Indi­rekte Elek­tri­fi­zie­rung des Ver­kehrs der bessere Weg?

In der SUN-to-LIQUID-Solaranlage in Mósteles bei Madrid wird Kerosin aus Wasser, CO2 und konzentriertem Sonnenlicht hergestellt. Foto: ARTTIC / Christophe Ramage.

All Elec­tric für die Ver­kehrs­wende ist trotz vieler stich­hal­ti­ger Argu­mente kei­nes­wegs vom Tisch. Des­we­gen haben es alle Lösun­gen, die via Elek­tro­lyse auf gas­för­mige oder flüs­sige eFuels setzen, auch so schwer. Unter Fach­leu­ten ist jedoch unstrit­tig, dass es ohne diese im Verkehr der Zukunft nicht gehen wird. Schwer­last­trans­port, Luft- und Schiffs­ver­kehr sind auf die hohen Ener­gie­dich­ten dieser Kraft­stoffe ange­wie­sen. Doch welche kommen über­haupt für die zukünf­tige Mobi­li­tät in Frage? Eine Über­sicht.


Das elek­tro­ly­ti­sche Ver­fah­ren, aus Wasser und Sauer­stoff unter Zufüh­rung von elek­tri­scher Energie erst Was­ser­stoff und dann mittels Koh­len­di­oxid Koh­len­was­ser­stoffe her­zu­stel­len, ist schon sehr alt. Ein Problem dabei: Der Think Tank Agora Ver­kehrs­wende hat 2017 errech­net, dass für 100 Kilo­me­ter Bat­te­rie­au­tos 15 kWh, Was­ser­stoff­fahr­zeuge 31 kWh und eFuel-betriebene Fahr­zeuge 103 kWh benö­ti­gen. Doch das ist nicht das Ende der Fah­nen­stange und blendet die oben erwähnte Pro­ble­ma­tik aus, dass es in einigen Berei­chen der Mobi­li­tät einfach höhere Ener­gie­dich­ten bedarf, als sie Strom und Was­ser­stoff bieten können.

In der For­schung sieht man noch weitere Opti­mie­rungs­po­ten­ziale. Sunfire aus Dresden etwa gibt einen Markt­preis von 2,50 Euro je Liter für sein so her­ge­stell­tes Mit­tel­de­stil­lat an. Das liegt zwar immer noch deut­lich über Markt­preis. Die Lücke erscheint jedoch nicht so groß.
Direkt Luft­koh­len­stoff nutzen

Etwas teurer wird es, wenn der Koh­len­stoff aus der Luft gefil­tert wird. Dieses Ver­fah­ren wird schon in der Schweiz ange­wen­det von Clime­works … . Maß­geb­lich wei­ter­ent­wi­ckelt wird es am Fraun­ho­fer IKTS in Thü­rin­gen. Hier wurde eine Membran ent­wi­ckelt, die das Koh­len­di­oxid aus der Luft oder bei indus­tri­el­len Pro­zes­sen abschei­det und wie­der­ver­wer­tet. Die Kosten hier: 4,64 Euro je kg bei einem Erlös von 1,50 Euro. Würden die Ver­fah­ren CDA (Carbon Direct Avo­id­ance – hier in der Stahl­er­zeu­gung) und CCU (Carbon Capture and Uti­li­za­tion für die Kalk- und Zement­in­dus­trie) kon­se­quent ange­wen­det, könnte dies ein Drittel des Naphtha- und die Hälfte des Kero­sin­be­darfs in diesen Indus­trien abde­cken.

Das klingt alles sehr gut, wird derzeit jedoch deut­lich gehemmt. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 11/2019 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

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