Im Westville wird Abwärme eines Rechenzentrums genutzt. Foto: Mainova

Abwärme birgt ein riesiges Ener­gie­po­tenzial – und bleibt zu häufig ungenutzt

von | 17. April 2023

Die Abwärme lag lange Zeit brach, nun wird sie selbst von der Politik entdeckt – als ein Mittel für die dahin­schlei­chende Wärme­wende. Die Poten­ziale sind groß, der tech­nische Aufwand für ihre Nutzung wie auch bei Umwelt­wärme ebenfalls. Dennoch: Erste Projekte zeigen, wie es gehen könnte.

Die Bundes­re­gierung will, dass 2030 jede zweite im Gebäu­de­be­reich verbrauchte Kilo­watt­stunde Wärme aus erneu­er­baren Energien stammt. Ohne die Nutzung von Abwärme wird dies nicht möglich sein. Und die steckt hier­zu­lande noch in den Kinder­schuhen. Selbst im Koali­ti­ons­vertrag taucht Abwärme nur im Zusam­menhang mit Rechen­zentren auf – auch wenn hier wirklich große Poten­ziale schlummern. Dabei muss die Abwärme nicht aus gewerb­lichen oder indus­tri­ellen Prozessen stammen, sie kann auch aus Aquiferen kommen oder der Kana­li­sation. Viel­ver­spre­chende Projekte beweisen, dass es klappt. Die Poten­ziale sind groß. Das tech­nische Nach­fra­ge­po­tenzial netz­ge­bun­dener Abwärme wird nach Angaben des Instituts ifeu auf 32,1 TWh (oder 5 % des gesamten deutschen Heiz­wär­me­be­darfs) geschätzt. Direkt davon genutzt werden könnten 22. Weitere 6 TWh könnten mittels Wärme­pumpen in Nahwär­me­netzen und Nieder­tem­pe­ra­tur­netzen nutzbar gemacht werden.

Rechen­zentren

Abwärme wird im Koali­ti­ons­vertrag der jetzigen Bundes­re­gierung nur im Zusam­menhang mit Rechen­zentren genannt. Die Tempe­ra­tur­ni­veaus sind nicht sehr hoch, dafür sind sie als Wärme­quelle leicht zu erschließen. Das Berliner Borderstep Institut schätzt, dass die Hälfte der über 50.000 Betreiber von Rechen­zentren denkt, damit Energie sparen zu können. Ein knappes Drittel mache das schon. Alle deutschen Rechen­zentren zusammen produ­zieren jedes Jahr 13 TWh Abwärme oder 14 % des gesamten Ener­gie­ver­brauchs der Haushalte. …


Gekürzt. Geschrieben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­ständige Beitrag erschien in der Nummer 04/​2023. Gratis testen unter https://​www​.haufe​-immo​bi​li​en​wirt​schaft​.de

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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