Sékou Timplan (rechts) und ein Mitarbeiter montieren in ihrer Leipziger Werkstatt einen 100-Liter-Autogas-Tank. Die Vorrichtungen dafür fertigten sie selbst. Foto: Urbansky

Mit großen Tanks werden Straßen schneller fertig

von | 22. April 2016

Autogas muss nicht unbedingt in einen Motor gelangen, um Kosten zu sparen. Es kann auch in einer voll­kommen anderen Verwendung sehr nützlich sein. Voraus­setzung aber ist die Autogas-​Technik und ein cleverer Autogas-Enthusiast.
Die Firma Bituleit Leipzig GmbH hatte ein Problem. Der renom­mierte Stra­ßen­bauer heizte seinen Asphalt zu Reparatur- und Verfu­gungs­zwecken jahrelang mit Propan auf und hielt es so flüssig. Dumm nur, wenn mal die mitge­führten Gasfla­schen – mitunter bis zu acht Stück – leer waren. Dann hieß es zurück zum Betriebshof oder zu einem Flaschenhändler.

Der Aufwand des Flaschen­tauschs, verbunden mit der dazu verlo­renen Arbeitszeit, war den Rand­leip­zigern zu viel. „Wir mussten auch die Arbeit für unsere Mitar­beiter einfacher machen“, so Bituleit-​Geschäftsführer Michael Kaiser. „Immerhin wiegt eine Gasflasche 70 Kilogramm.“ Deswegen suchten sie nach Alter­na­tiven, wie das Propangas direkt auf den Maschinen getankt werden kann. Zwar hätte der Hersteller der Asphalt­kocher auch eine Umrüstung angeboten. Doch die war Kaiser zu teuer und zu unprak­tisch. Deswegen fragte er bei HT Mit-​Autgogas KG nach.

Feste Tanks statt Flaschen

Die Leipziger Autogas-​Spezialisten über­legten hin und her. Chef Sékou Timplan fand schließlich eine Lösung. Statt der herkömm­lichen, unhand­lichen Propan­gas­fla­schen werden Auto­gas­zy­lin­der­tanks fest auf die Kocher­hänger oder Fahrzeuge montiert, mit den Brennern verbunden und erhalten eine Befüll­ein­richtung, wie sie zum Betanken von Autos bekannt ist. Damit können die Tanks an jeder Auto­gas­tank­stelle befüllt werden kann und die schweren Gasfla­schen müssen nicht mehr ausge­wechselt werden.

Die Lösung orien­tiert sich an einer klas­si­schen Auto­gas­anlage. Die Tanks sind aller­dings deutlich größer und fassen bis zu 100 Liter. Beson­derer Clou: Werden mehrere Tanks montiert, verbindet Timplan diese unter­ein­ander, so dass durch einen Tank sich alle anderen ebenfalls füllen. Als Einfüll­stutzen wählte Kaiser den einfach zu hand­ha­benden Dish. …

Inzwi­schen sind die ersten von insgesamt zwölf Fahr­zeugen umge­rüstet. Jedes Fahrzeug bedarf dabei einer indi­vi­du­ellen Lösung insbe­sondere bei der Instal­lation der Tanks. Das reicht von zwei 100-​Liter-​Tanks bei den kleineren Hängern bis zu fünf Tanks bei den größeren Bitu­men­guss­fahr­zeugen. Die Vorrich­tungen dafür wurden ebenfalls von HT Mit-​Autogas entwi­ckelt und ange­fertigt. Kleines Detail, dass den Arbeitern aber ungemein hilft: Direkt an die Autogas-​Tanks können auch die Hand­brenner ange­schlossen wurden, mit denen man zum Beispiel die Fugen „glatt­bügelt“.

Ersparnis bei Zeit und Kosten

Die Lösung funk­tio­niert einwandfrei. Und die Kosten­er­sparnis bezieht sich nicht nur auf die Arbeits­zeiten. Denn bisher waren beim Flaschen­tausch 1,20 Euro je Kilogramm Propan fällig. Nun fallen nur die Kosten für das Autogas an, die deutlich darunter liegen. Zudem leerten sich die Flaschen nur bis auf eine Restmenge von bis zu 25 Prozent. „Mich hat das richtig geärgert. Warum sollten wir das dem Händler schenken“, so Kaiser. Die Rest­mengen bleiben zwar auch in den Autogas-​Tanks, doch die müssen nun nicht mehr mitbe­zahlt werden. Auch die Butan­bei­mi­schung im Autogas macht keine Probleme. …


Geschrieben für AutoGas Journal. Der voll­ständige Beitrag ist nur im Heft 2/​2016 zu lesen. Zum Abon­nement geht es hier. 

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Grüner Wasser­stoff ist vor allem eines: schlichtweg zu teuer

Grüner Wasser­stoff ist vor allem eines: schlichtweg zu teuer

Wasserstoff – je nach Sichtweise als Champagner der Energiewende gelobt oder verspottet – ist das neue Zauberelixier eben jener. Die Bundesregierung spendiert über den Daumen gepeilt in den kommenden zehn Jahren neun Milliarden Euro, mit denen das kleinste aller...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...