intelligenter Verbrauchszähler. Foto: pixabay

Wie man Haus­technik ener­ge­tisch richtig steuert

von | 31. Oktober 2016

Die Ener­gie­wende im Haus wird nicht ohne Digi­ta­li­sierung gelingen. Das Münchener IGT – Institut für Gebäu­de­tech­no­logie gibt monatlich Tipps heraus, mit denen Mietern, Verwaltern und TGA-​Verantwortlichen die Steuerung der Haus­technik leicht gemacht werden soll. 

Im Oktober warten die Wissen­schaftler mit den Anfor­de­rungen an die Auto­mation aus Nutzer­sicht auf, die hier in Auszügen wieder­ge­geben werden.

Anfor­de­rungen aus Nutzersicht

An die Gebäu­de­au­to­mation können unter­schied­liche Anfor­de­rungen erhoben werden. Darunter fallen zunächst alle Anfor­de­rungen, die vom Nutzer formu­liert bzw. verstanden werden und für die ein Kunde bereit ist, einen gewissen Betrag zu bezahlen. Diese Anfor­de­rungen enthalten Energieeffizienz‑, Sicherheits- und Komfort­an­for­de­rungen. Der korrekte bedarfs­ab­hängige Betrieb der Anla­gen­technik ist kompli­zierter. Die Anfor­de­rungen sind zunächst für alle Arten von Projekten geeignet: Sowohl für den Wohn­be­reich als auch für den Nichtwohnbereich.

Lastenheft versus Pflichtenheft

Ein Lastenheft beschreibt, WAS WOZU gefordert ist. Noch nicht WIE und WOMIT. In einem Lastenheft müssen die Anfor­de­rungen enthalten sein und somit der erwartete Nutzen der Auto­mation. Es sollte im Lastenheft noch nicht hinterlegt werden, mit welchen konkreten Produkten die Anfor­de­rungen umgesetzt werden. Konkret bedeutet dies für die Raum­au­to­mation: ob z. B. später in der Raum­au­to­mation KNX, EnOcean, LON, ein proprie­täres System oder eine Mischung davon zum Einsatz kommt, muss zum Zeitpunkt des Lasten­hefts noch nicht fest­gelegt werden.

Der Vorteil ist, dass man das Lastenheft an verschiedene Anbieter oder Hersteller senden und Angebote zu den unter­schied­lichen Tech­no­logien erhalten kann. Nicht jede Tech­no­logie ist für jedes Projekt bzw. jede Art von Anwendung geeignet und wer sich früh­zeitig auf eine Tech­no­logie festlegt, vergibt womöglich die Chance auf eine gutes Preis-​/​Leistungsverhältnis.

Mögliche Anfor­de­rungen im Lastenheft:

  • Die Raum­tem­pe­ratur soll auto­ma­tisch auf einen Sollwert geregelt werden (inkl. Einga­be­gerät für die gewünschte Temperatur).
  • Es soll möglich sein, Zeitpläne für die Heizung desRaums zu hinter­legen (d.h. Tages- oder Wochenprogramm).
  • Bei geöff­neten Fenstern soll das Heizen des Raumes unter­brochen werden.

Funk­tionale Beschrei­bungen „Nutzer­an­for­de­rungen“ für die Heizung:

  • Die Raum­tem­pe­ratur soll auto­ma­tisch auf einen Sollwert geregelt werden
    (inkl. Einga­be­gerät für die gewünschte Temperatur).
  • Es soll möglich sein, Zeitpläne für die Heizung des Raums zu hinter­legen (d.h. Tages- oder Wochenprogramm).
  • Bei Abwe­senheit soll die Raum­tem­pe­ratur auto­ma­tisch abgesenkt werden.
  • Bei geöff­neten Fenstern soll das Heizen des Raumes unter­brochen werden.
  • Die Heizung soll sich in Bezug auf Start-​/​Stoppzeiten autonom optimieren

Diese Funk­tionen sind auch noch im Tipp des Monats des IGT für Lüftung, Kühlung, Beleuchtung und Verschattung beschrieben. Der Tipp des Monats kann hier abonniert werden.


Mit dem Smart home, ohne dass sich eine moderne TGA-​Anlage kaum sinnvoll steuern lässt, befasst sich auch Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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