Von der Stromschleuder zur US-Ökostrom-Hauptstadt: Las Vegas. Foto: sgruendling / pixelio.de

Las Vegas Casinos produ­zieren Strom mit der Sonne

von | 14. Dezember 2018

Über dem glühenden Eiffelturm verborgen, Neon-​Resort-​Markisen und einer schwarze Pyramide, die einen Licht­strahl in den Weltraum strahlt, ist eines der größten Solar­an­lagen auf dem Dach des Landes. Auf dem Mandalay Bay Convention Center befinden sich 20 Hektar Sonnenglas und wenn die neuen Instal­la­tionen abge­schlossen sind, werden sie zu den größten Solar­an­lagen auf dem Dach in den USA

In den letzten Monaten haben drei der größten Casino-​Unternehmen in Nevada – MGM Resorts, Wynn und Las Vegas Sands – Pläne ange­kündigt, mehr erneu­erbare Energie für ihre Hotels zu kaufen und zu produ­zieren. Dies ist sowohl auf die steigende Nachfrage nach verant­wor­tungs­be­wusster Ener­gie­nutzung der Unter­nehmen zurück­zu­führen. Aber über dem Las Vegas Strip lauert ein großer Schatten. Die Aufsichts­be­hörden lassen die Casinos nicht einfach vom staat­lichen Ener­gie­ver­sorger NV Energy weg. 

Für viele Leute ist Las Vegas die einzige Stadt der Unter­haltung. Die schil­lernde Stadt in der Wüste des US-​Bundesstaates Nevada lässt keine Wünsche offen: Riesige Themen­parks, schicke Luxus­hotels, unzählige Casinos, beein­dru­ckende Zauber­shows und Konzerte von Weltstars ziehen mehr als 30 Millionen Besucher aus der ganzen Welt an Jahr. Wunderino ist zwar kein Vegas, aber dank dieses Online-​Casinos können Sie einen Trip nach Vegas gewinnen und sich selbst von den Solar­an­lagen über­zeugen und vom Macht­drama und dem Dilemma.

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Das Macht­drama und das Dilemma

Zusammen machen die 15 Liegen­schaften der Casinos 7% des Strom­ab­satzes von NV Energy aus, und wenn diese Einnahmen verloren würden, müssten die verblei­benden Kunden erheb­liche Zins­stei­ge­rungen hinnehmen. Aus diesem Grund fordert die PUC (Public Utility Commission) von Nevada, dass die Resorts für das Verlassen der Dienst­leis­tungen von NV Energy Dutzende Millionen Dollar zahlen müssen. Diese Entscheidung wurde im Dezember 2015 von einem Casino angefochten.

Das Macht­drama von Las Vegas ist ein anhal­tendes Dilemma in der neuen Ener­gie­wirt­schaft. Die Unter­nehmen wurden zwar ermutigt, umwelt­freundlich zu sein, aber ihre Bemü­hungen tragen die Last der Subven­tio­nierung der alten Versor­gungs­systeme auf die Endver­braucher, die von den Aufsichts­be­hörden nicht zuge­lassen werden können. Im Dezember zerstörte der drei­köpfige PUC von Nevada eine aufstre­bende Solar­in­dustrie auf dem Dach, indem er der Auffor­derung von NV Energy zustimmte, die Rate, mit der die Solar­be­nutzer für über­schüssige Energie, die sie ins Netz bringen, entschädigt werden, drastisch zu senken. 

MGM Resorts hat die Gewinne der Ener­gie­ver­sorger bereits durch ehrgeizige Ener­gie­ein­spa­rungen beein­trächtigt. Neben dem Bau einer Solar­anlage, die stark genug ist, um 1.000 Haushalte für ein Jahr zu betreiben, ersetzt das Unter­nehmen 1,3m Glüh­lampen in seinen Immo­bilien durch LEDs.

Um jedoch mehrere Tausend-​Zimmer-​Resorts zu betreiben, in denen Nacht­clubs, Pools, Theater und mit Spiel­au­to­maten gefüllte Casinos unter­ge­bracht sind, wären mehr Sonnen­kol­lek­toren erfor­derlich, als die Unter­nehmen auf dem Dach Platz haben. Sie schließen sich daher einem Trend an, bei großen Ener­gie­ver­brau­chern, Strom außerhalb des Versor­gungs­systems zu kaufen.

Wenn sich die Ressorts entscheiden, sich von NV Energy zu trennen, kostet es sie immer noch zusammen 126,5 Millionen US-​Dollar. Dies ist ein vom PUC fest­ge­legter Preis, den sie für notwendig hält, um einen Anstieg der Verbrau­cher­preise zu verhindern und den Versorger für Verluste bei Kraft­werken zu entschä­digen und andere Vermö­gens­werte, die im Hinblick auf die Casino-​Nachfrage gekauft wurden. Die Resorts haben sich darüber beschwert, dass diese „Austritts­gebühr” zu hoch ist – und viel­leicht sogar illegal. 

Summary: MGM Resorts Inter­na­tional plant, seinen beträcht­lichen Anteil am Strip mit einem spezi­ellen Solar-​Array zu versorgen, das in den 13 Las Vegas-​Casinos des Unter­nehmens bis zu 90 Prozent des Tages­be­darfs decken kann. MGM Resorts arbeitet mit dem in Chicago ansäs­sigen erneu­er­baren Entwickler Invenergy zusammen, um eine neue 100-​Megawatt-​Photovoltaikanlage zu schaffen, die im Jahr 2020, etwa 25 Meilen nord­östlich von Las Vegas, online gehen soll. Laut einer gemein­samen Erklärung von MGM Resorts und Invenergy wird erwartet, dass das Projekt während der Bauphase rund 350 t.Personal beschäf­tigen und Umsatz- und Grund­steu­er­ein­nahmen in Höhe von rund 20 Millionen US-​Dollar erzielen wird. Auch die Stadt Las Vegas plant, die städ­ti­schen Gebäude, Feuer­wachen, Stadt­parks und Stra­ßen­la­ternen bis zu 100% mit erneu­er­barer Energie zu versorgen. Damit wäre Las Vegas die größte US-​Stadt, die ein solches Ziel erreicht. Um die PUC-​Zulassung zu erhalten, musste sie jedoch versprechen, den größten Teil des Stroms von einer NV Energy-​Solaranlage in der Nähe von Boulder City zu beziehen. Aber dort wo es Pläne gibt, gibt es wie immer jemanden, der im Weg steht. Wir werden weiter berichten.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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