP, APEE
Beratung soll mehr Energieeffizienz ins Heim bringen. Foto: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks

Mit dem heute ver­öf­fent­li­chen Gesetz­ent­wurf zum Alt­an­la­gen­la­be­ling für Hei­zun­gen, das zum

Label für alte Heizungen. Grafik: Bundesregierung
Label für alte Hei­zun­gen. Grafik: Bundesregierung

1. Januar 2016 in Kraft treten soll, werden einige bisher nur vage bekann­ten Posi­tio­nen prä­zi­siert. Ver­ga­be­be­rech­tigt sind 

  • Hei­zungs­in­stal­la­teure
  • Schorn­stein­fe­ger gemäß § 2 des Schornsteinfeger-Handwerkgesetzes
  • Gebäu­de­en­er­gie­be­ra­ter des Handwerks 
  • Aus­stel­lungs­be­rech­tigte nach § 21 Absatz 1 der Energieeinsparverordnung 

Die Kosten werden sich im Zeit­raum von 2017 bis 2023 auf rund 63,3 Mil­lio­nen Euro netto belau­fen. Pro Anlage rechent die Regie­rung mit 8 Euro, die die Vergabe des Eti­ketts, für die Infor­ma­tion des Eigen­tü­mers und für die Bean­tra­gung der Auf­wands­ent­schä­di­gung beinhalten.

Kein Sofort­ver­kauf

Dabei sind im Rahmen eines ersten Über­prü­fungs­zy­klus der Feu­er­stät­ten­schau die Heiz­ge­räte mit Baujahr ein­schließ­lich 1994 und in einem zweiten Über­prü­fungs­zy­klus die Heiz­ge­räte mit Baujahr ein­schließ­lich 2008 zu eti­ket­tie­ren. Ein Schorn­stein­fe­ger, der das Label anbrachte, darf er inner­halb eines Zeit­raums von sechs Kalen­der­mo­na­ten nach Anbrin­gen des Eti­ketts mit dem jewei­li­gen Eigen­tü­mer des Heiz­ge­rä­tes keine Gesprä­che über den Verkauf eines neuen Heiz­ge­rä­tes führen oder ihm ein ent­spre­chen­des Angebot unterbreiten. 

Fol­gen­der Zeit­rah­men gilt:

Daten: BMWi

Die Bun­des­re­gie­rung erhofft sich dabei eine Anhe­bung der Sanie­rungs­quote von 20 % von derzeit 3 auf dann 3,7 %. Statt nach 25 soll schon nach 20 Jahren der kom­plette Alt­hei­zungs­be­stand einmal aus­ge­tauscht sein. Nach Bran­chen­mei­nung ist dieser Aus­gangs­wert jedoch deut­lich zu hoch. Aus­ge­gan­gen wird hier von einer Sanie­rungs­rate von aktuell 1 %.

Die Regie­rung rechnet mit fol­gen­den Einsparpotenzialen:

  • Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser: durch­schnitt­li­che End­ener­gie­ein­spa­rung von 15 Prozent und 3 600 Kilo­watt­stun­den pro Jahr 
  • Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser: durch­schnitt­li­che End­ener­gie­ein­spa­rung von 10 Prozent und 8 500 Kilo­watt­stun­den pro Jahr angenommen. 

Damit könnten circa 21,2 Peta­joule Heiz­ener­gie und 1,6 Peta­joule Strom kumu­liert bis 2020 ein­ge­spart werden.

Darüber hinaus könnten Her­stel­ler sowie Hei­zungs­in­stal­la­teure, Schorn­stein­fe­ger und Ener­gie­be­ra­ter mit einem spürbar stei­gen­den Absatz bezie­hungs­weise Auf­trags­vo­lu­men rechnen. 

Allein im Bereich der Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser wird auf­grund der Maß­nahme mit einem Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von circa 2,1 Mil­li­ar­den Euro bis 2020 gerech­net. Für den Bereich Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser werden eben­falls zusätz­li­che Inves­ti­tio­nen erwar­tet, die aller­dings noch nicht berech­net wurden. Ob dies tat­säch­lich so kommt, wurde an dieser Stelle schon bezwei­felt.

Vor­schau­bild: Werden haupt­säch­lich Alt­hei­zun­gen labeln: Die Schoirn­stein­fe­ger. Foto: Bun­des­ver­band des Schornsteinfegerhandwerks

 

 

 

 

 

 

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