Gibraltar will nachhaltiger wirtschaften. Foto: Kexbox / Wikimedia

Gibraltar verbannt Mikro­teilchen aus Plastik

von | 10. August 2017

Die Klima­po­litik steht seit geraumer Zeit wieder im Fokus inter­na­tio­naler Aufmerk­samkeit und wird in den Medien und der Presse breit disku­tiert. Nicht zuletzt aufgrund der Rolle der Verei­nigten Staaten ist die Klimathe­matik wieder relevant und erregt die Gemüter. Präsident Donald Trump kündigte auf dem G20-​Gipfeltreffen an, aus dem Pariser Klima­ab­kommen auszu­steigen und hat dies inzwi­schen wahre­macht – auch wenn erst ab dem Jahr 2020.

Um ein Zeichen gegen die präsi­den­tielle Klima­po­litik zu setzen, sprechen sich einzelne Firmen und Unter­nehmen innerhalb der USA für den Klima­schutz aus und beschließen Ziele und Beschrän­kungen, die sie anschließend selbst befolgen wollen. Besonders die großen Firmen im Silicon Valley, Kali­fornien, haben einen enormen Anteil am CO2-​Ausstoß, stehen gleich­zeitig aber auch für eine verant­wor­tungs­volle und zukunfts­ori­en­tierte Klimapolitik.

Firmen schützen selbst

In Zusam­men­arbeit mit den euro­päi­schen Staaten werden so Vorge­hens­weise entwi­ckelt, die dafür sorgen sollen, beispiels­weise die Erder­wärmung, den Anstieg des Meeres­spiegels und die Umwelt­ver­pestung zu verhindern, oder aber zumindest zu begrenzen. Handfest wurden derartige Bemü­hungen an einem Vertrag, den über 100 ameri­ka­nische Firmen unter­zeichnet haben. Dieser Vertrag sieht vor, die Ziele, welche im Pariser Klima­ab­kommen fest­ge­halten wurden, einzu­halten und sich somit der Politik Trumps zu widersetzen.

Keine Mikro­teilchen in Plastik

Gute Nach­richten kommen auch aus Gibraltar. Das britische Über­see­gebiet, gelegen an der Südspitze der iberi­schen Halbinsel, hat nun Maßnahmen beschlossen, die auf inter­na­tio­naler Ebene Aner­kennung geerntet haben. Zwei Vorschriften stehen bei diesen Maßnahmen besonders im Fokus. Zum einen beschloss Gibraltar, den Blau­flossen Thunfisch nicht weiter zu befischen, zum anderen werden Mikro­teilchen aus Plastik verbannt.

Der Verzicht auf die weitere Verar­beitung von Mikro­plas­tik­teilchen ist ebenso eine Reaktion auf die Umwelt­ver­schmutzung, die mit diesen Teilchen einhergeht. Fische nehmen die Kleinst­teilchen auf, wobei diese nicht im Wasser aufgelöst werden können und sich in den Fischen ablagern.
Diese Maßnahmen stellen jedoch nur den Anfang eines klima­tech­ni­schen Umdenkens dar. In Gibraltar gilt es unzählige Firmen, darunter große Unter­nehmen wie Simple Group, Banco Galliano, bwin und auch Morrisons Super­markets. Diese Firmen nehmen sich die oben erwähnten Verträge und Richt­linien der Firmen in den USA zum Vorbild und könnten in Zukunft Konzepte entwi­ckeln, die ähnliche Ziele verfolgen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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