Smart Home: Her­stel­ler­neu­trale Stan­dards im Kommen

Die Weobau Zwickau errichtete eine Seniorenwohnung mit AAL-Systemen (für Ambient Assisted Living = Unterstützung für selbstbestimmtes Leben im Alter). Foto: Dirk Dießel , dsl-factory Smart Home, Standard
AAL-Systemen (für Ambient Assisted Living = Unterstützung für selbstbestimmtes Leben im Alter). Foto: Dirk Dießel , dsl-factory

Pro­fes­sio­nelle Smart-Home-Systeme mit ein­heit­li­chen Stan­dards oder offenen Schnitt­stel­len für die feste Inte­gra­tion im Gebäude richten sich an Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­ver­wal­ter. Mit der Viel­zahl der Ange­bote auf dem Markt wächst auch der reale Nutzen.
Die Stan­dards dieser Systeme sind nicht von ein­zel­nen Her­stel­lern abhän­gig. Sie sind viel­mehr so gestal­tet, dass Geräte von unter­schied­li­chen Her­stel­lern ein­ge­bun­den werden und Daten aus­tau­schen können. Das macht sie zukunfts­si­cher.

Richtig smart wird es erst dann, wenn Bedin­gun­gen fest­ge­legt werden, unter denen die so ver­bun­de­nen Geräte selb­stän­dig aktiv werden oder wenn sie mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Ein Bei­spiel wäre, dass der Rauch­mel­der im Alarm­fall das Licht ein­schal­tet und die Roll­lä­den hoch fährt für einen freien Ret­tungs­weg. Alle das funk­tio­niert unab­hän­gig davon, ob ein intel­li­gen­ter Strom­zäh­ler, Smart-Meter, im Haus instal­liert ist oder nicht. Denn: Ein Smart Home funk­tio­niert auch ohne Smart-Meter.

Viele Mög­lich­kei­ten

Immo­bi­li­en­be­sit­zer und ‑ver­wal­ter stehen zudem vor der Frage, wie ein Smart Home – auch bei Gewer­be­im­mo­bi­lien – gestal­tet sein soll. Möglich sind zen­trale Systeme, die von einem Rechner aus gesteu­ert werden, oder dezen­trale Systeme, bei denen jedes Gerät über einen Chip verfügt (das Inter­net der Dinge) und diese unter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren.

Beide können mit Kabeln, Ether­net oder funk­ba­sier­ten Sys­te­men mit­ein­an­der ver­bun­den werden. Während kabel­ba­sierte Systeme beson­ders sicher sind und im Neubau einfach verlegt werden können, ist dies im Bestand nur mit sehr hohem Aufwand möglich. Funk hin­ge­gen ist gene­rell einfach zu instal­lie­ren, jedoch ist er anfäl­li­ger für Stö­run­gen, aber auch für Mani­pu­la­tio­nen Dritter von außen.

Daten­schutz­män­gel?

Des­we­gen stellen funk­ba­sierte Lösun­gen, aber nicht nur sie, die Frage nach der Daten-Sicherheit. Denn die können theo­re­tisch vom Her­stel­ler­un­ter­neh­men gesam­melt und weiter ver­wer­tet werden, etwa – im harm­lo­se­ren Fall – für Mar­ke­ting­zwe­cke. Denn: „Die so gesam­mel­ten Daten sind sehr wert­voll und werden dadurch ver­kauf­bar“, so Andreas Wokit­tel, Vor­sit­zen­der der Gesell­schaft Bauen und Gebäu­de­tech­nik im Verband Deut­scher Inge­nieure.

Das zweite Problem betrifft die Angreif­bar­keit der Systeme durch Hacker, auch weil viele Daten in einer Cloud gespei­chert werden müssen, damit sie mobil abruf­bar und nutzbar sind. Diese könnten sich ein­ha­cken und die im Smart Home ver­bun­de­nen Geräte mani­pu­lie­ren. Im Woh­nungs­be­reich wird dies eher keine Rolle spielen, im Bereich der Gewer­be­im­mo­bi­lien oder denen der öffent­li­chen Hand, etwa Kran­ken­häu­sern, schon.  …

Mit­au­tor: Andreas Kühl, ener­gy­net


Gekürzt. Geschrie­ben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 01/2017. Zum Abon­ne­ment der Zeit­schrift Immo­bi­li­en­wirt­schaft geht es hier.

Über den kli­ma­neu­tralen Gebäu­de­be­stand berich­tet Energieblogger-Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.