Kommunikation beim MAP verbesserungswürdig

Profiteur vom neuen MAP: Solarthermie, hier für die Heizungsunterstützung. Foto: Urbansky
Solarthermie ist eine gute Erfüllungsoption für Erneuerbare Energien bei Bestandssanierungen. Foto: Urbansky

Wer die Heizung tau­schen muss oder will, greift tief in die Tasche. Ein Zuschuss vom Staat ist da will­kommen. Nach dem Aus für die steu­er­liche Absetzbarkeit hat die Bundesregierung das Marktanreizprogramm (MAP) üppiger aus­ge­stattet. Seit April ist es in Kraft. Am Markt kam es tat­säch­lich zu einer Belebung, von der indi­rekt auch die Ölheizung pro­fi­tierte. Doch die Kommunikation lässt noch zu wün­schen übrig.

Augenfälligster Gewinner des MAP ist die Wärmepumpe. Dümpelten ihre Förderzahlen bis April 2015 noch bei rund 500 je Monat dahin, schossen sie ab da durch die Decke. Schon im ersten Monat des neuen MAP war eine Verdoppelung auf über 1000 Anträge zu ver­zeichnen. Im Dezember stei­gerte sich das auf 1.800. Auch die Solarwärme ver­zeich­nete eine Verdreifachung, hier häufig in Kombination mit einer Ölheizung.

109_statistik_dezember_2015Schwerpunktregionen sind laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Bundesländer Bayer, Baden-Württemberg und Thüringen. Allerdings: Absolut blieb der Absatz an Wärmepumpen 2015 in etwa gleich, bei Solaranlagen ging sie sogar, bezogen auf die Fläche, um rund 13 Prozent zurück. Dies deutet auf Mitnahmeeffekte hin.

Marktakteure sehen die Zahlen eben­falls dif­fe­ren­ziert. Martin Bentele vom Deutschen Energieholz und Pellet-Verband begründet die par­ti­ellen Zunahmen bei erneu­er­baren Wärmequellen ins­be­son­dere durch neue Fördertatbestände. Für ihn habe sich an der gene­rell schlechten Marktlage nichts Wesentliches geän­dert, was wenig wun­dert ob der nach den BDH-Zahlen um 15 Prozent zurück­ge­gan­genen Verkäufe bei Pelletheizungen (siehe auch Tabelle 1). „Diese Zahl berück­sich­tigt jedoch nicht, dass das MAP im letzten Quartal bei der Holzenergie gegen­über dem Vorjahr zulegen konnte“, sieht Bentele trotz aktu­ellem Ölpreisniveau einen leichten Silberstreif am Horizont.

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Technologie

Veränderung
in %

Absatz in Stck
(wenn nicht anders ange­geben)

Gesamtmarkt  Wärmeerzeuger (ohne KWK)

+4

707.500

Wärmeerzeuger (Gas/Öl)

+5

621.000

Gas-Brennwerttechnik

+4

429.000

Gas-NT-Technik

+4

111.500

Öl-Brennwerttechnik

+30

60.500

Öl-NT-Technik

-6

20.000

Festbrennstoffkessel

-15

30.500

Scheitholz

-10

14.000

Pellets

-15

13.000

Hackschnitzel

-31

3.500

Wärmepumpe (Heizung)

– 3

56.000

Luft-Wasser

+1

39.500

Sole-Wasser

-13

11.500

Wasser-Wasser und sons­tige

 -7

5.000

Thermische Solaranlagen

-13

780.500 m2

Speicher

+3

532.500

KWK (bis 50 kWel)

-40

4.000

Quelle: BDH, vor­läu­fige Zahlen für 2015

Für ihn ist die unbe­frie­di­gende Marktlage auch ein Resultat der man­gelnden Bekanntheit des Programms. Er wünscht sich hier deut­lich mehr Kommunikation von der Bundesregierung. Die bis­he­rigen MAP-Kampagnen seien nur spo­ra­disch und ohne Kontinuität. Hoffnung hat er den­noch. Wie die posi­tive Herbstentwicklung zeige, ver­zö­gere die für das „neue“ MAP not­wen­dige auf­wän­di­gere Bearbeitung eine län­gere Anlaufphase. Dazu komme die Ausdehnung der Antragsphase auf neun Monate nach Inbetriebnahme der Anlage.

Einen Beitrag über die der­zei­tige Diskussion zur Wärmewende, zu der ja auch das MAP gehört, hat mein Energieblogger-Kollege Andreas Kühl hier auf seinem Blog Energynet ver­fasst.


Geschrieben für Brennstoffspiegel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 03/2016 zu lesen. Zum kos­ten­freien Probeabo geht es hier.