DVFG Forum Flüssiggas 2015 in Radebeul / Dresden foto@uwefrauendorf.de

Flüssiggas – eine Alternative (nicht nur) für gasnetzfreie Gegenden

von | 8. November 2016

Wenn es um die Sanierung von Wärme­er­zeugern geht, liegt der Fokus u.a. auf Brenn­stoffen wie Öl oder Erdgas. Doch bei der Planung einer neuen oder dem Ersatz einer alten Heizung kann auch Flüs­siggas als Alter­native erwogen werden. 

Der Brenn­stoff ist ähnlich emis­si­onsarm wie Erdgas, preislich attraktiv und für Gegenden ohne Gasnetz äußerst praktisch. Bei der Planung und der Instal­lation muss jedoch weit vorge­dacht werden.

Im Gegensatz zum Autogas, einem Gemisch von Propan und Butan, kommt im Wärme­markt nur reines Propan zum Einsatz. Aktuell werden in Deutschland rund 600.000 Wohnungen damit beheizt. Das entspricht 1,5% aller Heizungs­an­lagen. Eine Analyse des Deutschen Verbandes für Flüs­siggas (DVFG) ergab ein weiteres Markt­po­tenzial von 2,8 Mio. Ölhei­zungen, die in Gegenden ohne Gasnetz liegen. Die Argu­men­tation: Flüs­siggas ist weitaus emis­si­ons­ärmer als Heizöl und reicht hier an Erdgas heran, das auch von der Bundes­re­gierung als Brücken­tech­no­logie der Ener­gie­wende geschätzt wird.

Die Menge Kohlen­dioxid, die pro Kilo­watt­stunde Brenn­stoff­einsatz entsteht, ist bei Flüs­siggas im Vergleich zu Strom und Heizöl also deutlich geringer. Schad­stoff­bil­dende Kompo­nenten wie Schwefel und seine Verbin­dungen sind praktisch nicht vorhanden. Dennoch versucht die Politik, neben Heizöl und Erdgas auch Flüs­siggas aus deutschen Kellern zu verbannen. …

Vom DVFG wird das kritisch gesehen, da der Weg zum Erreichen der Klima­schutz­ziele nach diesen Plänen wirt­schaftlich und sozi­al­ver­träglich gestaltet werden solle. Ein zu früher Verzicht auf den Einbau von Flüssiggas-​Heizungsanlagen könne zu einem unver­hält­nis­mä­ßigen Anstieg der Baukosten führen. Hinzu komme, dass der Entwurf nicht zwischen Heizöl und Flüs­siggas als Heiz­energie differenziere.

Sein „Umwelt­image“ könnte Flüs­siggas zudem ab dem nächsten Jahr verbessern. Denn dann kommt in Deutschland Biopropan auf den Markt. Das Biopropan-​Angebot wird nach einer aktuellen Studie der Deutschen Energie-​Agentur (dena) in den kommenden Jahren deutlich steigen und kann bei entspre­chender Markt­nach­frage mehrere TWh betragen. …


Gekürzt. Geschrieben für IKZ. Erschienen in 11/​2016. Der kom­plette Beitrag ist auch hier online zu lesen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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