Energie-Genossenschaften: Immer weniger Neu­grün­dun­gen

PV-Anlage. Foto: Urbansky
Dezentrale Erzeugung und Verbauch sind Grundlagen für die Energiewende in Bürgerhand. Foto: Urbansky

Neu­grün­dun­gen von Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten werden immer sel­te­ner. 2015 wurden ledig­lich noch 40 gegrün­det – im Ver­gleich zum Vorjahr ein Rück­gang um 25 %, so die Jah­res­um­frage Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten vom DGRV – Deut­scher Genossenschafts- und Raiff­ei­sen­ver­band und der Agentur für Erneu­er­bare Ener­gien (AEE).

Nach Ansicht des DRGV schrän­ken vor allem die wirt­schaft­li­chen Grenzen für neue Pho­to­vol­ta­ik­pro­jekte die Akti­vi­tä­ten der Ener­gie­ge­nos­sen deut­lich ein. Die Aus­schrei­bun­gen im EEG seien eine weitere Hürde. Zwar wurde im neuen EEG hier noch­mals auf Druck der SPD etwas gegen­ge­steu­ert. Die Genos­sen­schaf­ten sollen bei Aus­schrei­bun­gen besser gestellt werden als Strom­kon­zerne. Sie müssen keine teure Emis­si­ons­schutz­ge­neh­mi­gung vor Beginn einer Auktion vor­le­gen. Und Mieter bleiben in Häusern mit Solar­an­la­gen, die oftmals von Genos­sen­schaf­ten betrei­ben werden, von der Öko­strom­um­lage befreit.

Ob das reicht, ist zwei­fel­haft. Die ersten vier Aus­schrei­bungs­run­den für Photovoltaik-Freiflächen-Anlagen ließen die Genos­sen hinten anste­hen. Ledig­lich 0,22 Prozent der bezu­schlag­ten Gebote nach Leis­tung  ent­fie­len auf Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten. Ent­spre­chend kri­tisch wird nun die Ein­füh­rung von Aus­schrei­bun­gen für Wind­ener­gie durch das EEG 2016 gesehen – trotz der vom Gesetz­ge­ber vor­ge­schla­ge­nen Bür­ger­en­er­gie­re­gel. Hier­nach sollen Bür­ger­en­er­gie­ge­sell­schaf­ten in einer früh­zei­ti­gen Pla­nungs­phase in die Aus­schrei­bung gehen können.

Doch genau da sieht der DRGV noch eine weitere Gefahr: Nach einem Zuschlag zum frühen Pla­nungs­zeit­punkt kann das Projekt im wei­te­ren Prozess bis zur Geneh­mi­gung aus unter­schied­li­chen Gründen schei­tern. Dann würde die Bür­ger­en­er­gie­ge­sell­schaft unver­schul­det ihre Pla­nungs­kos­ten ver­lie­ren und müsste zusätz­lich noch eine Strafe zahlen. Das können bis zu 45.000 Euro pro Anlage sein.


Eine Mög­lich­keit, wie Bürger auch außer­halb von Genos­sen­schaf­ten an der Ener­gie­wende betei­ligt werden können, wird hier von den Energieblogger-Kollegen auf dem Blog Milk the Sun beschrie­ben.