Digitalisierungsgesetz zur Energiewende: Haushalte fein raus

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Hauptansatzpunkt der Digitalisierung: Der Stromzähler.

Im vor­ges­tern vor­ge­legten Entwurf des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende bleibt die 600-kWh-Grenze erhalten. Das bedeutet, dass alle Haushalte, die weniger als 6000 kWh Strom im Jahr ver­brau­chen, von der Einbaupflicht eines Smart Meters ver­schont bleiben. Das dürfte der deut­lich über­wie­gende Anteil aller Haushalte in Deutschland sein.

Nach Angaben des BDEW ver­braucht ein mitt­lerer Haushalt in Deutschland zwi­schen 3.100 und 3.200 kWh im Jahr. Selbst 5-Eprosnen-haushalte kommen gerade mal auf 5.400 kWh. Für die wenigen ver­blei­benden Haushalte werden Unkosten in Höhe von 100 Euro benannt. (Ein Beitrag über den Zusammenhang zwi­schen Smart Home und Speichern in Einfamilienhäusern findet sich bei meinem Energiebloggerkollegen Thorsten Zoerner vom Blog Stromhaltig). Damit bleibt das Gesetz vor allem ein Instrument, um bei Industrie und Gewerbe die Energieeinsparung via Digitalisierung vor­an­zu­treiben.

BSI legt fest, was ein Smart Meter ist

Das Gesetz legt fest, welche Systeme zuge­lassen sind. Generell müssen sie die Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfüllen und ein Gütesiegel erhalten. Es muss die zuver­läs­sige Erhebung, Verarbeitung, Übermittlung, Protokollierung, Speicherung und Löschung von aus Messeinrichtungen stam­menden Messwerten gewähr­leisten.
Verbraucher sollen zum Beispiel Informationen über den tat­säch­li­chen Energieverbrauch sowie Informationen über die tat­säch­liche Nutzungszeit erhalten. Zu den Voraussetzungen für intel­li­gente Messsysteme gehört auch die Gewährleistung einer sicheren Verbindung in Kommunikationsnetze. Damit könnten etwa die Grenzen für den maxi­malen Eigenstromverbrauch für das Smart-Meter-Gateway  ein­ge­halten werden.

EnWiPo-Lesetipp:  Ostdeutsches Energieforum: Drei Stühle, zwei Meinungen

Bundesrat gegen Bundesregierung

Die Grenzen für den maxi­malen Eigenstromverbrauch werden von der Bundesnetzagentur fest­ge­legt. Der Bundesrat begrüßt die Flexibilisierung des Gesamtsystems und die Partizipationschancen der Bürger an der Energiewende. Worin diese aller­dings liegen soll, bleibt schlei­er­haft, da sich ja kaum jemand einen Smart Meter ein­bauen wird, der es nicht muss. Allerdings will die Länderkammer für die Endkunden last­fle­xible Tarife. Diese wurden ind en letzten Jahren vond en Stadtwerken für pri­vate Kunden stark zurück­ge­fahren. Im Gegensatz zur Bundesregierung hat der Bundesrat aller­dings auch gene­rell ver­langt, das der Einbau frei­willig bleiben sollte. Das wurde von der Bundesregierung zurück­ge­wiesen.

5 Kommentare zu Digitalisierungsgesetz zur Energiewende: Haushalte fein raus

  1. Nun ja ich bin schon „stolzer Besitzer“ eines sog. „Smartmeters“ tat­säch­lich zwei von den Dingern mit zusammen 5 Anzeigen.

    Leider muss ich die Dinger noch immer „hän­disch“ ablesen – nix übers Internet oder wenigs­tens übers hei­mi­sche Netzwerk (was mir völlig genügen würde).

    Warum – weil sich wie o. beschrieben keiner VORHER Gedanken dar­über gemacht hat, wie diese Pflichtmesstellen irgendwie ein­ge­bunden werden sollen – seit dem nun­mehr 5. Jahr melde ich meine Daten per E-Mail an meinen Netzbetreiber / EVU, der sie dann nun zum 5. mal falsch in die not­wen­digen berech­nungen ein­trägt.

    Ob bei soviel Unvermögen ein Netzwerk das Richtig sein wird, ich habe da so meine Zweifel…

  2. Solange an die Kommunikation von Smart Metern die selben Sicherheitsanforderungen gestellt werden, wie z.B. bei den Signalen für die Sekundärregelung von Kraftwerken, hätte ich da kein Problem.

    Dort werden die Fernwirkprotokolle IEC 60870-5-101 für die seri­elle Übertragung oder ge­mäß IEC 60870-5-104 für die TCP/IP basierte Kommunikation ein­ge­setzt.

    Die 104er Verbindungen sind Punkt zu Punkt – VNP-Verbindungen. Am Übergang zum Kraftwerk, ist ein Protokollumsetzer 104 / 101 und ein 101er Modul setzt auf Binär- und Analogsignale um. Um wieder in die digi­tale Welt zu kommen, geht der ganze Weg dann rück­wärts analog/binär nach 101 und 101/104 und dann wie­derum per VPN auf red­un­dante vir­tu­elle Server, die aus­schließ­lich für diese Kommunikation instal­liert und betrieben werden. Relativ zum Leitsystem sind diese Server pas­sive Clients, das Leitsystem holt sich die Befehle ab und schickt „per push“ die Infos Richtung ÜNB. Das kom­plette System ist voll­ständig red­un­dant auf­ge­baut und wird an meh­reren Stellen auf Datenintegrität der beiden red­un­dante Strecken über­wacht…
    Nebenbei – die ÜNB unter­halten ein sogar phy­si­ka­lisch gänz­liche getrenntes Lichtwellenleiter-Netz von allen anderen digi­talen Netzen. Eigene LWL Verbindungen auf eigenen, räum­lich von allen anderen LWL Netzen unab­hän­gigen Trassen.

    Wenn also die Sicherheit jedes Einzelnen genauso geschützt wird, wie es in der Energieversorgung üblich ist, dann habe ich absolut nichts gegen smart mete­ring, smart grid etc.

    LG jogi

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