Was das neue EEG für Biogas bedeu­tet

Könnte noch weiter ins Hintertreffen geraten: Die Bio-Energie. Foto: Urbansky
Foto: Urbansky

Das Klagen der Bio­gas­bran­che wurde seitens der Bun­des­re­gie­rung via Bun­des­rat als Ver­stär­ker gehört. Hier waren es ins­be­son­dere Bayern, wo ein Groß­teil der deut­schen Bio­an­la­gen steht, und die ost­deut­schen Länder, wo die größten Anlagen Europas arbei­ten, die für Biogas trom­mel­ten. Und so fand das Gärungs­pro­dukt doch noch seinen Weg in die Aus­schrei­bungs­mo­delle des EEG 2016, die schon für Son­nen­strom und seit neu­es­tem auch für Wind­strom gelten.

150 MW brutto dürfen in den Jahren 2017 bis 2019 zuge­baut werden. 200 MW sind es von 2020 bis 2022. Anlagen bis 150 kW elek­tri­scher Leis­tung fallen unter eine Baga­tell­grenze und müssen nicht aus­ge­schrie­ben werden. Gleich­zei­tig wird der Gebots­höchst­wert auf 14,88 Euro­cent je kWh (bis 500 kW) fest­ge­legt, also der Preis, der als Ver­gü­tung gezahlt wird und der sin­ni­ger­weise bei einer Aus­schrei­bung auch nicht über­schrit­ten werden sollte. Dieser Höchst­wert ver­rin­gert sich ab 2018 um 1 Prozent jähr­lich gegen­über dem im jeweils vor­an­ge­gan­ge­nen Kalen­der­jahr gel­ten­den Höchst­wert.

Zu wenig Ver­gü­tung?

Zur Erin­ne­rung: Bei Wind­strom liegt im neuen EEG die Höchst­grenze bei 8 Euro­cent und bei Solar­strom knapp unter 9 Euro­cent je kWh – auch ein Hinweis darauf, dass Strom aus Biogas einfach nur teuer ist und auch gegen­über anderen erneu­er­ba­ren Ener­gie­for­men kaum markt­fä­hig. Leider wird es auch im neuen EEG und wohl bei allen seinen Nach­fol­gern keine direkte Ein­spei­se­ver­gü­tung für Biogas geben. Nur sie könnte die wirk­lich großen Pro­bleme der Branche beheben.

Hier zur Über­sicht noch die anzu­le­gen­den Strom­preise, die seitens der Netz­be­trei­ber zu ent­rich­ten sind:

Strom aus Bio­masse im Sinn der Bio­mas­se­ver­ord­nung

  • bis 150 kW 13,32  Euro­cent je kWh
  • bis 500 kW 11,49  Euro­cent je kWh
  • bis 1 MW 10,29  Euro­cent je kWh

Strom aus Bio­masse nach Bio­ab­fall­ver­ord­nung

  • bis 500 kW 14,88  Euro­cent je kWh
  • bis 1 MW 13,05 Euro­cent je kWh

Bestand geschützt

Nach Ansicht der Branche ist dies zu wenig und gefährde ins­be­son­dere die Bestands­an­la­gen, die eine Anschluss­fi­nan­zie­rung nur über die Aus­schrei­bun­gen erlan­gen können.

Im EEG 2016 heißt es:

Biomasse‐Bestandsanlagen wie­derum können aus­schließ­lich über Aus­schrei­bun­gen eine Anschluss­för­de­rung erhal­ten. Die Aus­schrei­bung erfolgt bei der Bio­masse für Neu‐ und Bestands­an­la­gen gemein­sam. Die Leis­tung der Biomasse‐Neuanlagen, die außer­halb von Aus­schrei­bun­gen zuge­baut wird, wird beim Aus­schrei­bungs­vo­lu­men des Fol­ge­jah­res berück­sich­tigt. Für den Biomasse‐Ausbaupfad ab 2023 legt die Bun­des­re­gie­rung recht­zei­tig einen Vor­schlag vor.

Auch aktuell sind Bestands­an­la­gen von den Ände­run­gen nicht betrof­fen. § 22 EEG 2016 stellt außer­dem klar, dass die Anlagen, für die das EEG 2014 eine Über­gangs­re­ge­lung vorsah, nicht ver­pflich­tet sind, an Aus­schrei­bun­gen teil­zu­neh­men. Damit wird, so die Bun­des­re­gie­rung, der mit dem EEG 2014 begrün­dete Inves­ti­ti­ons­schutz gesi­chert.


Das Aus­schrei­bungs­mo­dell für den Ausbau der EE ist eine EU‐Vorgabe. Darüber schreibt der Blog energie effi­zi­ent sparen hier.