Diskussion zum EEWärmeG: Die verdammten 15 %

Erneuerbare wie Solarthermie sind im Neubau längst Alltag, im Bestand wollen sie die Grünen zur Pflicht machen. Foto: Urbansky
Erneuerbare wie Solarthermie sind im Neubau längst Alltag, im Bestand wollen sie die Grünen zur Pflicht machen. Foto: Urbansky

Die Anhörung zur Novellierung des EEWärmeG, die von den Grünen vor­ge­schlagen wurde, geriet erwar­tungs­gemäß recht wider­sprüch­lich. Hauptkritikpunkt ist der Vorschlag, bun­des­weit bei Sanierungen im Bestand auch 15 % Wärmeenergie, ähn­lich der Regelung im baden-württembergischen EWärmeG, aus Erneuerbaren zu gewinnen.

Haus & Grund spricht sich gegen diesen Zwang aus, dessen Nutzen auch im Ländle durchaus umstritten ist. Hier hätten viele Hauseigentümer lieber in die Reparatur ihrer alten Heizungsanlagen inves­tiert, um so die hohen Kosten der Installation von Anlagen zur Nutzung erneu­er­barer Energien zu ver­meiden.

Das bestä­tigte auch Manfred Greis vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie. In Baden-Württemberg seien vor Inkrafttreten des dor­tigen Gesetzes 4.500 Anlagen saniert worden, ohne dass es zum Einsatz erneu­er­barer Energien gekommen sei. Ordnungsrechtliche Anforderungen könnten bei Neubauten ange­wendet werden. Im Gebäudebestand sei dagegen auf eine ver­ste­tigte und attrak­tive Förderung erneu­er­barer Energien sowie auf ver­bes­serte Rahmenbedingungen zu setzen.

Martin Bentele vom Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband und Hermann Falk vom Bundesverband Erneuerbare Energie sahen das anders und ver­wiesen auf die gegen­wärtig nied­rigen Öl- und Gaspreise. Diese würden Verbraucher vom Heizungstausch abhalten. Die Energiewende am Wärmemarkt sei aber in den letzten Jahren ohnehin kaum vor­an­ge­kommen, so Bentele. Falk erklärte zudem, solange die Preise fos­siler Energieträger die tat­säch­li­chen Klima- und Umweltschadenskosten nicht abbilden würden, seien wirk­same auch ord­nungs­recht­liche Anforderungen für den Gebäudebestand not­wendig.

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Martin Pehnt vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg erklärte, die Dynamik des Zubaus habe deut­lich nach­ge­lassen. Der durch­schnitt­liche deut­sche Kesselbestand sei zu alt.

Mehrere Sachverständige spra­chen sich für eine Zusammenlegung von Energieeinspargesetz, Energieeinsparverordnung und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz aus.

Zum aktu­ellen Stand: Der Anteil erneu­er­barer Energien am Wärmesektor lag 2011 bei etwa 11 %; 2013 bei 12,2 Prozent. Das Ziel der Regierung, den Anteil erneu­er­barer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte bis zum Jahr 2020 auf 14 Prozent zu erhöhen, dürfte erreicht oder sogar über­troffen werden, wird pro­gnos­ti­ziert. Der Anteil der erneu­er­baren Energien am Endenergieverbrauch für Wärme könnte dann 16,3 Prozent betragen.