Öko­strom­ta­rife: Wann sich ein Wechsel lohnt

Grantiert Ökostrom: Das Wasserkraftwerk in Breitenthal prodzuziert seit 117 Jahren Grünstrom. Foto: Urbansky Ökostrom, RECS, Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft
Grantiert Ökostrom: Das Wasserkraftwerk in Breitenthal prodzuziert seit 117 Jahren Grünstrom. Foto: Urbansky

Mit der Ener­gie­wende gewinnt Strom aus rege­ne­ra­ti­ven Quellen an Bedeu­tung. Kein Wunder, schließ­lich ist es poli­ti­sches Ziel, in 33 Jahren nur noch elek­tri­sche Energie aus erneu­er­ba­ren Quellen zu haben.

Erfreu­li­cher­weise sind Öko­strom­ta­rife inzwi­schen im Ver­gleich zu ihren kon­ven­tio­nel­len Pen­dants nicht mehr spürbar teurer. Wer nun seinen Teil zur Ener­gie­wende bei­tra­gen und zu grünen Tarifen greifen möchte, sollte aller­dings genau darauf achten, ob der grüne Strom auch wirk­lich nach­hal­tig ist. Wie also setzen sich die Strom­kos­ten zusam­men und woran erkennt man dadurch einen wirk­lich grünen Strom­ta­rif?

Ist Öko­strom auch immer öko­lo­gisch sinn­voll?

Da viele Anbie­ter mit der Bezeich­nung „Öko­strom“ um die Gunst der Kunden wirbt, stellt sich die Situa­tion auf dem Markt ver­hält­nis­mä­ßig undurch­sich­tig dar. Bei genaue­rem Hin­se­hen wird schnell klar, dass längst nicht jeder Öko­strom­ta­rif einem nach­hal­ti­gen Ideal folgt, sondern häufig der Profit im Vor­der­grund steht. Der undurch­sich­tige Handel mit ver­meint­li­chen Öko-Zertifikaten, wie dem RECS-Zertifikat, mit dem sich kon­ven­tio­nel­ler Strom legal in Öko­strom umde­kla­rie­ren lässt, erschwert dem Ver­brau­cher dabei die Über­sicht.

Grund­sätz­lich lässt sich ein sinn­vol­ler Öko­strom­an­bie­ter daran erken­nen, dass dieser aus­schließ­lich rege­ne­ra­tive Ener­gien für die Strom­erzeu­gung nutzt und lang­fris­tig das Ziel ver­folgt, kon­ven­tio­nelle Strom­quel­len, wie Kohle, Kern­ener­gie oder Erdgas, vom Markt zu ver­drän­gen.

Wer hier auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich bei der Auswahl an spe­zi­fi­schen Labels, wie dem Grüner Strom Label (kurz: GSL), ori­en­tie­ren. Das Grüner Strom Label stellt sicher, dass der Anbie­ter einen Teil der Ein­nah­men in den Ausbau rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien inves­tiert.

Wie kommen die aktu­el­len Öko­strom­preise zustande?

Der End­preis für grünen Strom setzt sich aus meh­re­ren Fak­to­ren zusam­men. Die tat­säch­li­chen Strom­preise haben dabei einen großen Ein­fluss und bezeich­nen alle Kosten, die für die Strom­erzeu­gung in rege­ne­ra­ti­ven Anlagen, wie Wind‑, Wasser- und Solar­kraft­wer­ken, zusam­men­kom­men.

Da rund zwei Drittel des Ökostrom-Preises staat­lich regu­liert sind, beinhal­ten die Erzeu­gungs­kos­ten übli­cher­weise auch den Gewinn des jewei­li­gen Anbie­ters. Die Preis­an­teile der staat­lich regu­lier­ten Beträge bestehen aus Netz­nut­zungs­ent­gelt, Kon­zes­si­ons­ab­ga­ben, Gelder für das Erneuerbare-Energien- und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz sowie Mehrwert- und Strom­steuer. Mit etwa einem Viertel des Gesamt­an­teils macht das Netz­nut­zungs­ent­gelt den Löwen­an­teil des Strom­prei­ses aus. Dieser Posten deckt sämt­li­che Kosten ab, die durch die lau­fende Strom­ver­sor­gung gene­riert werden, wie bei­spiels­weise Personal- und Instand­set­zungs­kos­ten des Netz­be­trei­bers.

Preis­un­ter­schiede zwi­schen Öko- und kon­ven­tio­nel­len Strom

Wer in der Ver­gan­gen­heit die Preise von Öko- und Nor­mal­strom ver­gli­chen hat, wird schnell fest­ge­stellt haben, dass der kon­ven­tio­nelle Strom in den meisten Fällen die güns­ti­gere Wahl war. Dieser Umstand hat sich in den letzten Jahren etwas gewan­delt – in bestimm­ten Regio­nen können Sie mit dem Wechsel auf grünen Strom sogar Geld sparen – ein Ver­gleich der Strom­ta­rife lohnt sich. Die Erspar­nis ist aktuell noch über­schau­bar, aber das gute Gefühl, aktiv am Umwelt­schutz mit­zu­wir­ken, kostet inzwi­schen nicht mehr als Strom aus kon­ven­tio­nel­len Ener­gie­quel­len. Tat­säch­lich ist Strom aus Kern­ener­gie und fos­si­len Brenn­stof­fen für viele Anbie­ter immer noch wesent­lich güns­ti­ger zu pro­du­zie­ren als grüner Strom. Aller­dings ist zu erwar­ten, dass sich dieser Umstand lang­fris­tig ändert, da die Erzeu­gung von Öko­strom mit dem Fort­schrei­ten der Ener­gie­wende zuneh­mend lukra­ti­ver wird.