Hilft auch bei Streitigkeiten mit dem Energieversorger: Die Bundesnetzagentur. Foto: BNetzA

An wen bei Strei­tig­keiten mit Ener­gie­an­bieter wenden?

von | 6. September 2017

Gerade im Strom­markt hat sich die Zahl der Angebote in den letzten Jahren verviel­facht. Neben dem Strom­preis sind für Kunden auch andere Bestandteile wichtig, doch die Angebote sind für den Verbraucher unüber­sichtlich. Portale wie www​.strom​kam​pagne​.com schaffen da zwar Abhilfe, doch leider kann es beim Anbie­ter­wechsel zu Problemen mit dem alten oder neuen Anbieter kommen. Der Verbraucher hat im Wesent­lichen drei Möglich­keiten, Hilfe bei Problemen mit Anbietern zu finden:

Die Verbrau­cher­zen­tralen

Die Verbrau­cher­zen­tralen der Länder sind für nahezu alle Ausein­an­der­set­zungen zwischen Verbrau­chern und Anbietern eine Anlauf­stelle. Neben der allge­meinen Rechts­be­ratung für Vertrags­fragen bieten die Verbrau­cher­zen­tralen auch eine spezielle Beratung für Verbrau­cher­fragen zum Ener­gie­markt (bspw. zum Anbie­ter­wechsel oder zum Vertrag). Darüber hinaus unter­halten die Verbrau­cher­zen­tralen auch das Online-​Energieberatungsportal. Die Rechts­be­ratung – persönlich, schriftlich oder tele­fo­nisch – wird gegen einen geringen, aufwands­be­zo­genen Unkos­ten­beitrag geleistet.

Die Schlich­tungs­stelle Energie

Seit 2011 gibt es einen spezia­li­sierten Ansprech­partner für Ausein­an­der­set­zungen zwischen Verbrau­chern und Ener­gie­an­bietern: die Schlich­tungs­stelle Energie. Verbraucher können sich an die Schlich­tungs­stelle wenden, wenn sie zuvor eine schrift­liche Beschwerde bei ihrem Anbieter einge­reicht haben. Es muss ein schrift­licher Antrag – per Post oder über das Inter­net­portal – gestellt werden, zusammen mit allen rele­vanten Unter­lagen (in Kopie) zur Beschwerde. Die Möglichkeit ist für den Verbraucher kostenlos. Die Schlich­tungs­stelle trifft ihre Entscheidung meist innerhalb von drei Monaten. Der Schlich­tungs­spruch ist nicht rechtlich bindend, aber bei der über­wie­genden Mehrzahl der Fälle konnte eine einver­nehm­liche Einigung erreicht werden.

Die Bundes­netz­agentur

Die Bundes­netz­agentur unterhält den Verbrau­cher­service Energie als Bera­tungs­stelle für Verbraucher. Detail­be­ratung findet insbe­sondere zu Fragen der Grund­ver­sorgung und des Anbie­ter­wechsels statt. Vertrags- und Rech­nungs­fragen werden hier nicht behandelt. Die tele­fo­nische Beratung ist dabei kostenlos.


Über neue Geschäfts­mo­delle für Ener­gie­ver­sorger schreibt Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf seinem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

2 Kommentare

  1. Jens

    Sehr guter Beitrag der dem ein oder anderen sehr helfen kann!!! Lese hier immer wieder gerne Artikel!

    Grüße Jens

    • Frank Urbansky

      Danke für das Lob, freut uns.

EnWiPo
EnWiPo
Klima­schutz­con­tracting – das nächste große Ding?

Klima­schutz­con­tracting – das nächste große Ding?

Mit dem Klimaschutz-Contracting sollen Energiedienstleistungen auf ein neues Level gebracht werden. Damit beschäftigt sich ein Arbeitskreis im Contracting-Verband vedec. Contracting boomt. Der Fachverband konstatierte für 2020 ein Wachstum von 4,5 % im Umsatz und 6,55...

Was das Jahr 2022 ener­gie­po­li­tisch bringt

Was das Jahr 2022 ener­gie­po­li­tisch bringt

2022 wird energiepolitisch durch die Ampelkoalition geprägt werden. Aber auch die EU plant auf dem Energie- und insbesondere dem Gasmarkt große Umstrukturierungen, die alle Verbraucher betreffen. Die Energiepolitik der EU wirkt sich immer stärker auf die deutsche...

Digitaler Gebäude-​Zwilling schafft Transparenz

Digitaler Gebäude-​Zwilling schafft Transparenz

Im Wohnungsbau ist die digitale Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) noch nicht weit verbreitet. Dabei bietet sie gerade für die Planung und den späteren Betrieb von Wohnimmobilien große Vorteile. Die höheren Investitionen in der Planungsphase rentieren...