AAL-Systemen (für Ambient Assisted Living = Unterstützung für selbstbestimmtes Leben im Alter). Foto: Dirk Dießel , dsl-factory

Smart Home: Herstel­ler­neu­trale Standards im Kommen

von | 19. Januar 2017

Profes­sio­nelle Smart-​Home-​Systeme mit einheit­lichen Standards oder offenen Schnitt­stellen für die feste Inte­gration im Gebäude richten sich an Wohnungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­ver­walter. Mit der Vielzahl der Angebote auf dem Markt wächst auch der reale Nutzen.
Die Standards dieser Systeme sind nicht von einzelnen Herstellern abhängig. Sie sind vielmehr so gestaltet, dass Geräte von unter­schied­lichen Herstellern einge­bunden werden und Daten austau­schen können. Das macht sie zukunftssicher.

Richtig smart wird es erst dann, wenn Bedin­gungen fest­gelegt werden, unter denen die so verbun­denen Geräte selb­ständig aktiv werden oder wenn sie mitein­ander kommu­ni­zieren. Ein Beispiel wäre, dass der Rauch­melder im Alarmfall das Licht einschaltet und die Rollläden hoch fährt für einen freien Rettungsweg. Alle das funk­tio­niert unab­hängig davon, ob ein intel­li­genter Strom­zähler, Smart-​Meter, im Haus instal­liert ist oder nicht. Denn: Ein Smart Home funk­tio­niert auch ohne Smart-Meter.

Viele Möglich­keiten

Immo­bi­li­en­be­sitzer und ‑verwalter stehen zudem vor der Frage, wie ein Smart Home – auch bei Gewer­be­im­mo­bilien – gestaltet sein soll. Möglich sind zentrale Systeme, die von einem Rechner aus gesteuert werden, oder dezen­trale Systeme, bei denen jedes Gerät über einen Chip verfügt (das Internet der Dinge) und diese unter­ein­ander kommunizieren.

Beide können mit Kabeln, Ethernet oder funk­ba­sierten Systemen mitein­ander verbunden werden. Während kabel­ba­sierte Systeme besonders sicher sind und im Neubau einfach verlegt werden können, ist dies im Bestand nur mit sehr hohem Aufwand möglich. Funk hingegen ist generell einfach zu instal­lieren, jedoch ist er anfäl­liger für Störungen, aber auch für Mani­pu­la­tionen Dritter von außen.

Daten­schutz­mängel?

Deswegen stellen funk­ba­sierte Lösungen, aber nicht nur sie, die Frage nach der Daten-​Sicherheit. Denn die können theo­re­tisch vom Herstel­ler­un­ter­nehmen gesammelt und weiter verwertet werden, etwa – im harm­lo­seren Fall – für Marke­ting­zwecke. Denn: „Die so gesam­melten Daten sind sehr wertvoll und werden dadurch verkaufbar“, so Andreas Wokittel, Vorsitzender der Gesell­schaft Bauen und Gebäu­de­technik im Verband Deutscher Ingenieure.

Das zweite Problem betrifft die Angreif­barkeit der Systeme durch Hacker, auch weil viele Daten in einer Cloud gespei­chert werden müssen, damit sie mobil abrufbar und nutzbar sind. Diese könnten sich einhacken und die im Smart Home verbun­denen Geräte mani­pu­lieren. Im Wohnungs­be­reich wird dies eher keine Rolle spielen, im Bereich der Gewer­be­im­mo­bilien oder denen der öffent­lichen Hand, etwa Kran­ken­häusern, schon. …

Mitautor: Andreas Kühl, energynet


Gekürzt. Geschrieben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 01/​2017. Zum Abon­nement der Zeit­schrift Immo­bi­li­en­wirt­schaft geht es hier.

Über den kli­ma­neu­tralen Gebäu­de­be­stand berich­tet Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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