Die Dämmung — besser als ihr Ruf

Zwei baugleiche Villen, von denen die rechte gedämmt wurde, was zu Lasten der Fassade ging. Foto: Urbansky

Brand­be­schleu­ni­ger, Brut­stätte, Schim­mel­ver­ur­sa­cher: Der Dämmung wird vieles ange­hängt. Doch in den wenigs­ten Fällen kann sie etwas dafür. Meist liegt es an schlech­ter Ver­ar­bei­tung oder fal­scher Planung. Und: Ein finan­zi­el­ler Vorteil ergibt sich nicht sofort.

Dämmung lohnt sich meist erst auf mehrere Jahr­zehnte gesehen und sollte im Bestand dann ange­bracht werden, wenn sowieso eine grund­le­gende Sanie­rung ansteht – dies sollte aller 20 Jahre der Fall sein.

Bevor es jedoch an Amor­ti­sa­ti­ons­rech­nun­gen für die Dämmung geht, bedarf es einer rich­ti­gen Planung. Denn fehlt diese, dann drohen wirk­lich die Fehler, die ein­gangs geschil­dert wurden. Und eine gute Planung wie­derum fängt mit der Beach­tung der recht­li­chen Grund­la­gen an. Zu denen gehören Vor­schrif­ten wie die Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV), Brand­si­cher­heits­vor­schrif­ten (die schon die Her­stel­lung betref­fen, aber auch die Planung und Ver­ar­bei­tung) sowie Regeln zum Recy­cling.

Recht­li­ches vor Planung beach­ten

Die EnEV etwa schreibt seit 2002 vor, dass die oberste Geschoß­de­cke in Neu­bau­ten einen Wär­me­durch­gangs­ko­ef­fi­zi­en­ten, auch U‑Wert genannt, von 0,24 W/(m²·K) nicht über­schrei­ten darf. Das geht ohne Dämmung nicht. Dies gilt auch bei Bestands­sa­nie­run­gen, wenn mehr als 10 % der gesam­ten Bau­teil­flä­che betrof­fen sind. Bei Fas­sa­den­sa­nie­run­gen gilt es auch für alle Häuser, die vor 1984 errich­tet wurden. Aus­nah­men gibt es nur durch den Denk­mal­schutz.
Da die EnEV dem­nächst in einem Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) auf­ge­hen könnte, soll an dieser Stelle noch erwähnt werden, was die Ent­würfe bezüg­lich der Dämmung ent­hal­ten. Sie halten im Großen und Ganzen an der bis­he­ri­gen EnEV fest. Stan­dard soll der KfW70 werden, nicht, wie von vielen ver­mu­tet, der KfW55. KfW70 ist mit den am Markt übli­chen Dämm­me­tho­den und ‑stärken leicht zu errei­chen.

Zudem dürfen nur Dämm­stoffe ver­wen­det werden, die schwer ent­flamm­bar sind. Das betrifft vor allem Poly­sty­rol, dem des­we­gen bei der Her­stel­lung ein Flamm­schutz­mit­tel bei­gege­ben wird und danach ent­spre­chend der DIN 4102–1 mit B1 bezeich­net wird. Dies gilt auch meist für orga­ni­sche Dämm­stoffe wie Kork, Wolle oder Schilf. Mine­ra­li­sche Dämm­stoff hin­ge­gen gehören zur Klasse A1 und A2, sind also nicht brenn­bar.


Gekürzt. Geschrie­ben für tab aus dem Bau­ver­lag. Der kom­plette Beitrag ist nur in Heft 10/2019 zu lesen. Zum Abon­ne­ment geht es hier.