Kopen­ha­ge­ner Fern­wärme zu über 50 % aus Bio­masse

Heizkraftwerk von HOFOR auf der Kopenhagener Insel Amager. Befeuert wird es mit Holz- und Strohpellets sowie zu Teilen mit Kohle. Foto: Bob Collowân / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0
Heizkraftwerk von HOFOR auf der Kopenhagener Insel Amager. Befeuert wird es mit Holz- und Strohpellets sowie zu Teilen mit Kohle. Foto: Bob Collowân / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

Im Groß­raum Kopen­ha­gen werden über 1 Mil­lio­nen Men­schen mit Fern­wärme ver­sorgt. Doch während hier­zu­lande dafür gas­be­trie­bene KWK-Großkraftwerke oder die Abwärme von Koh­le­kraft­wärme genutzt wird, ver­bren­nen die Dänen lieber Bio­masse und Müll.

Das berich­tet die aktu­elle Ausgabe der Wärmewende-Info Nr. 22 von Ralf Radloff, pen­sio­nier­ter Wärmemarkt-Experte des Minis­te­rium für Ener­gie­wende, Land­wirt­schaft, Umwelt und länd­li­che Räume des Landes Schleswig-Holstein , die dem­nächst hier ver­öf­fent­licht wird.

Noch in diesem Jahr wird DONG ein 793 MW starkes Kraft­werk kom­plett auf Pellets umrüs­ten. HOFOR hat auf der Insel Amager bereits eines umge­rüs­tet mit 319 MW elek­tri­scher und 583 MW Fernwärme-Leistung. Die Pellets werden welt­weit beschafft. Ein wei­te­rer Schritt hin weg von den Fos­si­len, wofür unsere nörd­li­chen schon seit über 20 Jahren arbei­ten.

Die andere große Wär­me­kom­po­nente wäre Müll. Der Wär­me­mix im nächs­ten Jahr und bis 2025 wird in etwa so aus­se­hen (MWh und %):

Kopenhagener Energiemix bei Fernwärme
Kopen­ha­ge­ner Ener­gie­mix bei Fern­wärme

Das Netz für diese Wärme liegt bei ins­ge­samt 24 über­wie­gend kom­mu­nal bestimm­ten Betrei­bern. Davon sind ledig­lich 3 in grö­ße­rem Maßstab in der Fernwärme-Produktion aktiv. Eine nicht bekannte Zahl unter­hält aber unge­fähr 40 dezen­trale Spit­zen­heiz­werke auf Öl- und Gas­ba­sis.

Diese Ent­wick­lung ist der däni­schen Politik geschul­det, an der sich auch die Kopen­ha­ge­ner Ener­gie­wirt­schaft­ler ori­en­tie­ren. Sie ver­folgt nicht mehr vor­ran­gig das Ziel der Ver­rin­ge­rung der Abhän­gig­keit von Erd­öl­im­por­ten, sondern auch Kli­ma­schutz­ziele. 2 Prä­mis­sen sind dabei ent­schei­dend:

Die zen­tra­len, klas­sisch mit Kohle betrie­be­nen KWK-Anlagen werden nach und nach ent­we­der biva­lent ein­setz­bar gemacht oder völlig auf den Einsatz von Bio­masse umge­rüs­tet. Erneu­er­bare Ener­gien (mit dem bio­ge­nen Anteil im Müll) tragen 2016 zu 53 % zur Wär­me­be­darfs­de­ckung bei. Kohle spielt eine immer gerin­gere Rolle.

Ein Groß­teil der kom­mu­na­len Wär­me­pläne wird seit rund 10 Jahren nach und nach über­ar­bei­tet und bis­he­rige Erd­gas­vor­rang­ge­biete in großem Maßstab mit Fern­wärme erschlos­sen.

Daraus resul­tiert der auch immer gerin­ger wer­dende Anteil von Erdgas an der Fern­wär­me­ver­sor­gung. Aller­dings – die an sich schrump­fende Bedeu­tung von KWK im däni­schen Wär­me­markt werden auch die Kopen­ha­ge­ner Pläne nicht auf­hal­ten.

Vor­schau­bild: Heiz­kraft­werk von HOFOR auf der Kopen­ha­ge­ner Insel Amager. Befeu­ert wird es mit Holz- und Stroh­pel­lets sowie zu Teilen mit Kohle. Foto: Bob Col­lo­wân / Wiki­me­dia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

2 Kommentare

  1. Hallo Herr Urban­sky,
    wissen Sie wie die Dänen sicher­stel­len, dass die Pellets nur aus nach­hal­ti­gem Wald­an­bau, und nicht wie in Berlin bei Vat­ten­fall bereits gesche­hen z.B. aus afri­ka­ni­schen Regen­wald­re­gio­nen kommen?
    Viele Grüße,
    PSK

    • Nein, Herr Krämer, das weiß ich leider nicht, ist aber ein will­kom­me­ner Recher­che­an­lass. Mit freund­li­chen Grüßen FU

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