PV-Anlage auf dem Gründ­ach – eine mög­li­che Kom­bi­na­tion

Müssen kein Widerspruch sein: Grüne und blaue Dächer. Foto: BuGG

Sie werten nicht nur die Optik einer Immo­bi­lie auf, sondern stei­gern auch deren Nach­hal­tig­keit: Grün­dä­cher bringen zahl­rei­che Vor­teile mit sich.

Doch wie sieht es mit einer Kom­bi­na­tion mit Solar­ener­gie aus? Ob sich die beiden Kon­zepte mit­ein­an­der ver­bin­den lassen und welche wei­te­ren Vor­teile sich daraus ergeben, beant­wor­ten wir im fol­gen­den Gast­bei­trag des Mie­ter­strom­spe­zia­lis­ten Sola­rimo aus Berlin.

Gründ­ach: Vor­teile für Gebäude, Umge­bung und Natur

Grün­dä­cher sind echte Alles­kön­ner. So ver­bes­sern sie zum einen die Wär­me­däm­mung, was die Kli­ma­ef­fi­zi­enz eines Hauses enorm stei­gern kann und schaf­fen es gleich­zei­tig, die Lebens­dauer einer Dach­ab­dich­tung nahezu zu ver­dop­peln. Darüber hinaus ver­bes­sern Grün­dä­cher das Raum­klima inner­halb der Gebäude. Im Winter kühlen die Räume weniger schnell aus, während sie im Sommer lang­sa­mer erhit­zen. Doch auch außer­halb der Gebäude zeigen Grün­dä­cher ihre Wirkung: So tragen sie stark zur Ver­bes­se­rung des Stadt­kli­mas bei. Nicht nur, dass sie die Schad­stoffe und den Staub aus der Luft her­aus­fil­tern, weniger ver­sie­gelte Beton­flä­chen Beton- und Stein­flä­chen bedeu­ten auch eine gerin­gere Auf­hei­zung des urbanen Raums. Ein Gründ­ach kann darüber hinaus bei Regen einen Teil der anfal­len­den Feuch­tig­keit auf­neh­men. Dies ent­las­tet die kom­mu­na­len Abwas­ser­lei­tun­gen.

Blau­dach: PV-Module auf dem Mehr­fa­mi­li­en­haus

Die zahl­rei­chen, viel­fäl­ti­gen Vor­teile führen zu einer immer grö­ße­ren Beliebt­heit des Gründa­ches. Par­al­lel wächst die Popu­la­ri­tät der Pho­to­vol­ta­ik­an­lage.

In Zeiten der glo­ba­len Erd­er­wär­mung, in denen der Kli­ma­wan­del uns allen eine klare Haltung abver­langt, sind unsere Dächer schon lange nicht mehr nur rein funk­tio­nale Hülle. PV-Anlagen auf dem Mehr­fa­mi­li­en­haus redu­zie­ren die CO2-Emissionen und Strom­kos­ten der Mieter und zeigen aktives Enga­ge­ment für das Klima.

Eine reprä­sen­ta­tive Umfrage des Markt­for­schungs­in­sti­tuts Inno­fact ergab, dass 78 Prozent der Mieter in Deutsch­land PV-Strom vom eigenen Dach bezie­hen würden, würde er ihnen ange­bo­ten werden. Gerade das soge­nannte Mie­ter­strom­kon­zept erfreut sich daher an großem Zuspruch unter Mietern.

Gründ­ach vs. Blau­dach – Wie sich die Kon­zepte ver­ein­ba­ren lassen

Sowohl Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen als auch die Dach­be­grü­nung sind eine sinn­volle Nutzung der vor­han­de­nen Flächen. Dies muss jedoch nicht bedeu­ten, dass sie sich gegen­sei­tig aus­schlie­ßen. Ent­ge­gen der Annahme vieler Immo­bi­li­en­be­sit­zern, ist eine nach­hal­tige Kom­bi­na­tion von Gründ­ach und Pho­to­vol­ta­ik­an­lage möglich. Solange darauf geach­tet wird, dass die Bepflan­zung die ein­zel­nen PV-Module nicht ver­schat­tet, kann sich das Gründ­ach sogar positiv auf den Ertrag der Solar­an­lage aus­wir­ken.

Das liegt an der Wär­me­ab­strah­lung: Durch die Dach­be­grü­nung ist die Strah­lungs­tem­pe­ra­tur des Daches viel gerin­ger als bei Dächern mit Kies oder reiner Abdich­tung. Dadurch steigt die Effi­zi­enz der Solar­mo­dule. Der küh­lende Effekt der Pflan­zen hält also nicht nur die Tem­pe­ra­tur inner­halb der Gebäude kon­stant, sondern stei­gert auch den Wir­kungs­grad der Solar­an­lage.

Einige Regio­nen bieten darüber hinaus eigene För­de­run­gen für Grün­dä­cher. So können Ber­li­ner bei der Inves­ti­ti­ons­bank Berlin das För­der­pro­gramm “Gründ­achP­LUS” bean­tra­gen, bei dem bis zu 10.000 EUR Planungs- und Bera­tungs­kos­ten in Anspruch genom­men werden können. Die För­de­rung gilt für alle Grund­ei­gen­tü­mer und Verfügungs- und Erb­bau­be­rech­tigte in Berlin, die ihr Dach nach­hal­tig begrü­nen möchten. Darüber hinaus können auch Initia­tiv­grup­pen, Inter­es­sen­grup­pen, Vereine, Begeg­nungs­stät­ten oder Senio­ren­heime einen För­der­an­trag stellen, inso­fern sie die Erlaub­nis der Gebäu­de­be­sit­zer haben.

Ganz neben­bei unter­stützt das Gründ­ach darüber hinaus die städ­ti­sche Bio­di­ver­si­tät. Es kann als ein Ersatz­ha­bi­tat fun­gie­ren und neuen Lebens­raum für selten gewor­dene Tier- und Pfan­zen­ar­ten schaf­fen. In Berlin wurden auf Grün­dä­chern so bereits mehr als 50 ver­schie­dene Honig- und Wild­bie­nen­ar­ten gezählt.

Fazit

Gründ­ach und Pho­to­vol­taik ergeben eine echte Power­k­ombi, wenn es ums Thema Nach­hal­tig­keit geht. Gemein­sam können sie die Ener­gie­bi­lanz eines Gebäu­des enorm ver­bes­sern und einen merk­li­chen Beitrag zum Kli­ma­schutz bei­tra­gen.