Wird in der Studie in Bezug auf Pkw sehr optimistisch betrachtet: E.Mobilität. Foto: Frank Urbansky

Verwirrend viele Wege

von | 11. November 2019

Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundes­ver­kehrs­mi­nis­te­riums skizziert 14 verschieden Pfade für die Verkehrs­wende – auch unter Annahme der verschie­denen Ziele bis 2050 bei 80, 90, 95 oder 100 Prozent CO2-​Reduktion. Was löblich und tech­no­lo­gie­offen erscheint, verwirrt jedoch zu Teilen. Aussagen etwa, welche Tech­no­logien eine Zukunft haben sollten und welche nicht, fehlen. Dadurch wirkt das Ergebnis beliebig.

So wird in der Studie „Recht­liche Rahmen­be­din­gungen für ein inte­griertes Ener­gie­konzept 2050 und die Einbindung von EE-​Kraftstoffen“ etwa der Schluss gezogen, dass schon 2035 Benzin und Diesel kaum noch eine Rolle spielen werden, Wasser­stoff und grüne Kraft­stoffe, also eFuels oder solche aus Biomasse, hingegen schon. Ein Blick auf die derzeitige Lage bei Transport, Flug­verkehr und Schiff­fahrt zeigt, dass dies eher Wunsch­denken ist, auch wenn die Studie sich auf den Pkw-​Anteil bezieht. In allen Sektoren steigt seit Jahren der Verbrauch an fossilen Kraft­stoffen deutlich. Erprobt ist bisher lediglich hydriertes Pflan­zenöl (HVO) in Transport und Luft­verkehr. Doch dieser Kraft­stoff könnte unter der Erneuerbare-​Energien-​Richtlinie (RED II) der EU leiden, da er vorrangig aus Anbau­bio­masse herge­stellt wird.

Viel Opti­mismus bei E‑Mobilität

Ein weiteres Manko zeigt sich in der Bewertung der E‑Mobilität. Die meisten Szenarien gehen davon aus, dass 50 Prozent der Pkw-​Neuzulassungen und fünf Prozent der Lkw Elek­tro­mobile sind. Doch das erscheint ebenfalls reichlich opti­mis­tisch. Zumal die Studie selbst vor einem Strom­engpass warnt: „Das System kann nicht unbe­grenzt Strom­spitzen decken, die zu Zeiten geringer Einspeisung aus fEE (fluk­tu­ie­renden Erneu­er­baren Energien Anm. d. Red.) und gleich­zeitig hoher Nachfrage nach strom­ba­sierter Wärme und Mobilität entstehen können.”
Ebenfalls positiv wird Erdgas bewertet. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 11/​2019 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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