Das Zielbild vieler kommunaler Wärmepläne hat nur begrenzt mit der Realität in den Heizungskellern zu tun. Auf dem Papier ist die Stoßrichtung oft eindeutig: Fernwärme, wo immer es technisch möglich erscheint. In der Praxis jedoch sind die Investitions- und Betriebskosten hoch – während dezentrale Lösungen in den meisten Fällen deutlich günstiger und schneller umsetzbar sind.
Schon heute stoßen kommunale Wärmepläne an drei harte Grenzen: Finanzierung, Zeit und Umsetzbarkeit. Wärmenetze müssen geplant, genehmigt, gebaut und finanziert werden. Gebäude sind zu sanieren, Übergabestationen zu installieren, Trassen zu verlegen und Erzeugungsanlagen umzubauen. All das geschieht in einem Umfeld knapper kommunaler Haushalte, hoher Baukosten, fehlender Fachkräfte und wachsender sozialer Sensibilität gegenüber steigender Wohn- und Energiekosten.
Der bundesweite Stand der Wärmeplanung zeigt diese Diskrepanz nüchtern. Bis Anfang Mai 2025 haben 5.085 Gemeinden (47 Prozent) mit der Wärmeplanung begonnen, lediglich 488 Gemeinden (4,5 Prozent) verfügen über einen fertigen Wärmeplan. Zwar leben über 80 Prozent der Bevölkerung in Kommunen mit laufender oder abgeschlossener Planung, doch die regionale Umsetzung variiert erheblich. Baden-Württemberg ist aufgrund früher Landespflichten weit vorangekommen, während anderswo Datenlücken bestehen – auch, weil es keine bundesweite Meldepflicht gibt. …





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