Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia / Linzenz unter CC-BY-SA

Passivhaus für nur 5 % Mehrkosten?

von | 12. Mai 2015

Die Berliner Ener­gietage verstehen sich inzwi­schen als der Treff für Ener­gie­ef­fi­zienz. Da das Ziel der Bundes­re­gierung, bis 2050 einen klima­neu­tralen Gebäu­de­be­stand zu haben, nur so zu erreichen ist, werden hier immer wieder inno­vative Lösungen vorge­stellt. Effizienz ist zual­lererst Ener­gie­ein­sparung. Und die geht im Gebäu­de­be­reich am besten mit einem Passivhaus.

Der Architekt Ludwig Rongen, mit Lehr­auf­trägen an der Univer­sität Erfurt sowie in China ausge­stattet, leitet ein im Passiv­hausbau erfah­renes Archi­tek­turbüro. In Berlin stellte er mehrere Lösungen sowohl für den Wohn­be­stand als auch für Gewe­be­im­mo­bilien sowie für Neubauten vor. Tenor: Dämmung ist alles.

Körbe für Tagesklinik

Anhand eines Neubaus einer Tages­klinik in Köln-​Chorweiler rechnete er zudem vor, wie viel teurer eine Passiv­haus­aus­führung ist gegenüber einem auf der EnEV beru­henden und damit den derzeit geltenden Gesetzen entspre­chenden Baus. Die Wärme­ver­sorgung erfolgt über Erdwär­me­körbe, die bis zu 4 Metern in der Erde stecken. Nach EnEV hätte die Errichtung des Neubaus 5,55 Mio. Euro gekostet, im Passiv­haus­standard schlugen 5,82 Mio. Euro zu Buche. Da sind gerade mal Mehr­kosten von 5,35 %. Durch die Ener­gie­ein­saprung amor­ti­sieren sich diese Mehr-​Kosten binnen weniger Jahre.

Passive Kirche

Ein deutlich unge­wöhn­li­cheres Objekt ist die Evan­ge­lische Chris­tus­kirche Heinsberg. Die Planungen für den Pass­siv­haus­standard sehen hier vor der Sanierung 183 kWh je Quadrat­meter und Jahr vor, nach der Sanierung sind es 8,5 kWh. Das entspricht einer Einsparung von 95,4 % und spart 233 Tonnen Kohlen­dioxid im Jahr. Auch hier spielt eine starke Dämmung die wich­tigste Rolle.

Der Vortrag von Prof. Rongen findet sich hier.

Alle Vorträge des Moduls „Im Blick­punkt: Das Plus­ener­giehaus“ finden sich hier.

Vorschaubild: Dach­decker beim Verlegen von Stein­wol­lematten zur Dach­iso­lierung an einem Altbau. Foto: Armin Kübelbeck /​Wikimedia /​Linzenz unter CC-​BY-​SA

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Elek­tro­trophen können künst­liche Photo­syn­these erzeugen

Elek­tro­trophen können künst­liche Photo­syn­these erzeugen

Die energiewandelnden Prozesse der Natur nachzuahmen ist naheliegend – und in Zeiten der Energiewende schlichtweg eine Notwendigkeit. Die künstliche Photosynthese, etwa mit Mikroorganismen, wäre eine Möglichkeit. Eine der Herausforderungen der Energiewende ist es, die...

Mit Contrac­ting­mo­dellen zu mehr Abwärmenutzung

Mit Contrac­ting­mo­dellen zu mehr Abwärmenutzung

Die nutzbaren Potenziale von Abwärme in Deutschland sind groß – aus Industrie, Abwasserkanälen oder anderen Quellen. Die neue Bundesregierung hat jedoch nur explizit Abwärme aus Rechenzentren in ihrem Koalitionsvertrag bedacht. Es braucht also eines wirtschaftlichen...

Niedrige Tempe­ra­turen entscheidend

Niedrige Tempe­ra­turen entscheidend

Die Fernwärme spielt im Wärmemix der Zukunft eine wichtige Rolle. Dafür braucht sie regenerative Energiequellen, etwa Abwärme, große Solarthermie oder Biomasse. Doch diese Energiequellen stehen nicht ausreichend und überall zur Verfügung. Zudem wird ihr Nutzen...

Klick­systeme und Fräsverfahren

Klick­systeme und Fräsverfahren

An strombasierten Heizsystemen wird in Zukunft kein Weg vorbeiführen. Die Königin unter ihnen ist die Wärmepumpe. Sie arbeitet jedoch besonders effizient in Kombination mit Flächenheizungen. Im Bestand gibt es inzwischen gute Möglichkeiten, diese nachzurüsten,...