Eine Möglichkeit für PV-Fassaden sind auch Balkone, wie hier bei der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Zirndorf mit einer Leistung von 12 kWp. Foto: ertex Solar

Mit Fassaden Strom produzieren

von | 16. Mai 2017

Eine Wand­fassade kann mehr als nur vor dem Wetter schützen. Sie kann Elemente für Photo­voltaik aufnehmen oder für Solar­thermie. Die damit produ­zierte Energie kann gleich im Gebäude verbraucht werden. 

Das kann dauerhaft Neben­kosten für die Mieter senken. Doch wie wirt­schaftlich sind diese Elemente? Erste Beispiele in der Wohnungs­wirt­schaft können darauf eine Antwort geben.

In der Wohnungs­wirt­schaft immer populärer werden Aufstän­de­rungen von Photovoltaik-​Anlagen (PV) auf Dächern. Die Tech­no­logie ist erprobt, Erträge lassen sich gut im Voraus berechnen. Direkt in die Fassade inte­grierte Photovoltaik-​Module hingegen sind noch kaum bekannt und wurden bisher meist bei Gewer­be­ge­bäuden oder denen der öffent­lichen Verwaltung verbaut. Doch diese lassen sich auch an Wohn­ge­bäuden einsetzen.

Zunächst jedoch zum grund­sätz­lichen Unter­schied zu klas­si­schen PV-​Anlagen. Photovoltaik-​Fassaden kosten bis zu 500 Euro je Quadrat­meter. Abhängig ist das von der verwen­deten Modul­technik. Das ist deutlich mehr als bei normalen, aufge­stän­derten PV-​Modulen, die bei etwa 150 Euro liegen. Und es ist deutlich teurer als eine Fassade mit Wärme­dämm­ve­bund­system. Die würde bis zu 90 Euro je Quadrat­meter kosten.

Jedoch müssen diese Kosten von einer PV-​Fassade, also für die sonst zum Einsatz kommenden Fassa­den­ele­mente inklusive der Dämmung, abgezogen werden, die bei einigen Anbietern schon mit inte­griert ist. Und: Noch lohnt es sich, den über­schüssig produ­zierten Strom ins Netz einzu­speisen – eine Einnah­me­quelle, die bei einer normalen Fassade nicht entstünde. In Zukunft ist zudem, wie bei der bishe­rigen PV-​Technik auch, mit einer Preis­min­derung zu rechnen. Dies ist teils schon jetzt zu beobachten. …


Gekürzt. Geschrieben für Die Wohnungs­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 05/​2017. Zum Abon­nement der Zeit­schrift Die Wohnungs­wirt­schaft geht es hier.

Ein Beitrag, wie die Zukunft der Wärme­netze aus­se­hen könnte, haben meine Energieblogger-​Kollegen von Ecoquent Positions hier ver­fasst.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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