Neue Kessel braucht das Land. Foto: ZVSHK

Druck auf alte Heizungen – Chancen für Contracting

von | 3. Mai 2016

Alte Heizungen müssen raus – egal wie groß. Was älter ist als 30 Jahre oder auf andere Art extrem inef­fi­zient, muss getauscht werden gegen hoch­ef­fi­ziente Geräte. So wollen es die modi­fi­zierte EnEV und das Altkessellabeling. 

Das bedeutet zwar höhere Inves­ti­tionen, für die Zukunft aber auch sinkende Neben­kosten. Kann die Ener­gie­wirt­schaft daraus ein Geschäfts­modell entwi­ckeln? Ja, wenn sie flexibel genug ist und neue Geschäfts­felder fest in den Blick nimmt.

Die Wärme­wende, lange Stiefkind der Bundes­re­gierung, rückt mehr und mehr in den Fokus. Geset­zes­än­de­rungen wie Ener­gie­ein­spar­ver­ordnung (EnEV) und Altkes­sel­la­beling bezeugen das. Diese zielen sowohl auf private als auch gewerb­liche Erzeuger und Nutzer von Wärme­en­ergie. Das letztes Jahr deutlich aufge­stockte Markt­an­reiz­pro­gramm (MAP), welches diesen Prozess flankiert, verzeichnet deutlich wachsende Abruf­zahlen für Heizungserneuerungen.

Für die Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­nehmen (EVU) ergeben sich daraus Chancen, die sich grob mit dem Begriff Contracting beschreiben lassen, aber nicht nur damit. Voraus­setzung wäre, dass die EVU flexibel und kreativ genug sind, diese Chancen zu ergreifen. Doch sind sie das?

EVU: Noch keine Atmosphäre des Aufbruchs

Eine Studie des BET Büro für Ener­gie­wirt­schaft und tech­nische Planung kommt im März diesen Jahres zu einem eher ernüch­ternden Fazit. Es herrsche bei den EVU keine Atmo­sphäre des Aufbruchs, es gebe kein syste­ma­ti­sches Inno­va­ti­ons­ma­nagement. Und – das Schlimmste: Die Mitar­beiter sähen sich nicht als Teil einer gemein­samen Mission. Das wiederum führe dazu, dass ein Denken in Risiken stärker ausge­prägt sei als das für Chancen. Mehr als 50 Prozent Mitar­beiter in den befragten Unter­nehmen bestä­tigten das. …

Chancen zuhauf

Dabei bietet der Wärme­markt Chancen zuhauf. Zwar haben sehr viele EVU Erfah­rungen mit Contracting, doch dies meist nur für Groß­kunden. Der Umbruch wird jedoch vor allem im Privat­kun­den­markt statt­finden. 70 Prozent der gut 20 Millionen Wärme­er­zeuger hier­zu­lande sind veraltet. Deren Austausch, nun beschleunigt durch EnEV und Altkes­sela­beling, wird auf jeden Fall ein riesiges Geschäft für Hand­werker und Heizungs­her­steller. Doch die müssen nicht die einzigen bleiben. …


Geschrieben für Energie&Management. Beitrag erschien in der Ausgabe 9/​2016. Der voll­ständige Beitrag ist nur in der Print­ausgabe zu lesen. Zum kosten­freien Probeabo, dem Arti­kelkauf oder den verschie­denen Abonnement-​Paketen geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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