EEWär­meG: Keine 15 % Erneu­er­bare im Bestand

Profiteur vom neuen MAP: Solarthermie, hier für die Heizungsunterstützung. Foto: Urbansky
Solarthermie ist eine gute Erfüllungsoption für Erneuerbare Energien bei Bestandssanierungen. Foto: Urbansky

Die 15 % Erneu­er­bare Ener­gien zur Wär­me­er­zeu­gung, die in Baden Würt­tem­berg für Haus­sa­nie­rer schon jetzt Pflicht sind, werden wohl keinen Eingang ins neue EEWär­meG finden. Der Aus­schuss für Wirt­schaft und Energie hat gestern einen ent­spre­chen­den ein­ge­brach­ten Entwurf der Grünen mit den Stimmen der Koali­tion abge­lehnt, während Linke und Grüne dafür stimm­ten.

Vor­ge­se­hen waren in dem Antrag zudem Ersatz­maß­nah­men wie bei­spiels­weise die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen oder der Anschluss an ein Wär­me­netz. Ver­schie­dene Maß­nah­men sollen mit­ein­an­der kom­bi­niert werden können.

Die Union setzt hin­ge­gen auf frei­wil­lige Maß­nah­men wie das Markt­an­reiz­pro­gramm (MAP) und den Natio­na­len Akti­ons­plan für Ener­gie­ef­fi­zi­enz (NAPE). Auch die SPD wies auf die bestehen­den Pro­gramme hin und kün­digte außer­dem einen Vor­schlag der Koali­tion zum Wär­me­be­reich an. Die Linken for­derte eine Ver­drei­fa­chung der Anstren­gun­gen im Wär­me­sek­tor, um die Kli­ma­ziele zu errei­chen. Erst 4,5 Mil­lio­nen Haus­halte würden ihren Wär­me­be­darf durch erneu­er­bare Ener­gien decken. Das sei zu wenig.

Neues EEWär­meG über­flüs­sig

Aktuell liegt der Anteil von Erneu­er­ba­ren Ener­gien im Wär­me­sek­tor bei 12,2 %, davon werden gut 80 % von Bio­mas­se­hei­zun­gen abge­deckt, also Kaminen mit Holz oder Pellet- sowie Hack­schnit­zel­hei­zun­gen. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 14 % erhöht werden. Er könnte dann, dank MAP und NAPE sogar bei 16,3 % liegen. Zur Wirt­schaft­lich­keit der mit erneu­er­ba­ren Ener­gien betrie­be­nen Wär­me­an­la­gen heißt es in Zweiten Erfah­rungs­be­richt zum EEWär­meG, diese könnten Wärme bereits viel­fach zu ver­gleich­ba­ren Kosten bereit­stel­len wie Anlagen, die fossile Ener­gie­trä­ger wie Öl oder Gas ver­wen­den würden. Den typi­scher­weise höheren Inves­ti­ti­ons­kos­ten würden deut­lich nied­ri­gere Betriebs­kos­ten gegen­über­ste­hen.

Gene­rell frag­lich ist, ob es ein neues EEWär­meG geben wird. Denn durch die ver­schärf­ten Bedin­gun­gen der EnEV, die prak­tisch nur noch mit einem recht hohen Anteil an Erneu­er­ba­ren Ener­gien zu erfül­len sind, ist ein EEWär­meG, das genau das fest­legt, eigent­lich über­flüs­sig.


Über Wider­sprüch­lich­kei­ten im MAP schreibt Energieblogger-Kollege Olof Matthaei hier in seinem Blog energie effi­zi­ent sparen.

1 Kommentar

  1. Das Geeiere der Bun­des­re­gie­rung geht ganz schön auf die Nerven.

    Nach Paris (0 fossile für Heizung und WW) bleibt ver­nünf­ti­ger Weise eigent­lich nur noch fol­gende Stra­te­gie übrig:
    — Neubau als Pas­siv­haus
    — Altbau auf min. KfW 40 Stan­dard iso­lie­ren

    Heizung und WW:
    — ggf. über­gangs­weise Gas-KWK oder Pellet-KWK, wobei Pellet-KWK für Passivhaus/KfW40 viel zu viel Wärme macht
    — nur noch Wär­me­pum­pen und Solar­ther­mie (da auch Absor­ber, statt high­tech Kol­lek­to­ren), kom­bi­niert mit mög­lichst viel PV.

    Für mein eigenes, pri­va­tes For­schungs­pro­jekt unter­su­che ich derzeit, Beton­ab­sor­ber — Betonerd(zwischen)speicher + Absor­ber unter ca. 50m² PV Anlage. Das sind eigent­lich schon lange bekannte Tech­no­lo­gien, die jedoch kaum bekannt sind.

    Beton­ab­sor­ber und Absor­ber unter PV können bis zu 60°C heiß werden und reichen im Sommer zusam­men mit einer FriWa Station lässig aus, WW nur mit Umwälz­pum­pen­strom (ähnlich wie bei ST) zu gewähr­leis­ten. Da liegt der COP dann bei 30 — 50, je nach hydrau­li­scher Aus­le­gung — WP sind da weit abge­schla­gen.

    Beton­ab­sor­ber nehmen auch diffuse Strah­lung auf und können im Winter wet­ter­ab­hän­gig deut­lich bessere COPs liefern, als Erd­quel­len. Durch eine Kom­bi­na­tion von Beton­ab­sor­ber und Beton­erd­wär­me­spei­cher kann dieser Vorteil zwi­schen­ge­spei­chert und auch nachts oder an »schlech­te­ren Tage« genutzt werden.

    Span­nend wird die »worst case« Analyse — Köln 14 Tage zwi­schen ‑15°C und ‑18°C bei gleich­zei­tig strah­len­dem Son­nen­schein 15. — 30.12. mit PVGis Daten. (Gab es vor ? 8 Jahren mal in Köln).

    Mein Bauch­ge­fühl sagt mir, dass all die high­tech ST zwar für spe­zi­elle Anwen­dun­gen (z.B. VRK für Fern­wär­me­netze oder große Wohn­ein­hei­ten) ihre Berech­ti­gung haben mögen, aber gegen­über viel preis­wer­te­ren und uni­ver­sel­ler nutz­ba­ren Absor­bern im pri­va­ten Haus­tech­nik­be­reich mit­tel­fris­tig unter­ge­hen werden.

    Aller­dings ist da noch einige Ent­wick­lungs­ar­beit zu machen — Absor­ber als alter­na­tive Quelle für WP oder direkte Behei­zung für WW — Hydrau­lik­schal­tun­gen dafür, geschweige denn Rege­lungs­kon­zepte, sind im Netz nir­gends zu finden. (grummel — hab ich zumin­dest nicht gefun­den..)

    was ich da so raus­finde, werde ich in meinem web­sei­ten­link ver­öf­fent­li­chen…

    LG jogi

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