Die Energiewirtschaft hat bei den PV-Ausschreibungen die Nase vorn. Foto: EnBW / Uli Deck

4. PV-​Ausschreibung: Nur eine Genos­sen­schaft traut sich

von | 14. Juli 2016

Zur vierten Ausschrei­bungs­runde für Photovoltaik-​Freiflächenanlagen wurden 108 Gebote einge­reicht. Wie die Bundes­re­gierung mitteilt, betrug das gesamte Gebots­vo­lumen 539.790 Kilowatt. Der nied­rigste Gebotswert habe bei 6,94 Cent pro Kilo­watt­stunde und der höchste bei 10,98 Cent pro Kilo­watt­stunde gelegen. Der mengen­ge­wichtete Durch­schnittswert betrage 7,97 Cent pro Kilowattstunde.

Die Genos­sen­schaften, bisher einer der Träger der Ener­gie­wende, haben sich, wie das schon zu befürchten war, aus den Ausschrei­bungen weitest­gehend heraus­ge­halten. Lediglich eine Genos­sen­schaft habe sich bei einem Projekt von 1,4 MW beteiligt.

4. PV Ausschreibung Daten der Bieter kWh juristische Personen

Daten: Bundestag

Hinzu kommen noch 2 andere juris­tische Personen, deren Status jedoch im Bericht unklar bleibt und die sich um knapp 10 MW bewerben, sowie 6 natür­liche Personen mit 6,3 MW.

4. PV Ausschreibung Daten der Bieter kWh juristische Personen

Damit verschärft sich der Trend, der schon bei der 2. Ausschrei­bungs­runde zu sehen war und sich bei der 3. Ausschrei­bungs­runde verdichtete – die Ener­gie­wende in Bürgerhand ist durch das Ausschrei­bungs­modell abgewürgt. Denn von allen Geboten, insgesamt 108, wurden nur 9 von Bürgern oder Genossen abgegeben. Das sind gerade mal 8,3 %. in der 3. Ausschrei­bungs­runde waren es noch 18,6 %. Der übergroße Rest waren, wie auch jetzt, reine Wirtschaftsunternehmen.


Eine Möglichkeit, wie Bürger auch außerhalb von Genos­sen­schaften an der Ener­gie­wende beteiligt werden können, wird hier von den Energieblogger-​Kollegen auf dem Blog Milk the Sun beschrieben.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Effizient heizen mit Wasser­stoff und Katalysator

Effizient heizen mit Wasser­stoff und Katalysator

Die Dekarbonisierung des Wärmesektors wird häufig auf Wärmepumpen und Fernwärme reduziert. Doch gerade in Industrie und Gewerbe stößt eine vollständige Elektrifizierung an technische und wirtschaftliche Grenzen. Hohe Vorlauftemperaturen, begrenzte...

Poten­ziale von weißem Wasser­stoff äußerst begrenzt

Poten­ziale von weißem Wasser­stoff äußerst begrenzt

In der Farbsystematik des Wasserstoffs taucht auch die Farbe Weiß auf: Sie steht für natürlich entstehenden Wasserstoff, der theoretisch energetisch genutzt werden könnte. Die damit verbundenen Erwartungen sind groß. Doch bei näherer Betrachtung erweisen sich die...

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen einen schnelleren Anschluss von Grünstrom-Einspeisern aus Biogasanlagen und können zugleich die Kosten für den Netzausbau senken. In Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine solche Anlage ans Netz gebracht. Grünstrom...

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen einen schnelleren Anschluss von Grünstrom-Einspeisern aus Biogasanlagen und können zugleich die Kosten für den Netzausbau senken. In Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine solche Anlage ans Netz gebracht. Grünstrom...