Foto: Schneider Electric

Ener­gie­ver­sorger: Bereit für eine neue elek­trische Welt?

von | 1. Oktober 2019

Die letzten Jahre waren für die globale Ener­gie­wende von entschei­dender Bedeutung, es zeichnete sich ein globaler Konsens für eine neue elek­trische Welt ab: Die Euro­päische Kommission aktua­li­sierte ihre klima­po­li­tische Agenda mit wichtigen Vorschlägen für einen viel größeren Mix an elek­tri­scher Energie und erneu­er­baren Energien. Das EPRI (Electric Power Research Institute) in den USA zeigte den entschei­denden Vorteil einer auf Elek­tri­zität basie­renden Welt auf. Schließlich wurde das Thema auch auf dem Welt­wirt­schafts­forum erörtert.

Das Grund­prinzip für eine rein elek­trische Welt ist klar: Saubere Elek­tri­fi­zierung und Ener­gie­ef­fi­zienz in Kombi­nation ermög­lichen eine schnellere Dekar­bo­ni­sierung. Es verbessert auch die Gesamt­ef­fi­zienz des Systems. Diese Welt ist auch anders: Sie ist elek­tri­scher, aber auch dezen­traler, da sie von dezen­tralen erneu­er­baren Ener­gie­quellen und Spei­cher­sys­temen ange­trieben wird. Während sich ein globaler Konsens über die Ener­gie­wende abzeichnet, ist es für die Ener­gie­ver­sorger von entschei­dender Bedeutung, sich auf die Verän­de­rungen, die der neue Trend mit sich bringt, einzustellen.

Drei Schlüs­sel­fak­toren in der neuen Welt der Energienetze

Zahl­reiche Heraus­for­de­rungen verändern die Land­schaft der Ener­gie­ver­sorger drama­tisch. Sie schaffen jedoch ein Reich an neuen Möglich­keiten für dieje­nigen, die sich den Verän­de­rungen stellen.

Von den elek­tri­schen Kapa­zi­täten bis zur Versorgungsicherheit

Da das gesamte Ener­gie­system zunehmend dezen­traler wird und keine zusätz­lichen Kosten für die Herstellung erneu­erbare Energien anfallen, muss sich die Wert­schöp­fungs­kette der Elek­tri­zi­täts­ver­sorger von der reinen Ener­gie­ver­sorgung weiter hin zu mehr Ener­gie­ver­füg­barkeit und ‑flexi­bi­lität in einem komplexen Verbundnetz von dezen­tralen Ener­gie­res­sourcen entwickeln.

Vom Konsu­menten zum Prosumer

Der größte Teil der Umstellung muss auf der Nach­fra­ge­seite erfolgen, am Standort der Verbraucher – hinter dem Zähler. Hier kann das größte Potenzial für Flexi­bi­lität, Effizienz und erhöhte Ausfall­si­cherheit ausge­schöpft werden. Dies wird zu neuen Geschäfts­mo­dellen zwischen dem Ener­gie­ver­sorger und denje­nigen führen – die sich aktiv mit der Steuerung ihres Ener­gie­ver­brauchs und ihrer Erzeugung befassen (Prosumer). Die Einzel­han­dels­märkte für Strom werden zeitlich, geogra­fisch und dienst­leis­tungs­spe­zi­fisch diffe­ren­zierter, um eine umfas­sende Opti­mierung des Systems zu ermög­lichen. Kunden­bindung wird daher für die meisten Ener­gie­ver­sorger in Zukunft ganz oben auf der Tages­ordnung stehen.

Von der Netz­wartung bis zum System-Zusammenspiel

In diesem neuen dezen­tralen und inter­mit­tie­renden Ener­gie­system wird das Vertei­lungsnetz viel komplexer. Es wird ein Netz an Ener­gie­straßen geben, auf denen der Verkehr (Energie) in mehrere Rich­tungen fließt. Gleich­zeitig werden noch komplexere Ener­gie­trans­ak­tionen zwischen verschie­denen Akteuren unter­stützt. Die Rolle der Versor­gungs­un­ter­nehmen wird sich daher von der Wartung des physi­schen Netzes (Kabel, Umspann­werke) hin zum Zusam­men­spiel sowohl der physi­schen (Energie) als auch der virtu­ellen Welt (Handel, Dienst­leis­tungen) entwickeln.

Eine glänzende Zukunft liegt vor den Ener­gie­ver­sorgern, die sich an der Reise zu einem elek­tri­scheren, dezen­tralen, dekar­bo­ni­sierten und digi­ta­li­sierten Ener­gie­system betei­ligen werden. Klicken Sie hier, um mehr darüber zu erfahren, welche Lösungen Sie zur Umsetzung der Ener­gie­wende einsetzen können.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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