Legten im 1. Quartal am stärksten zu: PV und Windkraft. Foto: Marcel Clemens – 107479847 / Shutterstock.com

1. Quartal: Erneu­erbare mit deut­lichem Plus

von | 24. Mai 2017

Der Ener­gie­ver­brauch in Deutschland lag in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres leicht unter dem Wert des Vorjah­res­zeit­raumes und erreichte eine Höhe von 3.673 Petajoule (PJ) bezie­hungs­weise 125,4 Millionen Tonnen Stein­koh­len­ein­heiten (Mio. t SKE).

Energiebilanz 1. Q 2017

Quelle: AGEB

Das berichte die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lanzen (AGEB). Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres war dies ein Rückgang um 1,4 %. Während der kalte Januar sowie das anhal­tende Wirt­schafts­wachstum für einen Verbrauchs­zu­wachs sorgten, wirkten sich der gegenüber 2016 fehlende Schalttag sowie der warme Monat März verbrauchs­dämpfend aus.

Hier die Daten im Einzelnen:

  • Den größten Zuwachs verzeich­neten die Erneu­er­baren Energien, und zwar um gut 5 % und damit in ähnlicher Größen­ordnung wie im Vorjahr. Mit 26 % war der Zuwachs bei der Solar­energie am stärksten. Bei der Windkraft gab es ein Plus von 8 % und bei der Biomasse von 3 %. Die Wasser­kraft verzeichnete dagegen ein Minus von 20 %. Bei den sonstigen Ener­gie­trägern – über­wiegend nicht­bio­gener Abfall – kam es zu einem Plus von 6 %.
  • Der Verbrauch von Mineralöl verrin­gerte sich insgesamt um knapp 2 %. Verant­wortlich für diese Entwicklung waren Absatz­rück­gange beim leichten Heizöl und beim Rohbenzin. Beim Kraft­stoff­ver­brauch kam es dagegen zu Zuwächsen.
  • Erdgas wurde um 1 % mehr als im Vorjah­res­zeitraum gebraucht. Bei rech­ne­ri­scher Berei­nigung der Witte­rungs­ein­flüsse, des Schalt­tages sowie weiterer verbrauchs­dämp­fender Faktoren wäre der Erdgas­ver­brauch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sogar um mehr als 6 % gestiegen.
  • Der Verbrauch an Stein­kohle stieg im ersten Quartal 2017 um 2,6 % an. Haupt­ur­sache dieser Zunahme war die Stei­gerung des Kohlen­ein­satzes in den Kraft­werken zum Ausgleich fluk­tu­ie­render Strom­erzeugung bei Wind und Sonne sowie Rück­gängen bei der Kern­energie. Auch der Einsatz von Koks und Kohle in der Stahl­in­dustrie verbuchte konjunk­tur­be­dingt einen Zuwachs.
  • Der Verbrauch von Braun­kohle lag in den ersten drei Monaten ebenfalls im Plus und erhöhte sich leicht um 0,4 %. Eine bessere Kraft­werks­ver­füg­barkeit sorgte für eine gering­fügig höhere Strom­erzeugung aus Braunkohle.
  • Bei der Kern­energie kam es wegen verän­derter Revi­si­ons­pla­nungen zu einem Minus von mehr als 33 %.

Energieblogger-​Kollege Kilian Rüfer geht hier auf sei­nem Blog der Frage nach, bis wann wir 100 % Erneu­erbare Energien errei­chen wollen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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