Ansicht einer Walmart-Filiale in den USA. - Quelle: Websinergia via Twitter

Walmart entwi­ckelt Stromnetz mit Kryptowährungen

von | 18. Dezember 2018

Kryp­to­wäh­rungen befanden sich seit dem großen Aufschwung Ende 2017 in aller Munde. In letzter Zeit schwä­chelten viele Digi­tal­gelder aller­dings massiv. Da kommen die guten Nach­richten gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn Walmart hat jüngst ein Patent mit Nutzung unter­schied­licher Kryp­to­wäh­rungen in einem Stromnetz angemeldet. 

Bitcoin und weitere Coins als Power hinter Stromnetz

Ansicht einer Walmart-​Filiale in den USA. – Quelle: Websinergia via Twitter

Der Einzel­han­dels­markt­führer Walmart aus den Verei­nigten Staaten hat zuletzt mit einer Patent­an­meldung für Aufmerk­samkeit in der Ener­giewelt gesorgt. Das am 14. Juni durch das U.S. Patent and Trademark Office (USPTO) bestä­tigte Konzept sieht vor, ein Stromnetz zu entwi­ckeln, das durch Bitcoin und weitere digitale Währungen ange­trieben wird. 

Mit seinem Konzept verfolgt Walmart vor allem zwei wichtige Ziele. Einer­seits soll es großen wie kleinen Unter­nehmen ermög­licht werden, ihren Ener­gie­ver­brauch deutlich effi­zi­enter zu kontrol­lieren. Der zweite Vorteil ist, dass die Nachfrage im betref­fenden Stromnetz durch die Nutzung eines öffentlich verteilten Trans­ak­ti­ons­ledgers zu regu­lieren. Inter­essant ist die Tatsache, dass das Patent bereits im Dezember 2017, also zum erwähnten Boom von Bitcoin und Co. ange­meldet wurde.

Seitdem ist viel geschehen. Befand sich die globale Markt­ka­pi­ta­li­sierung aller Kryp­to­wäh­rungen Ende Juli noch bei rund 300 Milli­arden $, rutschte sie mitt­ler­weile auf unter 130 Milli­arden $ ab. Es handelt sich zugleich um den schwächten Wert seit September 2017. Zur Anmeldung des Patents lag die globale Markt­ka­pi­ta­li­sierung noch bei rund 600 Milli­arden $. Auch Bitcoin selbst enttäuschte viele Inves­toren seit Ende Dezember schwer und ist aktuell nur noch unter 4.000$ pro Einheit wert. Wenn die Menschen also heute in ihrer Wallet Bitcoin aufbe­wahren, sollten sie sich der Tatsache bewusst sein, dass die Währungen oftmals recht volatil sind und deshalb Risiken beinhalten können.

Walmart stellt „Smart Package” vor. – Quelle: Marline Ytrade via Twitter

Wie funk­tio­niert das Energiesystem?

Neben Unter­nehmen sollen auch Privat­haus­halte die Möglichkeit erhalten, ein Blockchain-​Netzwerk von an das Stromnetz ange­schlos­senen Geräten nutzen. Doch wie funk­tio­niert das ganze System in der Vision von Walmart? Laut den Doku­menten sollen Nutzer jedem Gerät einen bestimmten Betrag an Bitcoin oder einer belie­bigen anderen Digi­tal­währung zuordnen können, der im Anschluss zum Kauf von Energie bei einem entspre­chenden Versorger genutzt werden kann. Wer nun also beispiels­weise 800 Litecoins kauft, kann im Anschluss den Gegenwert an Energie nutzen, etwa 800 kWh. 

Dabei ist die Kommu­ni­kation unter den Geräten von Bedeutung, um poten­ti­ellen Engpässen entge­gen­zu­wirken und damit zu verhindern, dass der Fernseher schwarz bleibt, während die Mikro­welle weiter­läuft.
Besonders inter­essant für Privat­haus­halte wird es dann, wenn wir auf die übrig­ge­blie­benen Anteile an Kryp­togeld blicken. Ihnen sollen unter­schied­liche Verwen­dungen ermög­licht werden. Eine davon ist es, sie in andere Netzwerke zu verteilen, die genutzt werden, etwa auf dem Camping­platz oder ähnlichem. 

Eine Alter­native wäre es, das Digi­talgeld an andere Nutzer zu verkaufen, die eine größere Summe als die ursprüng­liche benötigen. Drittens können diese auch einbe­halten werden, um sie als Gutschrift für die nächste Rechnung zu nutzen. Tatsächlich handelt es sich nicht um die erste Einbindung von Kryp­to­wäh­rungen vonseiten Walmarts. Zuvor inte­grierte der Konzern die Blockchain-​Technologie bereits in das „Smart Package”-System, das mit dem inte­grierten Tool den Inhalt eines Paketes, Bedin­gungen in der direkten Umgebung, den Ort sowie diverse weitere Details eruieren kann. Was durchaus etwas futu­ris­tisch klingen mag, ist bereit jetzt Realität.


Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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