Hei­zungs­wahl: Die Mischung macht es

Martin Henne vor dem von ihm energetisch sanierten 6-Familien-Haus. Die Versorgung übernehmen weitestgehend zwei BHKW. Fotos: E3/DC / Andreas Burmann
Martin Henne vor dem von ihm energetisch sanierten 6-Familien-Haus. Die Versorgung übernehmen weitestgehend zwei BHKW. Fotos: E3/DC / Andreas Burmann

Noch nie stand die Heizung so sehr im Fokus von Medien und Politik. Kein Wunder, schlum­mern gerade im Keller die größten Ein­spar­po­ten­ziale und somit eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für die Ener­gie­wende.

Seit diesem Jahr wird zudem der Umstieg auf eine neue Heizung und die Ein­kopp­lung von Erneu­er­ba­ren Ener­gien so gut geför­dert wie noch nie. Doch welche alte oder neue Energie oder gar ein Mix aus beiden sind für Immo­bi­lien ideal?

Eine erste Über­le­gung sollte darauf abzie­len, was man eigent­lich will (siehe hierzu auch Immo­bi­li­en­wirt­schaft 5/2016, Heizung, wechsel dich … ab Seite 58). Eine Wahl ist immer auch davon abhän­gig, was man behei­zen möchte. Ist es ein Neubau oder ein Bestand­s­haus? Wird es tags­über stark genutzt, etwa bei Büro­ge­bäude, oder ganz­tä­gig, etwa ein Alten­heim? Gene­rell gilt: Neu­bau­ten lassen sich besser mit Erneu­er­ba­ren Ener­gien behei­zen als Bestands­bau­ten. Häuser, in denen tags­über mehr Ener­gie­be­darf herrscht als nachts, lassen sich ebenso besser mit Solar­ther­mie oder Pho­to­vol­taik ver­sor­gen.

Hybride sparen Kosten, schonen die Umwelt

Hybride, also die Nutzung meh­re­rer Brenn­stoffe, helfen dabei, die Kosten auch zukünf­tig niedrig zu halten, weil man nie von nur einem Ener­gie­trä­ger abhän­gig ist. Zudem ist es durch die EnEV 2016 quasi unmög­lich, ohne Erneu­er­bare Ener­gien eine Neubau-Immobilie zu heizen.

Ist die Ent­schei­dung für die Hei­zungs­art gefal­len, sollte immer das mit­ein­an­der kom­bi­niert werden, was man gemein­sam spei­chern kann. Verfügt man über einen Warmwasser-Pufferspeicher, der mit Gas oder Öl beheizt wird, sollte die zweite Wär­me­quelle auch eine sein, die ihre Wär­me­en­er­gie dorthin geben kann. Dabei bietet sich Solar­ther­mie an. Aber auch die Ein­kopp­lung von Bio­masse ist möglich, ein Kamin, mit Scheit­holz oder Pellets betrie­ben, mit ein­ge­kop­pelt werden kann.

Glei­ches mit Glei­chem kom­bi­nie­ren

Anders herum: Fällt eine Wahl pro Wär­me­pumpe, wäre es nur logisch, statt Solar­ther­mie eine Photovoltaik-Anlage zu instal­lie­ren, da deren Strom direkt oder via Strom­spei­cher von der Wär­me­pumpe genutzt werden kann. Diese Kom­bi­na­tion hat gegen­über der solar­ther­mi­schen Vari­ante gleich mehrere Vor­teile. Über­schuss­strom kann ins Netz ein­ge­speist oder selbst genutzt werden. In Deutsch­land gibt es schon erste Regio­nen, wo Solar­strom bil­li­ger erzeugt werden kann als der aus dem Netz bezo­gene. Die Instal­la­tion einer PV-Anlage ist deut­lich unkom­pli­zier­ter als die einer solar­ther­mi­schen. Beide Vor­teile macht sie kos­ten­sei­tig inter­es­san­ter.

Doch wann sind diese Kom­bi­na­tio­nen effi­zi­ent, wie sollte ein Mix der Ener­gie­trä­ger aus­se­hen? Und welche Deckungs­grade sollten durch die erneu­er­ba­ren Kom­po­nen­ten über­haupt erreicht werden, damit sich die deut­lich höhere Inves­ti­tion über­haupt lohnt?


Gekürzt. Geschrie­ben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 10/2016. Er ist auch hier online ab Seite 90 zu lesen. Zum Abon­ne­ment der Zeit­schrift Immo­bi­li­en­wirt­schaft geht es hier.

Über den kli­ma­neu­tralen Gebäu­de­be­stand berich­tet Energieblogger-Kollege Björn Katz hier auf seinem Blog Strom­aus­kunft.