Sie wächst und wächst – und enthält Benzin

Wird vor allem als Zierpflanze genutzt, kann aber auch der Treibstoffproduktion dienen: die Benzinpflanze. Foto: Frank Urbansky

Eine exo­ti­sche Pflanze ist in der Lage, Benzin zu pro­du­zie­ren. Und das fast ganz von allein, ohne raf­fi­nierte Pro­zesse. Genutzt wird das Wolfs­milch­ge­wächs im großen Maßstab jedoch nicht. Doch das könnte sich ändern. Erträge und über­schau­bare Pro­zess­schritte machen sie eigent­lich attrak­tiv für die Biosprit-Gewinnung.

Sie heißt Euphor­bia tiru­calli und trägt im Deut­schen auf­grund ihrer Blatt­form und ‑stärke den wenig poe­ti­schen Namen „Blei­stift­strauch“ – manch­mal wird sie auch Milch­busch oder Gum­mi­he­cke genannt. Das Beson­dere an ihr: Sie enthält lang­ket­tige Koh­len­was­ser­stoffe, die Benzin sehr ähnlich sind. Ursprüng­lich behei­ma­tet ist die Pflanze im Osten und Süden Afrikas, von dort ver­brei­tete sie sich in zahl­rei­che tro­pi­sche Länder. Aber eben nicht zur ener­ge­ti­schen Nutzung, sondern als Zier­pflanze.

Dabei kann sie eben mehr als nur schön aus­se­hen. Denn die Koh­len­was­ser­stoffe, die sowohl im Samen als auch in der Pflan­zen­flüs­sig­keit selbst vor­han­den sind, wären nutzbar. Die Samen ent­hal­ten bis zu 50 Prozent fettes Öl. Im Milch­saft, der das größere Poten­zial hat, schlum­mern bis zu 12 Prozent Koh­len­was­ser­stoffe in Form von Ter­penen, die sich in einen ben­zin­ähn­li­chen Kraft­stoff ver­wan­deln lassen.

Hohe Erträge möglich

Die Tank-Teller-Diskussion würde man allein schon dadurch umgehen, weil der Blei­stift­strauch in ariden Gebie­ten wächst. Das sind steppen- und wüs­ten­ar­tige Gegen­den, in denen gene­rell Suk­ku­len­ten, zu denen auch die Kakteen zählen, gut wachsen und sonst nicht allzu viel grünt. Die mög­li­chen Erträge werden auf min­des­tens 4.000 Liter je Hektar geschätzt. Zum Ver­gleich: Von Rapsöl, das man hier­zu­lande in seiner ver­es­ter­ten Form als Die­sel­er­satz nutzt, sind es maximal 1.000 Liter je Hektar. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 02/2020 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

1 Kommentar

  1. Nach­wach­sende Roh­stoffe sind unsere Zukunft und ich danke Ihnen für diesen Beitrag, der zeigt uns allen, dass wir uns noch viel mehr darum bemühen müssen, die Wirk­wei­sen unserer Pflan­zen zu erfor­schen. Das muss die Politik noch viel mehr fördern.
    VG

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