Schulungen wie hier bei Viessmann, stehen sowohl bei den Handwerkern als auch Herstellern hoch im Kurs, wenn es um Brennwerttechnik geht. Foto: Viessmann

Wenn Brenn­wert­technik nicht richtig einge­stellt ist

von | 28. September 2015

Ein Test der Verbrau­cher­zen­trale NRW von 6.500 Gas-​Brennwertgeräten zog ein ernüch­terndes Fazit. Nur ein Teil konnte die Einspar­po­ten­ziale dieser sehr effi­zi­enten Technik wirklich abrufen. Die Gründe sind vielfältig. 

Was nützt die beste Technik, wenn sie nicht läuft? So drama­tisch ist es mit der Brenn­wert­technik natürlich nicht. Rund 4,2 Millionen Gas- und gut 600.000 Öl-​Brennwertgeräte verrichten zuver­lässig ihren Dienst. Dennoch kam die Verbrau­cher­zen­trale NRW bei einem Feldtest von insgesamt 6.500 Erdgas-​Kesseln binnen drei Jahren auch zu einem ernüch­ternden Schluss: Nun wenige Brenn­wert­geräte konnten ihre volle Leis­tungs­kraft und damit Effizienz ausspielen. Und das hat mehrere Gründe.

Vor allem falsch oder zu groß dimen­sio­nierte Kessel können eine posi­tivere Bilanz hemmen „In den neunziger Jahren wurde oftmals mit dem Daumen über­schlagen, welche Kessel­größe eingebaut wird“, meint Matthias Elsasser von Rotex. „Das wird heute sicher nicht mehr so gemacht.“ Das Handwerk werde durch Schu­lungen oder durch die Beratung vom Hersteller im Vertrieb unter­stützt. Ein Manko sieht Elsasser in der Perspektive. Die Hand­werker können zwar für den Moment eine durchaus passende Einschätzung von Objekt und Verbrauch vornehmen, jedoch fehlen vom Kunden oft Infor­ma­tionen über even­tuelle Nutzungs­ver­än­de­rungen oder Moder­ni­sie­rungen in der Zukunft. …

Die richtige Einstellung

Ein weiterer Schwach­punkt der Verbrau­cher­schützer betrifft die nicht optimal einge­stellten Heizungen. Elsasser kennt das Problem und meint, dass die Kessel nach dem Einbau nicht noch mal im Probelauf getestet würden. Dabei ist eine Einstel­lungs­kor­rektur bei Brenn­wert­technik nicht einfach – und in den meisten Fällen auch gar nicht nötig. Sowohl Rotex als auch Viessmann setzen bei Gas auf sich selbst opti­mie­rende Geräte, die etwa die optimale Bren­nerein­stellung mittels Lambda-​Sonde regelt.

100%ig modu­lierbar

Ebenfalls bemängelt in der Studie wurde die Modu­lier­barkeit von 100 Prozent. Die werde in der Praxis so gut wie nie gebraucht. Doch hier wider­sprechen die Fachleute. Und das hat tech­nische Gründe.

Wenn die Heizung zu groß dimen­sio­niert ist, wird man nie auf die 100 Prozent kommen, wenn sie zu klein ist, fast immer. Das wäre aber auch nicht gut“, so Elsasser. Berück­sich­tigen sollte man hier jederzeit auch die erfor­der­liche Leistung für den Brauchwasserbedarf.

Vorschaubild: Schu­lungen wie hier bei Viessmann, stehen sowohl bei den Hand­werkern als auch Herstellern hoch im Kurs, wenn es um Brenn­wert­technik geht. Foto: Viessmann

Geschrieben für Brenn­stoff­spiegel. Der voll­ständige Beitrag ist nur in der Ausgabe 9/​2015 zu lesen. Zum kosten­freien Pobeabo geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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