1. Quartal: Erneuerbare mit deutlichem Plus

Grünes Feld mit Windturbinen und Solaranlagen unter bewölktem und blauem Himmel
Legten im 1. Quartal am stärksten zu: PV und Windkraft. Foto: Marcel Clemens – 107479847 / Shutterstock.com

Der Energieverbrauch in Deutschland lag in den ers­ten drei Monaten des lau­fen­den Jahres leicht unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes und erreichte eine Höhe von 3.673 Petajoule (PJ) bezie­hungs­weise 125,4 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE).

Energiebilanz 1. Q 2017
Quelle: AGEB

Das berichte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB). Im Vergleich zu den ers­ten drei Monaten des Vorjahres war dies ein Rückgang um 1,4 %. Während der kalte Januar sowie das anhal­tende Wirtschaftswachstum für einen Verbrauchszuwachs sorg­ten, wirk­ten sich der gegen­über 2016 feh­lende Schalttag sowie der warme Monat März ver­brauchs­dämp­fend aus.

Hier die Daten im Einzelnen:

  • Den größ­ten Zuwachs ver­zeich­ne­ten die Erneuerbaren Energien, und zwar um gut 5 % und damit in ähn­li­cher Größenordnung wie im Vorjahr. Mit 26 % war der Zuwachs bei der Solarenergie am stärks­ten. Bei der Windkraft gab es ein Plus von 8 % und bei der Biomasse von 3 %. Die Wasserkraft ver­zeich­nete dage­gen ein Minus von 20 %. Bei den sons­ti­gen Energieträgern – über­wie­gend nicht­bio­ge­ner Abfall – kam es zu einem Plus von 6 %.
  • Der Verbrauch von Mineralöl ver­rin­gerte sich ins­ge­samt um knapp 2 %. Verantwortlich für diese Entwicklung waren Absatzrückgange beim leich­ten Heizöl und beim Rohbenzin. Beim Kraftstoffverbrauch kam es dage­gen zu Zuwächsen.
  • Erdgas wurde um 1 % mehr als im Vorjahreszeitraum gebraucht. Bei rech­ne­ri­scher Bereinigung der Witterungseinflüsse, des Schalttages sowie wei­te­rer ver­brauchs­dämp­fen­der Faktoren wäre der Erdgasverbrauch in den ers­ten drei Monaten des lau­fen­den Jahres sogar um mehr als 6 % gestie­gen.
  • Der Verbrauch an Steinkohle stieg im ers­ten Quartal 2017 um 2,6 % an. Hauptursache die­ser Zunahme war die Steigerung des Kohleneinsatzes in den Kraftwerken zum Ausgleich fluk­tu­ie­ren­der Stromerzeugung bei Wind und Sonne sowie Rückgängen bei der Kernenergie. Auch der Einsatz von Koks und Kohle in der Stahlindustrie ver­buchte kon­junk­tur­be­dingt einen Zuwachs.
  • Der Verbrauch von Braunkohle lag in den ers­ten drei Monaten eben­falls im Plus und erhöhte sich leicht um 0,4 %. Eine bes­sere Kraftwerksverfügbarkeit sorgte für eine gering­fü­gig höhere Stromerzeugung aus Braunkohle.
  • Bei der Kernenergie kam es wegen ver­än­der­ter Revisionsplanungen zu einem Minus von mehr als 33 %.
EnWiPo-Lesetipp:  Green Controlling - eine neue Dimension der Unternehmenssteuerung

Energieblogger-Kollege Kilian Rüfer geht hier auf sei­nem Blog der Frage nach, bis wann wir 100 % Erneuerbare Energien errei­chen wol­len.