Neue Strom­netze: Bun­des­tag rechnet mit 50 Mrd. Euro

Die Verteilnetze benötigen die meisten Investitionen beim Ausbau des Stromnetzes für die Energiewende zu. GeorgHH / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0
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50 Mil­li­ar­den Euro, rechnet der Bundestags‐Ausschuss für Bildung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung, sind für den Netz­aus­bau nötig. 20 Mil­li­ar­den Euro davon sollen allein bis 2022, also dem Zeit­punkt des Atom­aus­stiegs, in die Über­tra­gungs­netze, dar­un­ter 1.700 Kilo­me­ter neue Lei­tun­gen, 2.800 Kilo­me­ter Neu­bau­ten in bestehen­den Trassen sowie Ver­stär­kun­gen auf 1.300 Kilo­me­tern fließen.

Neu dabei seien die drei von Nord nach Süd ver­lau­fen­den Hoch­span­nungs­gleich­strom­lei­tun­gen, so der Aus­schuss in seinem Bericht „Moderne Strom­netze als Schlüs­sel­ele­ment einer nach­hal­ti­gen Strom­ver­sor­gung“.

Der Inves­ti­ti­ons­be­darf bei den Ver­teil­net­zen wird sogar noch größer erwar­tet. Hier rechnet der Aus­schuss, der unter anderem vom Insti­tut für Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung und Sys­tem­ana­lyse (ITAS) im Karls­ru­her Insti­tut für Tech­no­lo­gie (KIT), dem Helmholtz‐Zentrum für Umwelt­for­schung (UFZ), dem IZT – Insti­tut für Zukunfts­stu­dien und Tech­no­lo­gie­be­wer­tung sowie VDI/VDE Inno­va­tion + Technik beraten wird, sogar mit 25 Mil­li­ar­den Euro. Grund hierfür ist vor allem die dezen­trale Erzeu­gung der zukünf­ti­gen Energie durch Wind‐ und PV‐Anlagen. Der Netz­an­schluss dieser Erzeu­gungs­an­la­gen findet nahezu aus­schließ­lich auf Ebene der Ver­teil­netze statt.

Der Bericht befasst sich auch mit Smart Grids. Diese sollen den immer kom­ple­xer wer­den­den Aus­gleich von Strom­an­ge­bot und -nach­frage gewähr­leis­ten. Beson­ders in den Ver­teil­net­zen sei die IKT‐Ausstattung ver­gli­chen mit den Über­tra­gungs­net­zen rudi­men­tär. Die Ver­teil­netz­be­trei­ber müssten den IKT‐Aufwand bis 2030 im länd­li­chen Raum ver­dop­peln und im städ­ti­schen Bereich um etwa 60 Prozent erhöhen. In abso­lu­ten Zahlen ent­sprä­che dies einem kumu­lier­ten Mehr­auf­wand von 7 Mil­li­ar­den Euro. Für diese Pläne ist derzeit ein Gesetz zur Digi­ta­li­sie­rung der Ener­gie­wende in Vor­be­rei­tung.

Vor­schau­bild: Die Ver­teil­netze benö­ti­gen die meisten Inves­ti­tio­nen beim Ausbau des Strom­net­zes für die Ener­gie­wende zu. GeorgHH / Wiki­me­dia / Lizenz unter CC BY‐SA 3.0