Digitalisierungsgesetz zur Energiewende: Haushalte fein raus

Komponente für die moderne Haustechniksteuerung: intelligente Verbrauchszähler. Foto: pixabay Smart home, TGA, Haustechnik, Automation, Heizung, Lüftung, Kühlung
Komponente für die moderne Haustechniksteuerung: intelligente Verbrauchszähler. Foto: pixabay

Im vor­ges­tern vor­ge­leg­ten Entwurf des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende bleibt die 600-kWh-Grenze erhal­ten. Das bedeu­tet, dass alle Haushalte, die weni­ger als 6000 kWh Strom im Jahr ver­brau­chen, von der Einbaupflicht eines Smart Meters ver­schont blei­ben. Das dürfte der deut­lich über­wie­gende Anteil aller Haushalte in Deutschland sein.

Nach Angaben des BDEW ver­braucht ein mitt­le­rer Haushalt in Deutschland zwi­schen 3.100 und 3.200 kWh im Jahr. Selbst 5-Eprosnen-haushalte kom­men gerade mal auf 5.400 kWh. Für die weni­gen ver­blei­ben­den Haushalte wer­den Unkosten in Höhe von 100 Euro benannt. (Ein Beitrag über den Zusammenhang zwi­schen Smart Home und Speichern in Einfamilienhäusern fin­det sich bei mei­nem Energiebloggerkollegen Thorsten Zoerner vom Blog Stromhaltig). Damit bleibt das Gesetz vor allem ein Instrument, um bei Industrie und Gewerbe die Energieeinsparung via Digitalisierung vor­an­zu­trei­ben.

BSI legt fest, was ein Smart Meter ist

Das Gesetz legt fest, wel­che Systeme zuge­las­sen sind. Generell müs­sen sie die Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfül­len und ein Gütesiegel erhal­ten. Es muss die zuver­läs­sige Erhebung, Verarbeitung, Übermittlung, Protokollierung, Speicherung und Löschung von aus Messeinrichtungen stam­men­den Messwerten gewähr­leis­ten.
Verbraucher sol­len zum Beispiel Informationen über den tat­säch­li­chen Energieverbrauch sowie Informationen über die tat­säch­li­che Nutzungszeit erhal­ten. Zu den Voraussetzungen für intel­li­gente Messsysteme gehört auch die Gewährleistung einer siche­ren Verbindung in Kommunikationsnetze. Damit könn­ten etwa die Grenzen für den maxi­ma­len Eigenstromverbrauch für das Smart-Meter-Gateway  ein­ge­hal­ten wer­den.

EnWiPo-Lesetipp:  Stadtwerke brauchen neue Geschäftsmodelle

Bundesrat gegen Bundesregierung

Die Grenzen für den maxi­ma­len Eigenstromverbrauch wer­den von der Bundesnetzagentur fest­ge­legt. Der Bundesrat begrüßt die Flexibilisierung des Gesamtsystems und die Partizipationschancen der Bürger an der Energiewende. Worin diese aller­dings lie­gen soll, bleibt schlei­er­haft, da sich ja kaum jemand einen Smart Meter ein­bauen wird, der es nicht muss. Allerdings will die Länderkammer für die Endkunden last­fle­xi­ble Tarife. Diese wur­den ind en letz­ten Jahren vond en Stadtwerken für pri­vate Kunden stark zurück­ge­fah­ren. Im Gegensatz zur Bundesregierung hat der Bundesrat aller­dings auch gene­rell ver­langt, das der Einbau frei­wil­lig blei­ben sollte. Das wurde von der Bundesregierung zurück­ge­wie­sen.

5 Kommentare

  1. Nun ja ich bin schon „stol­zer Besitzer“ eines sog. „Smartmeters“ tat­säch­lich zwei von den Dingern mit zusam­men 5 Anzeigen.

    Leider muss ich die Dinger noch immer „hän­di­sch“ able­sen – nix übers Internet oder wenigs­tens übers hei­mi­sche Netzwerk (was mir völ­lig genü­gen würde).

    Warum – weil sich wie o. beschrie­ben kei­ner VORHER Gedanken dar­über gemacht hat, wie diese Pflichtmesstellen irgend­wie ein­ge­bun­den wer­den sol­len – seit dem nun­mehr 5. Jahr melde ich meine Daten per E-Mail an mei­nen Netzbetreiber / EVU, der sie dann nun zum 5. mal fal­sch in die not­wen­di­gen berech­nun­gen ein­trägt.

    Ob bei soviel Unvermögen ein Netzwerk das Richtig sein wird, ich habe da so meine Zweifel…

  2. Solange an die Kommunikation von Smart Metern die sel­ben Sicherheitsanforderungen gestellt wer­den, wie z.B. bei den Signalen für die Sekundärregelung von Kraftwerken, hätte ich da kein Problem.

    Dort wer­den die Fernwirkprotokolle IEC 60870-5-101 für die seri­elle Übertragung oder ge­mäß IEC 60870-5-104 für die TCP/IP basierte Kommunikation ein­ge­setzt.

    Die 104er Verbindungen sind Punkt zu Punkt – VNP-Verbindungen. Am Übergang zum Kraftwerk, ist ein Protokollumsetzer 104 / 101 und ein 101er Modul setzt auf Binär- und Analogsignale um. Um wie­der in die digi­tale Welt zu kom­men, geht der ganze Weg dann rück­wärts analog/binär nach 101 und 101/104 und dann wie­derum per VPN auf red­un­dante vir­tu­elle Server, die aus­schließ­lich für diese Kommunikation instal­liert und betrie­ben wer­den. Relativ zum Leitsystem sind diese Server pas­sive Clients, das Leitsystem holt sich die Befehle ab und schickt „per push“ die Infos Richtung ÜNB. Das kom­plette System ist voll­stän­dig red­un­dant auf­ge­baut und wird an meh­re­ren Stellen auf Datenintegrität der bei­den red­un­dante Strecken über­wacht…
    Nebenbei – die ÜNB unter­hal­ten ein sogar phy­si­ka­li­sch gänz­li­che getrenn­tes Lichtwellenleiter-Netz von allen ande­ren digi­ta­len Netzen. Eigene LWL Verbindungen auf eige­nen, räum­lich von allen ande­ren LWL Netzen unab­hän­gi­gen Trassen.

    Wenn also die Sicherheit jedes Einzelnen genauso geschützt wird, wie es in der Energieversorgung üblich ist, dann habe ich abso­lut nichts gegen smart mete­ring, smart grid etc.

    LG jogi

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