E-Auto leasen oder kaufen?

E-Auto: Leasen oder kaufen - was ist besser? Foto: Urbansky
E-Auto: Leasen oder kaufen - was ist besser? Foto: Urbansky

Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA-Verantwortlichen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll. Im April nun zeigen die Wis­sen­schaft­ler, ob man ein E-Auto lieber leasen oder kaufen sollte.

Ins­be­son­dere für Firmen können die Lea­sing­ra­ten eines E-Fahrzeugs güns­ti­ger sein als die Lea­sing­ra­ten für „kon­ven­tio­nelle“ Fahr­zeuge (Benzi-ner/Diesel).

Die Firma Richter R&W Steue­rungs­tech­nik GmbH, Kir­ch­ahorn hat in Zu-sammenarbeit mit der Uni­ver­si­tät Bay­reuth unter­schied­li­che Sze­na­rien unter­sucht, die zu inter­es­san­ten Ergeb­nis­sen geführt haben.

Der Vorteil des Lea­sings liegt darin, dass Eigen­ka­pi­tal und Liqui­di­tät geschont werden. Lea­sing­ra­ten können direkt als Betriebs­aus­ga­ben abge­setzt werden und Fahr­zeuge werden am Ende der Lea­sing­zeit zurück­ge­ge­ben. Damit bleibt der Fuhr­park aktuell und es besteht kein Rest­wert­ri­siko. Ins­be­son­dere letz­te­res ist ein großer Vorteil bei E-Fahrzeugen, bei denen heute eine hohe Unsi­cher­heit über den zukünf­ti­gen Wert besteht (auf­grund von Tech­no­lo­gie­ent­wick­lun­gen und des zukünf­ti­gen Werts/Zustands der Bat­te­rie).

Dabei sollte zu E-Fahrzeugen beach­tet werden, dass die Instand­hal­tungs­kos­ten gerin­ger als bei Fahr­zeu­gen mit Ver­bren­nungs­mo­to­ren sind; auch pro­fi­tiert man bei E-Fahrzeugen von einer gerin-geren steu­er­li­chen Belas­tung. In Summe sind die Betriebs-/Folgekosten bei E-Fahrzeugen nied­ri­ger als bei Fahr­zeu­gen mit Ver­bren­nungs­mo­to­ren.

Kon­krete Fahr­zeuge im Ver­gleich

Ver­gli­chen wurden u.a. die fol­gen­den Fahr­zeuge: Renault Zoe (Elektro-Fahrzeug) vs. Opel Astra Ecotec DI Turbo ecoflex (Ben­zi­ner).

Kauf versus Leasing (25.000 km/Jahr), Quelle: 1Projektseminar E-Mobilität, Universität Bayreuth / Richter R&W Steuerungstechnik GmbH, 2017
Kauf versus Leasing (25.000 km/Jahr), Quelle: 1Projektseminar E-Mobilität, Uni­ver­si­tät Bay­reuth / Richter R&W Steue­rungs­tech­nik GmbH, 2017

Die Grafik zeigt einen Kos­ten­ver­gleich über mehrere Jahre bei einer Fahr­leis­tung von 25.000 km/Jahr. Inter­es­san­ter­weise lohnt sich ein Kauf beim Ben­zi­ner erst nach ca. 7,5 Jahren, beim E-Fahrzeug erst nach ca. 14 Jahren.

Wenn man sich in Kon­se­quenz für einen Leasing-Vertrag ent-scheidet, ist das E-Fahrzeug durch­ge­hend die güns­ti­gere Vari­ante.
In wei­te­ren Sze­na­rien wurden auch der Opel Ampera (E-Fahrzeug) und eine Diesel-Variante vom Opel Astra ein­be­zo­gen – die grund­sätz­li­chen Erkennt­nisse blieben die Glei­chen.

Beson­ders inter­es­sant sind E-Fahrzeuge dort, wo pro Tag keine großen Stre­cken bewäl­tigt werden müssen. Ins­be­son­dere weil z.B. im Winter äußere Ein­flüs­sen die Reich­weite mög­li­cher­weise weiter redu­zie­ren. Deshalb wurden in der Studie auch Sze­na­rien mit Montagefahrzeugen/-wagen auf­ge­nom­men. Auch hier wieder E-Fahrzeuge (Citroen Ber­lingo Elec­tric ‚Renault Kangoo Z.E., Nissan e-NV200 EVALIA) versus ein Diesel-Fahrzeug (Fiat Doblo).

Bei der Kauf-Variante schnei­det der Diesel in den Kosten der ersten Jahre noch gut ab – erst bei einer Gesamt­kos­ten­be­trach­tung sind die Kosten des Diesels höher als die der E-Fahrzeuge. Bei der Leasing-Variante ist der Diesel interes-santerweise durch­ge­hend die teu­erste Vari­ante. Zusätz­lich hat diese Vari­ante wie zuvor erwähnt den Vorteil, das Fahr­zeug ohne Restwert-Risiko zurück­ge­ben zu können. Auf­grund der wei­te­ren Ent­wick­lung im Bereich der E-Fahrzeuge ist davon aus­zu­ge­hen, dass der zukünf­tige Markt­wert von heu­ti­gen E-Fahrzeugen stärker sinkt, als das bei kon­ven­tio­nel­len Fahr­zeu­gen zu erwar­ten ist.

In Bezug auf eine kon­krete Ent­schei­dung „E-Fahrzeug“ versus „Ver­bren­nungs­mo­tor“ sollte immer ein Ver­gleich über eine längere Nut­zungs­zeit – und nicht nur der Ver­gleich der Anschaf­fungs­preise – durch­ge­führt werden. E-Fahrzeuge pro­fi­tie­ren wie erwähnt von Steu­er­vor­tei­len und güns­ti­ge­ren War­tungs­kos­ten.

Ins­be­son­dere bei E-Fahrzeugen ist die Leasing-Variante sehr inter­es­sant, da kein Restwert-Risiko besteht. Wichtig ist natür­lich auch die für den eigenen Betrieb wich­tige Analyse der täg­li­chen km-Leistung. Dort, wo täglich „nur“ 100 oder 150 km anste­hen, kann das schon jetzt von Elek­tro­fahr­zeu­gen erbracht werden – somit erscheint zumin­dest die Ergän­zung des Fuhr­parks um das eine oder andere E-Fahrzeug sinn­voll.

Der Tipp des Monats des IGT kann hier abon­niert wer­den.


Mit dem Smart Home, ohne dass sich eine moderne TGA-Anlage kaum sinn­voll steu­ern lässt, befasst sich auch Energieblogger-Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

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