Eine der Brennwerttherme wird die alte Haupttribüne im "Bruno" versorgen. Foto: Urbansky

Altehr­wür­diges Bruno wird modern gewärmt

von | 18. April 2017

Das altehr­würdige Bruno-​Plache-​Stadion, Heimstatt des Viert­li­gisten Lok Leipzig, ist arg in die Jahre gekommen. Nur dem Enga­gement der Fans ist es zu verdanken, dass die Bausub­stanz des liebevoll „Bruno“ genannten Stadions immer noch gut erhalten und ohne Abstriche für Regio­nal­spiele geeignet ist.

Das hat zwar für Fußball­tra­di­tio­na­listen seinen Reiz. Ener­ge­tisch jedoch war die alte Ölheizung, mit der alle Gebäude des Geländes via Nahwär­menetz beheizt wurden, eine Katastrophe.

Dank Erbpacht machbar

Der stets klamme, aktuell aber schul­den­freie Fußballklub hat nun eine Möglichkeit gesucht und gefunden, wie in Zukunft die Wärme­ver­sorgung effi­zi­enter und bezahlbar gestaltet werden kann.

Mit den Stadt­werken haben wir einen Partner gefunden, der uns wärme­seitig zukunfts­fähig aufstellt“, sagt Thomas Löwe, Vize­prä­sident des Fußball­vereins. Nachdem dank Haupt­sponsor ETL (European Tax und Law) und Vorstand Franz-​Josef Wernze der Erbpacht­vertrag Bruno-​Plache-​Stadion mit der Stadt Leipzig abge­schlossen werden konnte, konnte der Verein jetzt auch die neue Ener­gie­lösung in Angriff nehmen.

Ich freue mich sehr, dass die Inge­nieure der Leipziger Stadt­werke uns ein so über­zeu­gendes Konzept vorgelegt haben“, so Löwe. „Wir sind ein Leipziger Tradi­ti­ons­verein und wollen das auch bei der Wahl unserer Geschäfts­partner deutlich machen“.

Geplant ist die Errichtung von zwei Gasbrenn­wert­kesseln – je eine im Tribü­nen­ge­bäude mit 110 kW und in der Geschäfts­stelle des Vereins mit 130 kW Leistung. Dafür werden nach Ende der Spiel­saison auf 300 Metern neue Gaslei­tungen verlegt sowie eine Abgas­anlage, eine Druck­haltung und die erfor­der­lichen Verteiler installiert.

Mit Contracting finanzierbar

Finan­zierbar wird die neue Wärme­ver­sorgung für den 1. FC Lok durch eine indi­vi­duelle Contracting-​Lösung. Mit dieser kann der 1. FC Lok die fertige Wärme von den Stadt­werken beziehen – die Planung, Errichtung und Finan­zierung der Anlage über­nehmen die Leipziger Stadt­werke ebenso wie deren Wartung.

Die effi­ziente Wärme-​Lösung leistet dabei auch einen wichtigen Umwelt-​Beitrag. Im Vergleich zur bishe­rigen Ölheizung spart diese jedes Jahr rund 20 Tonnen CO2.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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