Gas­ver­sor­gung Europas bleibt risi­ko­be­haf­tet

Erdgas, hier die Anlandestation von Nord Stream in der Lubminer Heide nahe Greifswald, ist der große Gewinner beim fossilen Energiemix 2035. Foto: Nord Stream Energiemix, BP, Outlook, 2035
Erdgas, hier die Anlandestation von Nord Stream in der Lubminer Heide nahe Greifswald, ist der große Gewinner beim fossilen Energiemix 2035. Foto: Nord Stream

30 Prozent des in der EU ver­brauch­ten Erd­ga­ses kommen aus Russ­land. Neue Pipe­lines könnten diese Abhän­gig­keit ver­stär­ken. Mit ver­flüs­sig­tem Erdgas kommen aber auch neue Anbie­ter auf den Markt.

Die Abhän­gig­keit der Euro­päi­schen Union (EU) von Erdgas aus Russ­land ist immens. In den bal­ti­schen Staaten und Finn­land wird bis zu 100 Prozent mit Erdgas vor allem aus nord‐ und west­si­bi­ri­schen Feldern geheizt, in Deutsch­land sind es gut 35 Prozent. Im Schnitt bezie­hen alle EU‐Mitglieder gut 30 Prozent des Erd­ga­ses von dort.

»Die Ver­sor­gung Deutsch­lands mit kon­ven­tio­nel­len Ener­gie­trä­gern, ins­be­son­dere Öl und Gas, ist in hohem Maße von poli­ti­scher Sta­bi­li­tät und offenem Welt­han­del abhän­gig. Beide sind auf unter­schied­li­chen, mit­ein­an­der ver­schränk­ten Ebenen gefähr­det«, beschreibt die daraus resul­tie­rende Gefahr Sprin­ger Vieweg‐Autor Michael Brzoska im Buch­ka­pi­tel »Pro­bleme der Ver­sor­gungs­si­cher­heit bei Erdöl und Erdgas – Argu­mente für erneu­er­bare Ener­gien?« auf Seite 93.

Die derzeit in Planung befind­li­che Trasse Nord Stream 2 von Russ­land durch die Ostsee nach Deutsch­land kann diese Abhän­gig­keit ver­stär­ken, dies auch vor dem Hin­ter­grund, dass die Vorräte an Erdgas, die vor allem von Nor­we­gen sowie den Nie­der­lan­den in der Nordsee geför­dert werden, längst ihren Höhe­punkt erreicht haben.


Gekürzt. Geschrie­ben für Sprin­ger Pro­fes­sio­nal. Der kom­plette Beitrag ist hier zu lesen.

4 Kommentare

  1. »deut­lich gerin­ge­ren Ver­bräu­chen…« Das sowieso, aber es wird nicht reichen..

    Unser Gasnetz samt Spei­chern ist schon vor­han­den, EEN Erzeu­gung muss, genauso, wie die fossile Erzeu­gung deut­li­che Über­ka­pa­zi­tä­ten haben, um immer ver­füg­bar zu sein. Dann kann man ja, auch mit schlech­tem Wir­kungs­grad, alle Über­schüsse in Gas umwan­deln und in den vor­han­de­nen exor­bi­tant großen Gas­spei­cher »Gasnetz« ein­la­gern.

    Ich sehe keine andere Spei­cher­tech­no­lo­gie, die solche Mengen Energie annä­hernd ver­lust­frei ein­spei­chern kann, wo die Spei­cher schon vor­han­den sind — und auch rea­li­sier­bar ist.

    Spei­cher­kraft­werke — wo??? Kosten ???
    Akku­mu­la­to­ren — ganz sicher nicht in den Grö­ßen­ord­nun­gen für Lang­zeit­spei­che­rung, wie benö­tigt.

    Auch diese Spei­cher­tech­no­lo­gien haben Ver­luste.

    apropo »deut­lich gerin­ge­ren Ver­bräu­chen…« so in etwa ??? :

    Vorher 28000kWh/a Gas, 4500kWh/a Strom
    jetzt: 8000kWh/a Gas, 2900kWh/a Strom, PV Erzeu­gung 5000kWh/a, >60% Eigen­ver­sor­gung
    Ziel: ?? 300kWh/a Gas für Kochen, 1000kWh/a Strom Bezug für WP, PV Erzeu­gung 10000kWh/a — davon 7000kWh/a Ein­spei­sung, 100% Eigen­ver­sor­gung Haus­halts­strom 2000kWh/a.

    Wenn das jeder machen würde …

    LG jogi

    • Du weisst ja, ich bin kein Freund von PtG (zu inef­fi­zi­ent), da braucht es anderer Lösun­gen, und die liegen m.E. eher in deut­lich gerin­ge­ren Ver­bräu­chen in den Haus­hal­ten, sprich Dämmung, Effi­zi­enz etc.

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