Dialog in Stufen

Können beim Bürger für Unmut sorgen: Dezentrale Energieversorgungsanlagen direkt in Wohngebieten. Foto: Frank Urbansky
Können beim Bürger für Unmut sorgen: Dezentrale Energieversorgungsanlagen direkt in Wohngebieten. Foto: Frank Urbansky

Die dezen­trale Erzeu­gung von Strom und Wärme – nahe am Ver­brau­cher – ist eine zen­trale Idee der Ener­gie­wende. Des­we­gen kommen Block­heiz­kraft­werke (BHKW) in inner­städ­ti­schen Wohn­ge­bie­ten, etwa bei Quar­tiers­lö­sun­gen, zum Einsatz. Das ist effi­zi­ent, weil ver­lust­arm. Doch pro­blem­los ist dies selten.

Diese Stra­te­gie stellt die Betrei­ber, meist Stadt­werke wie aktuell in München, Cottbus oder Frank­furt (Oder), vor gänz­lich neue Her­aus­for­de­run­gen. Wurde bis dahin der Strom – und damit auch Teile der Wärme – draußen auf der grünen Wiese erzeugt, so rückt dies nun direkt in bewohn­tes Gebiet. Quellen für Lärm und Emis­sio­nen finden sich damit direkt beim Bürger. Und der ist häufig Kunde der BHKW betrei­ben­den Stadt­werke. Die umwelt­freund­li­chere Ver­bren­nung von Erdgas anstelle von Braun­kohle kann das nicht gänz­lich ver­hin­dern, sondern nur um ein Drittel mindern.

Auch die Ver­feue­rung von Bio­masse ist kein wirk­li­cher Ausweg. Die Emis­sio­nen inklu­sive höherer Anteile an Fein­staub bleiben trotz­dem vor Ort, wenn auch CO2‐neutral erzeugt. Hinzu kommen die Brenn­stoff­trans­porte, die wohl oder übel über die Straße abge­wi­ckelt werden müssen.

Wider­stand in München

Schon regt sich erster Wider­stand. In München etwa sind elf neue BHKW in Quar­tie­ren geplant. Sie sollen den Aus­stieg aus der Kohle beschleu­ni­gen, der in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt mit einem Bür­ger­ent­scheid ein­ge­läu­tet wurde. „Raus aus der Stein­kohle“ hieß die im Novem­ber letzten Jahres 2017 oder 2018 ? erfolg­rei­che Initia­tive, in deren Folge nun ein Koh­le­block im Heiz­werk Nord still­ge­legt wird. Dafür muss Ersatz her – eben in Form dezen­tra­ler, mit Erdgas betrie­be­ner Block­heiz­kraft­werke.
Eines davon soll nahe dem Michae­lis­bad ent­ste­hen – auf einem Park­platz. Und dagegen sträu­ben sich viele Bürger. Denn das Bauwerk ist so klein nicht: 32 Meter lang, zehn Meter hoch und mit 40 Meter langen Schorn­stei­nen ver­se­hen wird es in dem gut­bür­ger­li­chen Viertel wahr­lich nicht zu über­se­hen sein.


Gekürzt. Geschrie­ben für Energie&Manage­ment. Erschie­nen in der Ausgabe 3/2019. Der vollstän­dige Beitrag ist nur dort zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo, dem Arti­kel­kauf oder den verschie­de­nen Abonnement‐Paketen geht es hier.

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