kann ac dmart sein: Caravan oder Wohnmobil. Foto: Utahredrock - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Wie wird ein Caravan smart?

von | 4. Juni 2019

Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA‐Ver­ant­wort­li­chen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll. Im März nun befas­sten sich die For­scher mit smarten Wohnwagen und Caravans.

Alle sprechen vom Smart Home. Was ist aber mit Wohnwagen und Reise­mo­bilen? Immerhin ist das das „Zuhause für Unterwegs“. Zudem steigen seit Jahren deren Verkaufszahlen.

In ihrer Bache­lor­arbeit hat sich Johanna Wucher­pfennig diesem Thema am IGT gewidmet. Sie hat mögliche Anfor­de­rungen an einen „Smart Caravan“ zusam­men­ge­stellt und über mehrere Umfragen – teils online und teils persönlich auf Camping­plätzen – durch­ge­führt. Im Anschluss hat sie Empfeh­lungen für die Grund­aus­stattung sowie optionale Extras je nach Größe/​Art des Reise­mobils erstellt.

Themen­umfeld „Smart Caravan“

Da der Bereich Smart Home in der breiten Gesell­schaft immer mehr ankommt, bietet sich ein Tech­no­lo­gie­transfer von Gebäu­de­au­to­mation auch zum Reise­mobil an.

Für die Generation, die mit „smarten“ Tech­no­logien aufge­wachsen ist und diese selbst­ver­ständlich im Alltag nutzt, könnte dies eine attraktive Anregung zum Nutzen eines Freizeit-​Fahrzeugs darstellen.

Aber auch für die ältere Generation wäre es eine Erleich­terung im Urlaub­s­alltag ihr Reise­mobil auch im höheren Alter noch nutzen zu können. Vergleichbar ist hier die Nutzung von Elek­tro­fahr­rädern, die ebenfalls einen komfor­ta­bleren Nutzen darstellen und auch mit körper­licher Einschränkung einen weiteren Gebrauch ermöglichen.

Aufga­ben­stellung

Es galt heraus­zu­finden welche unter­schied­lichen Bedürf­nisse verschiedene Nutzer­gruppen haben. Deshalb wurden in einer Umfrage verschiedene Features abgefragt, die in einem smarten Caravan verbaut werden könnten. Hierbei wurde bewusst nicht auf die tech­nische Umsetzung einge­gangen. Der Endver­braucher soll unab­hängig von der tech­ni­schen Problem­stellung entscheiden können, was er für sein Wohl­be­finden benötigt oder als sinnvoll erachtet.

Durch die Umfrage konnte eine Bewertung der jeweils für die Teil­nehmer wich­tigsten Aspekte für kate­go­ri­sierte Fahr­zeug­klassen gemacht werden.

Mit dieser Bewertung wurden im Anschluss verschiedene Konfi­gu­ra­ti­ons­planer für die verschie­denen Fahr­zeug­klassen erstellt. Diese können als Leitfaden für ein Kunden­ge­spräch dienen, wodurch sicher­ge­stellt wird, dass im Verkaufs­ge­spräch keine Details vergessen werden. Ebenso soll dadurch eine fach­män­nische Beratung für die Kunden ermög­licht werden.

Durch­führung und Ergebnisse

Bereits zur Umfrage wurde in Fahr­zeug­klassen unter­schieden. Der Hinter­grund ist der, dass sich die typischen Nutzer einer Fahr­zeug­klasse in Alter bzw. Ansprüche stark unter­scheiden können. Zu jeder Fahr­zeug­klasse wurde dann eine Reihe von tech­ni­schen möglichen Features vorge­schlagen und in Bezug auf Akzeptanz untersucht.Hier die Ergebnisse:

Grafik: Johanna Wucherpfennig / IGT

Grafik: Johanna Wucher­pfennig /​IGT

Um als „Serie“ bezeichnet zu werden, mussten mindestens 50% der Befragten das Feature als „unbedingt“ gewünscht und weniger als 20% der Befragten das Feature als „irrelevant“ ausge­wählt haben. Mit „Mini­planer“, „Optional“ und „irrelevant“ wurden die anderen Features in abstei­gender Akzeptanz bezeichnet. Dabei sind die Features „Mini­planer“ zumindest die, die zu einem Verkaufs-​/​Beratungsprozesses im Rahmen eines kleinen Konfi­gu­ra­ti­ons­planers angeboten werden sollten.

Der Tipp des Monats des IGT kann hier voll­ständig gelesen werden.

Verweisen werden soll in diesem Zusam­menhang noch auf einen weiteren Beitrag des IGT, in dem es um die Bewertung von E‑Mobilen geht. Wichtig sind Reich­weite, basierend auf Leistung, Lade­zeiten und natürlich der Preis. Mehr dazu hier.

Inter­essant in diesem Zusam­menhang ist auch ein Ranking euro­päi­scher Haupt­städte nach ihren Ener­gie­ver­brauchen. Grüne Städte zeichnen sich auch durch einen hohen Anteil von smarter und „grüner“ also elek­tri­scher oder fahr­rad­ba­sierter Indi­vi­dual­mo­bi­lität aus. Mehr dazu hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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