Erdöl als Basiswert – Wohin geht die Reise?

von | 26. August 2016

Anleger, die auf den Ölpreis setzen, haben in den letzten Monaten eine turbu­lente Reise durch­machen müssen. Die Ölschwemme drückte den Preis im Januar 2016 sogar auf unter 30 USD. 

Die Differenz zwischen dem 52-​Wochen-​Hoch mit 53,59 USD und dem 52-​Wochen-​Tief mit 27,81 USD zeigt, dass sich der Ölpreis zumindest zwischen­zeitlich fast verdoppeln konnte. Doch in welche Richtung wird der Preis sich nun entwickeln?

Ist die Hochphase schon wieder beendet?

Nachdem der Ölpreis in den letzten Monaten deutlich gestiegen ist, sinken sie Ende August wieder deutlich. Die wochen­lange Erholung scheint sich nicht halten oder sogar fort­setzen zu können. Grund für den Preis­an­stieg in den ersten Wochen des Monats war vor allem die Speku­lation darauf, dass die OPEC eine Förder­bremse einführen wird.
Allerding scheint hier eine Einigung nicht in greif­barer Nähe.

Vor allem die schlechte Beziehung zwischen Saudi-​Arabien und dem Iran sorgt dafür, dass eine Einigung bei der nächsten Sitzung uner­reichbar scheint. Das würde bedeuten, dass auch der Ölpreis in den kommenden Monaten wieder fallen würde und sich nicht auf dem Niveau stabi­li­sieren kann.

Auch ohne OPEC ist weitere Stei­gerung fragwürdig

Innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate haben sich Angebot und Nachfrage nach Öl – nicht wesentlich geändert. Nach wie vor besteht derzeit ein erheb­licher Über­schuss auf dem Ölmarkt, der ein niedriges Preis­niveau mit großer Wahr­schein­lichkeit auch weiterhin begüns­tigen wird.

Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen schwä­chelt die Wirt­schaft in China weiterhin. 2015 wurde das schwächste Wachstum seit 25 Jahren gemessen. Auch in 2016 gibt es keinen Grund, die Prognose zu erhöhen, sodass eine geringe Nachfrage zum Über­schuss beiträgt.

Nach wie vor ist Fracking in den USA einer der Gründe, warum der Ölpreis auf niedrigem Niveau bleibt. Auch wenn der niedrige Ölpreis dort eine Insolvenz- und Konso­li­die­rungs­welle verur­sacht hat, scheint es dennoch nicht so, als würde die USA aus dem Markt gedrängt werden können.

Außerdem starten in den nächsten Monaten zahl­reiche weitere Ölpro­duk­tionen in Nigeria, Irak und Libyen, was das Über­an­gebot vergrößert. Es wirkt also nicht so, als würde der Ölpreis kurz­fristig tatsächlich deutlich steigen.

Explosion des Erdöl­preises dennoch nicht unwahrscheinlich

Lang­fristig könnte sich der Trend jedoch in die andere Richtung umkehren. Sollte es den OPEC-​Ländern gelingen, die USA völlig aus der Ölpro­duktion zu drängen, würde ein bedeu­tender Teil des Über­schusses aus dem Markt genommen werden. Würde die OPEC dann zusätzlich noch eine Einigung beschließen können, die die Förder­mengen begrenzt, würde dies zu einer weiteren Stei­gerung des Preis­ni­veaus führen.

Die zahl­reichen Unsi­cher­heiten und Speku­la­tionen machen aller­dings eines wahr­scheinlich: Die Vola­ti­lität von Rohöl wird vermutlich hoch bleiben. Risi­ko­freudige Anleger, die davon pro­fi­tieren möchten, können sich etwa hier auf https://​www​.broker​ver​gleich​.com/​f​u​t​u​r​e​s​-​b​r​o​k​e​r​-​v​e​r​g​leich/ über einen geeig­neten Partner für Finanz­de­rivate informieren.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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