Selten ein gutes Geschäft: Komunale Kraftwerke Foto: Urbansky

Leipziger Netzwerk spürt Ener­gie­po­ten­ziale in Gewer­be­parks auf

von | 7. März 2016

Gewer­be­ge­biete brauchen Energie. Strom und Prozess­wärme aber sind Commo­dities, deren Preis konti­nu­ierlich steigt. Kann man sich von dieser Entwicklung abkoppeln? Kann man die Dichte an Know-​how und Material an einem Ort wie einem Gewer­bepark sinnvoll für alle Stoff­kreis­läufe bis hin zur Abfall­wirt­schaft zusam­men­fassen? Lassen sich durch Synergien auch andere Ressourcen aus effi­zi­enter nutzen?

In Gewer­be­ge­bieten arbeiten mitunter viele Unter­nehmen, die sich, ohne es zu wissen, gut ergänzen könnten. Einige brauchen viel Strom oder Wärme, andere haben Wärme durch ihre Produk­ti­ons­weise im Überfluss, etwa Gieße­reien oder Glas­ver­ar­beiter. (Wie sinnvoll die Ener­gie­aut­arkie sein kann, findet sich hier in einem Beitrag meines Energieblogger-​Kollegen Kilian Rüfer von Sustainment). Die Projekt­partner von IP-​Building suchen diese Poten­ziale gezielt auf und wollen sie einer entste­hungs­nahen Verwertung durchführen.Dazu bedarf es einer Analyse, wo Abwärme entsteht und wer sie sinnvoll nutzen kann, etwa Wäsche­reien oder, falls infra­struk­turell möglich, Beher­ber­gungs­be­triebe. Die SAENA hat idea­ler­weise für Sachsen passende Wärme­emit­tenten erfasst.

Das in Leipzig ansässige Netzwerk IP-​Building unter­stützt Unter­nehmen in Gewer­be­parks mit inte­grierten Konzepten zur intel­li­genten Nutzung von Ressourcen. Dazu gehört nicht nur eine technisch-​rationale Planung, sondern auch die organisatorisch-​emotionalen Aspekte, die in vielen inte­gra­tiven Planungs­kon­zepten fehlen und die Umsetzung der Konzepte oft erschwert oder verhindert.

IP-​Building moderiert die Konzept- und Planungs­phase. Darin fließen Erfah­rungen aus 30 Jahren Planungs­praxis ein. Gemeinsam mit den vor Ort ansäs­sigen Unter­nehmen wird ein inte­griertes Ressour­cen­konzept entwi­ckelt, das Mehrwerte für alle betei­ligten Unter­nehmen schafft. Gefördert wird diese Prozess vom BMUB mit dem Vorhaben “Interflex”.


Trans­pa­renz­gebot: Ich arbeite auf freier Basis für IP-​Building und verant­worte die Öffent­lich­keits­arbeit für das 2. Gewer­be­parktreffen, auf dem die hier erwähnten ener­ge­ti­schen Kreis­läufe an einem konkreten Beispiel einer ersten Analyse unter­zogen werden sollen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

1 Kommentar

  1. Sandra

    Das ist auf jeden Fall ein vorbild­liches Projekt. Häufig ist es aller­dings so, dass die Unter­nehmen und häufig auch die ansäs­sigen Stadt­werke schon sehr gut wissen, wer welche Abwärme produ­ziert. Vielfach sind die wärme­in­ten­siven Betriebe, aber rar gesät und wenn, dann sind die Prozesse innerhalb des Unter­nehmens bereits so optimiert (und komplex), dass man nicht einfach Wärme „rüber­leiten” kann (zB Braue­reien, Lackie­re­reien). Von daher sind solche Programme schon sehr hilfreich, die dann auch Umbau­kosten übernehmen.

EnWiPo
EnWiPo
Verga­ser­kessel brauchen spezi­fi­sches Brennholz

Verga­ser­kessel brauchen spezi­fi­sches Brennholz

Holzvergaserkessel sind die technisch anspruchsvollere Variante klassischer Stückholzheizungen. Der entscheidende Unterschied: Das Holz verbrennt nicht direkt, sondern wird in einem zweistufigen Prozess zunächst thermisch zersetzt. Das entstehende Holzgas wird...

Wie Biber Land­schaften zu CO₂-​Speichern machen

Wie Biber Land­schaften zu CO₂-​Speichern machen

Biber verändern Ökosysteme tiefgreifend – und leisten dabei offenbar deutlich mehr für den Klimaschutz als bislang angenommen. Neue Forschungsergebnisse zeigt, dass ihre Dämme Feuchtgebiete entstehen lassen, Kohlenstoff im Boden binden und ganze Landschaften zu...

Neue Gasrei­nigung bringt Wasser­stoff auf Industriequalität

Neue Gasrei­nigung bringt Wasser­stoff auf Industriequalität

Im Energiepark Bad Lauchstädt hat eine neue Gasaufbereitungsanlage die Dichtheitsprüfung bestanden. Sie soll künftig sicherstellen, dass grüner Wasserstoff die für industrielle Anwendungen erforderlichen Qualität erreicht. Damit grüner Wasserstoff tatsächlich in der...