Unsicherheiten bezogen auf die Aufstellung von Heizöltanks dürften durch die neue AwSV ausgeräumt sein. Foto: Dehoust

Brenn­stoff­la­gerung: Nicht nur auf die Füllmenge kommt es an

von | 3. Mai 2018

Die Lagerung für alle Brenn­stoffe ist in Deutschland penibel geregelt. Ein beson­deres Augenmerk gilt dabei dem Wasserschutz. 

Für wasser­ge­fähr­dende Stoffe gibt es seit dem 1. August 2017 mit der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wasser­ge­fähr­denden Stoffen (AwSV) nun erstmals eine bundesweit einheit­liche Verordnung, die für Heizöl ange­wendet werden muss. Auch wenn es keine drama­ti­schen Verän­de­rungen zu den bishe­rigen Verord­nungen der Bundes­länder gab – eine Erleich­terung für Instal­la­teure stellt die neue Einheit­lichkeit auf jeden Fall dar. Aller­dings ist Brenn­stoff­lager nicht gleich Brennstofflager.

Für ober­ir­dische und unter­ir­dische Heiz­öl­tanks größer als 1000 l gilt die AwSV seit August einheitlich für alle Bundes­länder. „Jetzt gilt eine Fach­be­triebs­pflicht für alle Neuan­lagen. Unter Fach­be­trieb wird hier generell der Fach­be­trieb nach Wasser­haus­halts­gesetz oder § 62 AwSV verstanden“, erklärt Wolfgang Dehoust vom gleich­na­migen Tankbauer die wesent­liche Neuerung. SHK-​Unternehmen, die Fach­be­trieb sind, müssen alle zwei Jahre den verant­wort­lichen Betriebs­leiter zu einer entspre­chenden und aner­kannten Schulung schicken. Auch die Mitar­beiter, die mit Wartung oder Einbau der Heiz­öl­tanks befasst sind, müssen regel­mäßig geschult werden. Dies kann auch ein Hersteller machen.

Die Fach­be­triebe selbst werden ebenfalls alle zwei Jahre entweder durch die Über­wa­chungs­ge­mein­schaft Tech­nische Anlagen der SHK-​Handwerke (ÜWG) oder Fach­prüfer gecheckt. „Im Gesamt­be­reich des Wasser­rechtes und der Vorschriften zur Heizöl­la­gerung kann man zudem von einem gewissen Bestands­schutz sprechen“, erläutert ­Dehoust. „Die Anlagen sind meist nicht zu bean­standen, wenn sie den damaligen Vorschriften entsprochen haben.“ Das gelte aber nicht für alte Grenz­wert­geber. Die müssten umge­rüstet oder geprüft werden. Alle Tanks müssten zukünftig mit einem einheit­lichen Inhalts­an­zeiger ausge­stattet sein, und die zulässige Befüll­ge­schwin­digkeit oder das Füll­vo­lumen soll an der Tank­anlage ange­bracht sein.

Die Pflichten für Anla­gen­be­treiber sind ebenfalls bundesweit einheitlich geregelt. Sie sind nun für den ordnungs­ge­mäßen Betrieb zuständig. Ähnliche Regeln fanden sich zuvor in den Verord­nungen der Bundes­länder. Was aber generell verein­heit­licht ist: Die Erst­prüfung der Anlagen muss nun definitiv durch einen Sach­ver­stän­digen nach AwSV erfolgen. Das war bisher nicht in allen Bundes­ländern so und gilt jetzt auch nach wesent­lichen Ände­rungen an der Anlage.

Kein gene­relles Verbot von Ölhei­zungen in Hochwasserschutzgebieten

Die nächste Rechtsnorm, von der der Heiz­öltank unmit­telbar betroffen ist, ist das Hoch­was­ser­schutz­gesetz II. Es wird Anfang 2018 in Kraft treten. Im Gegensatz zu dem in einigen Medien gemel­deten Verbot von neuen Ölhei­zungen in Hoch­was­ser­schutz­ge­bieten verbietet es jedoch nur in der gewerb­lichen Wirt­schaft und in öffent­lichen Einrich­tungen den Einbau einer neuen Ölheizung in Gebieten, die bei Hoch­wasser über­schwemmt werden können. Wohn­ge­bäude sind vom Kessel­tausch nicht betroffen. …


Gekürzt. Geschrie­ben für IKZ. Zum Abo geht es hier. Erschie­nen in 04/​2018. Der kom­plette Beitrag ist auch hier online zu lesen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Holz­ver­gaser: Comeback einer totge­glaubten Technologie

Holz­ver­gaser: Comeback einer totge­glaubten Technologie

Holzvergaser gibt es schon seit gut 130 Jahren, als sie die industrielle Revolution in England befeuerten. In der Nachkriegszeit eine probate Lösung, um dem Treibstoffmangel im Verkehrssektor zu begegnen. Heutzutage dienen sie als Heizlösung insbesondere dort, wo viel...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...