Wie man Haus­tech­nik ener­ge­tisch richtig steuert

Komponente für die moderne Haustechniksteuerung: intelligente Verbrauchszähler. Foto: pixabay Smart home, TGA, Haustechnik, Automation, Heizung, Lüftung, Kühlung
intelligenter Verbrauchszähler. Foto: pixabay

Die Ener­gie­wende im Haus wird nicht ohne Digi­ta­li­sie­rung gelin­gen. Das Mün­che­ner IGT — Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA-Verantwortlichen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll.

Im Oktober warten die Wis­sen­schaft­ler mit den Anfor­de­run­gen an die Auto­ma­tion aus Nut­zer­sicht auf, die hier in Aus­zü­gen wie­der­ge­ge­ben werden.

Anfor­de­run­gen aus Nut­zer­sicht

An die Gebäu­de­au­to­ma­tion können unter­schied­li­che Anfor­de­run­gen erhoben werden. Dar­un­ter fallen zunächst alle Anfor­de­run­gen, die vom Nutzer for­mu­liert bzw. ver­stan­den werden und für die ein Kunde bereit ist, einen gewis­sen Betrag zu bezah­len. Diese Anfor­de­run­gen ent­hal­ten Energieeffizienz‑, Sicherheits- und Kom­fort­an­for­de­run­gen.  Der kor­rekte bedarfs­ab­hän­gige Betrieb der Anla­gen­tech­nik ist kom­pli­zier­ter. Die Anfor­de­run­gen sind zunächst für alle Arten von Pro­jek­ten geeig­net: Sowohl für den Wohn­be­reich als auch für den Nicht­wohn­be­reich.

Las­ten­heft versus Pflich­ten­heft

Ein Las­ten­heft beschreibt, WAS WOZU gefor­dert ist. Noch nicht WIE und WOMIT. In einem Las­ten­heft müssen die Anfor­de­run­gen ent­hal­ten sein und somit der erwar­tete Nutzen der Auto­ma­tion. Es sollte im Las­ten­heft noch nicht hin­ter­legt werden, mit welchen kon­kre­ten Pro­duk­ten die Anfor­de­run­gen umge­setzt werden. Konkret bedeu­tet dies für die Raum­au­to­ma­tion: ob z. B. später in der Raum­au­to­ma­tion KNX, EnOcean, LON, ein pro­prie­tä­res System oder eine Mischung davon zum Einsatz kommt, muss zum Zeit­punkt des Las­ten­hefts noch nicht fest­ge­legt werden.

Der Vorteil ist, dass man das Las­ten­heft an ver­schie­dene Anbie­ter oder Her­stel­ler senden und Ange­bote zu den unter­schied­li­chen Tech­no­lo­gien erhal­ten kann. Nicht jede Tech­no­lo­gie ist für jedes Projekt bzw. jede Art von Anwen­dung geeig­net und wer sich früh­zei­tig auf eine Tech­no­lo­gie fest­legt, vergibt womög­lich die Chance auf eine gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Mög­li­che Anfor­de­run­gen im Las­ten­heft:

  • Die Raum­tem­pe­ra­tur soll auto­ma­tisch auf einen Soll­wert gere­gelt werden (inkl. Ein­ga­be­ge­rät für die gewünschte Tem­pe­ra­tur).
  • Es soll möglich sein, Zeit­pläne für die Heizung des­Raums zu hin­ter­le­gen (d.h. Tages- oder Wochen­pro­gramm).
  • Bei geöff­ne­ten Fens­tern soll das Heizen des Raumes unter­bro­chen werden.

Funk­tio­nale Beschrei­bun­gen „Nut­zer­an­for­de­run­gen“  für die Heizung:

  • Die Raum­tem­pe­ra­tur soll auto­ma­tisch auf einen Soll­wert gere­gelt werden
    (inkl. Ein­ga­be­ge­rät für die gewünschte Tem­pe­ra­tur).
  • Es soll möglich sein, Zeit­pläne für die Heizung des Raums zu hin­ter­le­gen (d.h. Tages- oder Wochen­pro­gramm).
  • Bei Abwe­sen­heit soll die Raum­tem­pe­ra­tur auto­ma­tisch abge­senkt werden.
  • Bei geöff­ne­ten Fens­tern soll das Heizen des Raumes unter­bro­chen werden.
  • Die Heizung soll sich in Bezug auf Start-/Stoppzeiten autonom opti­mie­ren

Diese Funk­tio­nen sind auch noch im Tipp des Monats des IGT für Lüftung, Kühlung, Beleuch­tung und Ver­schat­tung beschrie­ben. Der Tipp des Monats kann hier abon­niert werden.


Mit dem Smart home, ohne dass sich eine moderne TGA-Anlage kaum sinn­voll steuern lässt, befasst sich auch Energieblogger-Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.